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Donnerstag, 21. Februar 2019

Gründung

Weniger Chefs mit Mint

Von Claudia Burger | 25. Oktober 2018 | Ausgabe 43

Laut Deutschem Start-up-Monitor 2018 leiden drei von vier Firmen unter Fachkräftemangel. Weniger Gründer haben einen Mint-Hintergrund.

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Foto: panthermedia.net/Andriy Popov

Alles im Blick trotz wenig Personal: In deutschen Start-ups arbeiten zurzeit im Durchschnitt zwölf Mitarbeiter.

Der Anstieg der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl im Deutschen Start-up-Monitor (DSM) auf gut zwölf Personen zeigt, dass Start-ups als Wirtschaftsfaktor in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnen“, sagt Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Start-ups. Rund 1550 Start-ups mit rund 3763 Gründern und 17 647 Mitarbeitern haben an der Erhebung teilgenommen.

Als Start-ups gelten im Monitor Unternehmen, die jünger als zehn Jahre sind und hoch innovative Produkte, Dienstleistungen und Technologien an den Markt bringen und/oder ein (geplantes) Mitarbeiter- oder Umsatzwachstum haben. Zwar ist die Zahl der Gründungen im Jahr 2017 in Deutschland rückläufig gewesen (17 % weniger als im Vorjahr), doch das sei eher auf die positive konjunkturelle Entwicklung und dem Beschäftigungsrekord auf dem Arbeitsmarkt geschuldet, da so der Anteil der „Notgründungen“ weiter abnehme. Das eigentliche Start-up-Ökosystem sei davon noch nicht tangiert. „Der Anteil der Chancengründungen steigt“, versichert Nöll.

Allerdings zeigt sich, dass weniger Gründer einen Hintergrund in Mint-Fächern aufweisen als im Vorjahr. Die Quote liegt bei 40,9 %. Im DSM für das Jahr 2017 lag die Quote bei 47,1 %. Die Anzahl der Gründer mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss ist von 36,9 % auf 41,3 % gestiegen.

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass „auf der einen Seite sehr häufig in der digitalen Wirtschaft gegründet wird, wozu insbesondere Programmierer benötigt werden, auf der anderen Seite beobachten wir, dass weniger derart ausgebildete Personen dem Gründungsteam angehören (...). Dies könnte langfristige strukturelle Probleme im deutschen Start-up-Ökosystem zur Folge haben.“

So schätzen die DSM-Start-ups die Recruiting-Situation ein: Im IT- Bereich mangelt es besonders an geeigneten Kräften. Laut Monitor können zurzeit sechs von zehn Start-ups ihre offenen Stellen nicht besetzen.

Zudem sagen drei von vier Start-ups, dass sie Schwierigkeiten beim Recruiting im IT-Bereich haben. „Ingenieurskunst made in Germany – schön und gut, aber was nach wie vor fehlt, sind Expertinnen und Experten in den Naturwissenschaften und Programmiererinnen und Programmierer“, betont Nöll. Sechs von zehn befragten Unternehmen können laut DSM zurzeit ihre offenen Stellen nicht besetzten.

Start-ups seien die Träger der Digitalisierung und nehmen im Bereich der Zukunftstechnologien die Führungsrolle ein. „Schon heute sehen fast 60 % der DSM-Start-ups einen spürbaren Einfluss von künstlicher Intelligenz auf ihr Geschäftsmodell. Um diese und andere Schlüsseltechnologien zu fördern, braucht es eine politische Agenda, die eine signifikante Steigerung des Kapitalangebots für Start-ups vorantreibt“, fordert Nöll.