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Freitag, 22. Februar 2019

Veranstaltung

Wie der VDI Technik zum Menschen bringt

Von Heinz Wraneschitz | 28. Juni 2018 | Ausgabe 26

Die 8. VDI-Technikmeile Nürnberg demonstrierte Ingenieurkunst.

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Foto: H. Wraneschitz

Im Dialog: Junge Menschen interessierten sich auf der VDI-Technikmeile in Nürnberg für technische Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten.

Die Karolinenstraße in Nürnberg stand in der vergangenen Woche zwei Tage lang ganz im Zeichen der Ingenieurkunst. Weithin sichtbar war der Stand des VDI-Bezirksvereins Bayern Nordost (VDI-BNO). Die Mitglieder des Vereins hatten zum achten Mal die Technikmeile Nürnberg organisiert. „Ich hoffe, dass sich gerade die Jugend von den Firmen und Ausbildungseinrichtungen begeistern lässt. Und von den interessanten Projekten, an denen Ingenieure und Ingenieurinnen heute arbeiten.“ Zum Start formulierte Hans-Georg Manns, Vorstandsmitglied im VDI-BNO, was die Technikmeile bewegen soll. Denn das Motto „Engineering is Action“ nahmen zahlreiche Aussteller wörtlich.

Action – auch im Sinne von Bewegung – kam sehr gut an bei den Besuchern, ob jung oder älter. Beim Stromnetzbetreiber Tennet konnten sich zwei sogar duellieren. Sie erzeugten auf Rennrädern Strom. Und je mehr sie schnauften, umso schneller raste das Elektro-Rennauto auf der Bahn vor ihnen. Nebenan bei Schaeffler stand ein Audi-Rennbolide der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Dessen Fahrer Mike Rockenfeller, am darauffolgenden Wochenende am Norisring aktiv, dachte beim Live-Interview aber auch schon über Elektromobilität nach. Dass diese bereits dabei ist, den Nachwuchs zu begeistern, bewiesen die Mitglieder des 30-köpfigen Rennteams „StrOHM und Söhne“ der Technischen Hochschule Nürnberg. Jedes Jahr konstruieren Hochschüler allein einen neuen E-Renner für die Formula-Student-Kurse dieser Welt.

Dass die StrOHMer von Continental, andere E-Renn-Nachwuchs-Teams von Brose oder eben Schaeffler unterstützt werden, zeige auch, wie wichtig es ist, „die Technik auf die Straße zu bringen“. So drückte es Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas aus.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, der Schirmherr der VDI-Technikmeile 2018, hatte in seinem schriftlichen Grußwort „die Arbeit an der Technik von morgen und die Chancen auf berufliche Karrieren für die Jugend von heute“ herausgestellt.

Gerade, weil Technik bis heute stereotyp allzu oft mit Männern in Verbindung gebracht wird: Mittelfrankens Regierungspräsident Thomas Bauer war froh, dass auch viele junge Frauen unter den Standbesatzungen der Hochschulen, Handwerksinnungen und Ausbildungsbetriebe waren. „Die Geschlechtergrenzen durchbrechen“, wie es sich Bauer wünschte, daran arbeiten offenbar viele intensiv. Im VDI-BNO setzt sich Luise Schellhorn sehr aktiv für die „Frauen im Ingenieurberuf“ (FIB) ein. Auch auf der Technikmeile sprach sie Frauen an, um sie für Technik zu begeistern. Die promovierte Chemikerin warb für die Mitgliedschaft im VDI. Dessen Netzwerk, zum Beispiel die regionalen FIB-Stammtische, öffnen jeder und jedem neue Kontakte und Wege, so Schellhorn.

Mit Wellen präsentierte sich das Zukunftsmuseum Nürnberg der Öffentlichkeit. Obwohl die Eröffnung der Außenstelle des Deutschen Museums erst für 2020 geplant ist: Schon jetzt soll das künftige Publikum begeistert werden. So machten die beiden Museumsmitarbeiterinnen Schallwellen mithilfe eines Springseils sichtbar oder Pfannenwender zu klingenden Musikinstrumenten.

Das Angebot des Zukunftsmuseums ergänzte jenes des VDIni-Clubs, der sich auch in Nürnberg wieder an Kinder ab sechs Jahre wendete. Außerdem waren die Zukunftspiloten und das VDI-Schülerforschungszentrum Richard Willstätter dabei. Dort wurde die Frage beantwortet, ob eine Rakete mit Wasser in die Luft gehen kann.

„Wenn keiner über Technik öffentlich informiert, studiert auch später niemand Ingenieurwesen oder Technik-Wissenschaften“, hieß es passend dazu am Stand der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Deshalb beteilige sich die FAU eben nicht nur an Spezialveranstaltungen, sondern sei auch auf der Technikmeile dabei. Genauso wie die Technischen Hochschulen aus Nürnberg und Amberg-Weiden und die FOM, die Hochschule für Ökonomie und Management Nürnberg, warb die FAU für ihre Studiengänge. Weiterbildung kam ebenfalls nicht zu kurz, zum Beispiel vom TÜV Rheinland.

Dass bei der Technik die sozialen Aspekte nicht vernachlässigt werden dürfen, darauf wiesen die Gewerkschafter der IG Metall hin. Selbst Wirtschaftsreferent Fraas stellte sich der Umfrage zu der Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung.

Ingenieure nehmen sich den Problemen der Gesellschaft ohnehin schon lange an. Beispielsweise die „Ingenieure ohne Grenzen“, die in fernen Ländern helfen, nicht nur nach Katastrophen. Oder der „Technik ohne Grenzen e. V.“ (TeoG). Der hat sich die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern zum Ziel gesetzt.

Dass die Polizei für ihre vielen Technikjobs warb, darf aber genauso wenig vergessen werden wie die Nürnberger N-Ergie AG. Just am ersten Technikmeilen-Tag erhielt der Stromversorger einen „Energiewende Award 2018“ der Kategorie „Mobilität“. Unter anderem, weil die N-Ergie eine der größten Elektroautoflotten dieser Republik betreibt.

Die 8. VDI-Technikmeile rückte technikaffine Berufe und Firmen bei Jung und Alt wieder stärker ins Blickfeld. Und das war das Ziel der Veranstaltung.