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Donnerstag, 21. Februar 2019

Kommentar

Zeit zur Besinnung

Von Wolfgang Schmitz | 20. Dezember 2018 | Ausgabe 51

Weihnachten ist die Zeit der Besinnung. Der Mensch schaltet einige Gänge zurück, fährt aus dem Stau an den geistigen Seitenstreifen und reflektiert.

Foto: VDIn/Zillmann

Wolfgang Schmitz, Redakteur: Raus aus dem Hamsterrad!

Er schaut bewusster als sonst nicht nur um, sondern auch in sich. Aber wie nachhaltig sind die Schlüsse, die der Mensch zieht? Meist halten sie gerade mal bis zum 1. Januar. Das Hamsterrad kennt keinen Stillstand und keine Richtungswechsel. Seien wir ehrlich: Die sind meist auch gar nicht erwünscht. Querdenker gelten in Unternehmen trotz aller anders lautender Bekenntnisse immer noch als unbequem. Dass diese „Querulanten“ gestern gemobbt und heute geliebt werden, darf bezweifelt werden. Dabei brauchen wir sie dringender denn je. Neue Technologien und die Verfeinerung alter bringen die Menschen nur weiter, wenn sich der Homo sapiens mitentwickelt. „Wir brauchen neben der technologischen dringend auch eine Evolution des Menschen“, mahnt der Wirtschaftsphilosoph Anders Indset. Ohne eine „Bewusstseinsrevolution“ würden wir zu „Dopamin-gesteuerten Junkies einer Wissensgesellschaft, die von einem uns nicht mehr verständlichen Algorithmus gesteuert wird. Wir machen uns selbst zum Homo obsoletus.“ So weit, wie der Philosoph schaut, sind wir noch nicht. Einige Tendenzen bestätigen aber die Prophezeiung. Da viele Menschen der Komplexität und dem Tempo nicht mehr folgen können, nicken sie die einfachen „Lösungen“ von Populisten in der Hoffnung ab, damit den Überblick zurückzugewinnen.

Die Welt braucht reflektierende und gegen den Trend denkende Ingenieure, die Entwicklungen vorantreiben, aber auch hinterfragen und die wissen, wo die Stopptaste ist. Damit wir eine Pause einlegen, aussteigen und das Hamsterrad und ihre Antreiber von außen betrachten können. Den Gedanken dürfen keine Grenzen gesetzt sein. Das Potpourri möglicher Themen reicht von Wertschätzung am Arbeitsplatz über Sinn und Notwendigkeit von Weiterbildungen bis zu technischen Innovationen. Wer verändert, setzt Dinge in Bewegung – und hat in der Regel Spaß dabei. Wer hingegen Druck empfindet, schiebt bestenfalls Dienst nach Vorschrift.