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Montag, 21. Januar 2019

Unternehmen

Neue Chefin für neue Konzepte

Von Rudolf Stumberger | 10. Januar 2019 | Ausgabe 01

Nadine Despineux leitet beim Spritzgießmaschinenhersteller KraussMaffei seit Juli den Geschäftsbereich Digital Solutions.

Porträt Despineux BU
Foto: Stumberger

Nadine Despineux geht nach eigenen Angaben gerne „neue Wege“. Bei KraussMaffei hat die 40-Jährige die Möglichkeit dazu.

Die Spritzgießmaschinen des Münchner Marktführers KrausMaffei arbeiten im Schließkraftbereich zwischen 350 kN und 55 000 kN, was zu soliden Konstruktionen mit gewichtigen Stahlplatten führt. Zu den Geschäftsbereichen der Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik ist seit dem 1. Juli 2018 eine neue Einheit hinzugekommen, die sich vor allem mit Daten und Dienstleistungen beschäftigt.

Digital Service Solutions nennt sich der vierte Geschäftsbereich des Unternehmens, das seit 2016 zum Konzern China National Chemical Corporation gehört. Geleitet wird die neue Abteilung von Nadine Despineux, die in ihrer neuen Funktion als Geschäftsführerin der KraussMaffei Technologies GmbH zugleich in das Executive Committee der KraussMaffei Group aufrückt.

Zur Ergänzung der analogen Produktlinie durch digitale Lösungen und neue Dienstleistungen gehört die Möglichkeit, Spritzgießmaschinen zu mieten statt zu erwerben. „Mit dem Konzept ‚Rent it‘ können wir den Kunden mehr Flexibilität bieten“, so die 40-jährige Betriebswirtin Despineux, die vor knapp drei Jahren zu KraussMaffei kam und zuletzt als Vice President Sales IMM (Spritzgießtechnik) fungierte.

Beim „Mieten-statt-Kaufen“-Konzept, das derzeit erprobt wird, geht es auch um die Weiterverwertung der vermieteten Maschinen. Dazu hat sich KraussMaffei an der Vermarktungsplattform Gindumac, einem Gebrauchtmaschinen-Start-Up, beteiligt. „Wir haben hier die Möglichkeit, neue Märkte, wie etwa Indien, zu erschließen, für die unsere Maschinen bisher zu teuer waren.“

Kernstück des neuen Geschäftsbereiches aber wird die Digitalisierung des Kundenservices werden. Dazu gehört eine neue E-Service-Plattform, die dem Kunden 365 Tage im Jahr zur Verfügung steht und ihm ermöglicht, Ersatzteile für die Maschinen über einen 3D-Ersatzteilfinder in digitaler Form zu bestellen und auf maschinenspezifische Dokumentationen zuzugreifen. Damit soll der Kunde „die Produktion der Spritzgießmaschinen morgens am Frühstückstisch anhand von einfachen Kennzahlen überwachen können“, so Despineux. Ein zentraler Punkt ist die Vorhersage über Ausfälle oder Produktionsrückgänge. „Die treibende Kraft für unsere Innovationen sind die Wünsche der Kunden“, so die Managerin. „Der Kunde gehört quasi zum Entwicklerteam.“

Mit der „großen Transformation“, wie der Umbruch der Branche im Unternehmen genannt wird, beschäftigen sich vor allem die 1000 Mitarbeiter in Vertrieb und Service, die digitale Kernbelegschaft wird etwa 50 Mitarbeiter an einem neuen Standort in München-Neuaubing umfassen.

Für Despineux, die „gerne neue Wege geht“, ist ihre Führungsfunktion auch ein „Synonym dafür, wie groß die Veränderungen sind, die derzeit vor sich gehen“. Rücke doch der Kundenservice immer weiter Richtung Vorstandsetage vor.