Passwort vergessen?  |  Anmelden
 |  Passwort vergessen?  |  Anmelden

Samstag, 20. Januar 2018

Karrieretelefon

Bei Jobangeboten kommt es auch aufs Bauchgefühl an

Von Peter Schwarz | 28. August 2015 | Ausgabe 35

Ende August standen Inga Freienstein vom Cologne Career Center der Rheinischen Fachhochschule Köln, und Jörg Brüggen, Chef von Brüggen Engineering, Mannheim, unseren Lesern Rede und Antwort. In den Gesprächen ging es unter anderem um Jobwechsel, Praktika und Angaben in Bewerbungsschreiben.

Vor zwei Wochen habe ich mich als Maschinenbauabsolvent bei mehreren Unternehmen beworben. Bisher habe ich noch keine Antworten erhalten. Soll ich schon nachfassen?

Foto: Cologne Career Center

Inga Freienstein leitet das Cologne Career Center der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Sie sollten noch etwas Geduld haben, zumal in einigen Bundesländern noch Ferien sind. Geben Sie den Unternehmen bis zu vier Wochen Zeit für eine Antwort. Bedenken Sie dabei auch immer, ob Ihre Bewerbung in die Ferien- oder Weihnachtszeit fällt.

Ich bin seit vier Jahren als Ingenieur bei einem Unternehmen beschäftigt. Seit einiger Zeit schon spiele ich mit dem Gedanken, eine neue Herausforderung anzunehmen. Jetzt habe ich ein konkretes Angebot auf dem Tisch. Soll ich wirklich schon wechseln?

Grundsätzlich spricht nichts gegen einen Wechsel. Aber natürlich kann ich keine konkrete Empfehlung abgeben. Berufliche Entscheidungen bergen immer eine gewisse Unsicherheit. Auch wenn die Faktenlage noch so positiv ist, empfiehlt es sich, seinen Emotionen Gehör zu verschaffen. Ohne ein gutes Bauchgefühl ist man nicht gut beraten, neue Wege einzuschlagen!

 Ich hatte längere Zeit Auseinandersetzungen mit meinem Arbeitgeber, die kürzlich zu einem Aufhebungsvertrag und zur sofortigen Freistellung geführt haben. Wenn ich in Bewerbungsanschreiben den frühestmöglichen Einstiegstermin nenne, würde klar, dass ich einen Aufhebungsvertrag geschlossen habe. In Stellenanzeigen wird die Kündigungsfrist bzw. der frühestmögliche Einstiegstermin aber in der Regel gefordert. Was tun?

Foto: privat

Jörg Brüggen ist Geschäftsführer des Ingenieurdienstleisters Brüggen Engineering in Mannheim.

Grundsätzlich müssen Sie Formalia wie die Kündigungsfrist im Anschreiben nicht nennen, selbst wenn dies gefordert und natürlich gerne gesehen wird. In Ihrem Fall ist es empfehlenswert, das Thema erst im Vorstellungsgespräch zu anzuschneiden. Das hat den Vorteil, dass Sie im persönlichen Gespräch direkt auf Nachfragen eingehen und Bedenken entkräften können.

Ich studiere gerade auf Bachelor Maschinenbau. Ist es mit Blick auf den späteren Berufseinstieg ratsam, sich mit Praktika möglichst breit aufzustellen, oder sollte ich mich frühzeitig spezialisieren?

Das kommt darauf an, wie sicher Sie sich bereits in Bezug auf Ihre berufliche Tätigkeit sind. Wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie in einer bestimmten Branche Fuß fassen wollen und sich auch bei der Wahl Ihres Fachgebietes eindeutig festgelegt haben, dann wirkt es stringent und überzeugend, wenn Sie Ihre Praktika gezielt darauf ausrichten.

Andernfalls ist es ratsam und selbstverständlich legitim, während des Studiums Einblicke in unterschiedliche Bereiche und gegebenenfalls auch Branchen zu gewinnen. Das erleichtert die persönliche Entscheidungsfindung.

Auch im Vorstellungsgespräch können Sie dann später gegenüber einem Arbeitgeber überzeugend argumentieren, was Sie dazu bewogen hat, sich gerade bei diesem Unternehmen zu bewerben. Denn grundsätzlich gilt: Entscheidungssicherheit und Argumentationsstärke sind zwei essenzielle Voraussetzungen für beruflichen Erfolg.

stellenangebote

mehr