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Samstag, 16. Februar 2019

Business-Etikette

Wenn einer eine Reise tut ...

Von Ulrike Felger | 25. Oktober 2018 | Ausgabe 43

... dann sollte er sie gründlich vorbereiten.

Foto: privat

Ulrike Felger ist Coach, Moderatorin und Expertin für Kommunikation und Change-Prozesse.

Dazu gehört, die Basics via Checkliste abzuarbeiten: Ist die Reise ordnungsgemäß beantragt? Sind Mietwagen, Hotel, Abholservice etc. organisiert? Liegen alle wichtigen Dokumente wie persönliche Papiere, Anfahrtsbeschreibung, Einladung, Tickets, Ablaufpläne und Notfallnummern ausgedruckt und griffbereit vor? Sind Laptop, Unterlagen, ausreichend Visitenkarten, Handy und Ladekabel eingepackt? Ein Fleckenstift sowie Ersatzkrawatte oder -strumpfhose gehören immer in die Tiefen der gut sortierten Business-Tasche. Bei mehrtägigen Trips empfiehlt sich ein weiteres Hemd oder Bluse.

Besonderes Augenmerk verdient das Thema Handgepäck: Überlegen Sie vorab, was Sie direkt am Sitz benötigen und verstauen Sie Ihre Habseligkeiten so, dass noch Platz für Mitreisende bleibt und bereits vorhandene Kleidungsstücke nicht bis zur Unkenntlichkeit zerknautscht werden.

Andere Länder, andere Sitten: Was heißt genau pünktlich? Wie viel Skepsis oder gar Kritik verträgt der Gegenüber? Wie sieht die landesübliche Gesprächshierarchie aus? Eine typische Quelle für Probleme ist die Zeitwahrnehmung. Verspäten sich Deutsche oder Engländer um wenige Minuten, informieren sie ihre Gastgeber. Franzosen oder Italiener werden erst bei etwa einer Viertelstunde Verspätung aktiv. In Nahost, Afrika, Indien oder Südamerika gilt eine halbe Stunde Verspätung definitiv noch als pünktlich. Ähnlich divergent ist die Auffassung zur Linearität eines Gesprächsverlaufs oder zum Ausüben einer Führungs- oder Moderationsrolle.

Klar: Niemand kann sämtliche Dos und Don’ts rund um den Erdball genau kennen. Doch freut es einen Gastgeber, wenn man die minimalen Grundregeln vor Ort beherrscht und Sitten und Gebräuche respektiert.

Bewahren Sie die Contenance: Beim Reisen mit vielen anderen, kommt man sich automatisch näher. Achten Sie auf einen frischen Atem und einen angenehmen Körpergeruch, vermeiden Sie intensives Ausatmen in Richtung ihrer Mitmenschen. Auf Langstreckenflügen sollten Sie im Rahmen der Möglichkeiten eine natürliche Distanz zu Ihren Sitznachbarn einhalten. Armlehnen werden in Absprache geteilt, Köpfe gehören im Schlaf nicht auf die Schultern anderer. Achten Sie beim Absenken der Rückenlehne auf die hinteren Mitreisenden. Übrigens: Die Toilette ist kein Zufluchtsort für Ruhesuchende, sondern wird von vielen genutzt.

Kleine Typologie der Reisenden: Vielreisende lassen sich in verschiedene Typen unterscheiden, denen man unterwegs regelmäßig begegnet: Da gibt es viel beschäftigte Geschäftsleute, die gerne den gesamten ICE-Wagen an ihrer Wichtigkeit teilhaben lassen oder Erschöpfte, die einfach nur schlafen möchten. Treffen diese auf kontaktfreudige Menschen, die sich ihre Zeit gerne im Gespräch vertreiben, ist das genauso heikel wie die Nachbarschaft zu Ruhebedürftigen, die einfach ausspannen und vor sich hin träumen wollen. Rekapitulieren wir die absolute Grundregel des Small Talks: Nur wenn Ihr Gegenüber ebenfalls in Gesprächslaune ist, sollten Sie einen Austausch lancieren.