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Mittwoch, 20. Februar 2019

Vorsicht vor dem Lauscher vor der Wand

Von Claudia Burger | 16. August 2018 | Ausgabe 33

Stellen Sie sich das mal vor: Sie sitzen gemütlich mit der besseren Hälfte im Wohnzimmer und sprechen über den Arbeitstag. Leider ist da nicht alles so gelaufen, wie Sie sich das vorgestellt haben.

Und Sie sind eigentlich gar nicht gemütlich gestimmt, sondern richtig sauer. Und Sie lassen sich hinreißen, schimpfen über den Chef mit Sätzen, die ich an dieser Stelle nun wirklich nicht wiedergeben möchte. Auch die Kollegen bekommen ihr Fett weg, Sie lassen mal so richtig alles raus. Ist ja jetzt nicht so ein Problem. Bleibt ja in Ihren vier Wänden. Oder eben nicht. Warum ich das so sage?

In den USA ist ein Fall bekannt geworden, der offensichtlich durch eine Kette ungewöhnlicher Umstände und Missverständnisse entstanden ist und ein Beleg dafür, dass an der Schnittstelle Mensch-Maschine noch einiges im Argen liegt. Eine Familie bekommt einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung ist ein Arbeitskollege des Vaters. Der Mann teilt dem verdutzten Familienoberhaupt mit, dass er eine Mail mit einer Sprachdatei erhalten hat. Dort sei ein Mitschnitt eines Gesprächs innerhalb der Familie des Kollegen zu hören. Uff, da war das Erstaunen groß. Davon hatte die Familie keine Ahnung. Passiert ist das, weil ein bekanntes System mit einem Frauennamen dem Familienalltag aufmerksam gefolgt ist und wohl einige Infos in den falschen Kanal bekommen und das – glücklicherweise harmlose – Familiengeplaudere aufgezeichnet hat. Dann wählte es in der Kontaktliste der Familie jemanden aus und sendete die Datei dorthin. So weit, so doof.

Okay, Sie wissen jetzt, was ich meine. Auch Technik ist fehlbar. Sie können sich jetzt ja mal ausmalen, wie das wäre, wenn Ihr Gespräch über das Arbeitsleben von jenem dienstbaren Gerät aufgenommen und an die Mail ihres Chefs oder eines schleimschleckenden Kollegen weitergeleitet wird. Vermutlich erhalten Sie dann auch ganz blitzschnell einen Anruf vom Chef oder der Personalabteilung. Und der ist bestimmt nicht nett. Danach werden Sie dann auflegen. Und nachdem Sie den Frauennamen des Gerätes laut gesagt haben, lautet der nächste Satz: „Such‘ mir einen neuen Job.“