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Montag, 22. Januar 2018

Ausstellung

Brückenbau leicht gemacht

Von Heinz Wraneschitz | 18. Dezember 2015 | Ausgabe 51

Insgesamt 30 Physik-Experimente, die sich am Mittelstufen-Lehrplan aller Schulen orientieren: Das ist das „Lernlabor Technikland staunen@lernen“ im Nürnberger Museum Industriekultur. Die Mitmachausstellung ist noch bis zum 31. Januar 2016 zu erleben. Danach soll das Lernlabor an anderen Orten aufgestellt werden.

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Foto: Heinz Wraneschitz

Wir bauen uns einen Elektromotor: Wer mitmacht, bastelt selbst einen Motor aus den einfachsten Alltagsgegenständen und lernt, wie Technik funktioniert.

Impression aus der Ausstellung: Am Eingang spricht ein an Kopf, Augen, Händen und Füßen beweglicher Roboter mit den Schülern, die in die Schau kommen. Die Maschine ist Teil des Showteils für Besuchergruppen. Gleich danach nutzen die Mädchen und Jungen die diversen Experimentierstationen. Ausstellungsmacher Jürgen Becker spricht von einer „lernenden Ausstellung“: Immer wieder werden Experimente entweder verändert oder sogar komplett herausgenommen, wenn die Besucher darauf nicht reagieren wie erhofft.

Mitmachen in Nürnberg

Das wird beim Brückenbau-Experiment wohl nicht passieren: Hier darf man aus Holzstücken eine Bogenbrücke bauen und sich später selbst daraufstellen. Im Hintergrund ist als Anschauungsobjekt ein maßstabsgerechtes Drei-Meter-Modell des Nürnberger Kettenstegs ausgestellt, der ältesten Hängebrücke Deutschlands.

Die einzelnen Stationen haben Bezüge zum Alltag, sind quasi aus dem Lebensumfeld entwickelt, schlagen aber auch Bögen zur Technik und deren Geschichte. „Es gibt immer ein Schlüsselobjekt als Kernexperiment und Vermittlungsexperimente mit dem Bezug zum Alltag“, erläutert Museumschef Matthias Murko das Konzept.

Doch manchmal brauchen die Schüler Hilfe. Deshalb stehen gerade an den Wochenenden erfahrene Technikstudenten der Friedrich-Alexander-Uni Erlangen bereit, um bei Bedarf zu helfen, aber auch einmal Anschub zu leisten. Die Uni ist ebenso Unterstützerin der Ausstellung wie deren „Förderkreis Ingenieurstudium e.V.“ (FIS). Dessen Geschäftsstelle übernimmt auch die Terminorganisation, wenn Gruppen oder Schulklassen während der Woche die Ausstellung besuchen wollen, ergänzt Wilhelm Schwieger, Lehrstuhlinhaber für Chemische Reaktionstechnik der Erlanger Uni und ehrenamtlich im FIS-Vorstand aktiv.

Vier Themenbereiche sind im „Lernlabor Technikland“ zu bestaunen und zu erlernen: Kraft und Konstruktion, Energie, Licht und Farben, Computer und Robotik. Immer sind mehrere Experimente mit inhaltlichem Bezug zueinander zusammengefasst. In den einzelnen Bereichen ist keine Reihenfolge vorgegeben; „intuitives Lernen“ nennt das Jürgen Becker: Dieses „Leitmotiv Lernen in Zusammenhängen wird zu wenig umgesetzt. Das weiß ich aus Besuchen der verschiedensten Science Center Deutschlands“, sagt der frühere Physiklehrer, der seit Jahren eine Firma für Physikalisches Spielzeug betreibt und sich die Marke „Technikland“ hat schützen lassen.

Im Museum Industriekultur bieten Weber und die anderen Beteiligten ergänzend zur Ausstellung Workshops und „Physikmatineen“ an, „geeignet für Kinder und Familien.

So können Besucher beim Workshop „Der einfachste Elektromotor der Welt“ erfahren, wie dieser Antrieb funktioniert. Wer mitmacht, bastelt selbst einen Motor aus den einfachsten Alltagsgegenständen – Kupferlackdraht, etwas Lochband, einer Monozelle, einem kleinen Magneten und etwas Fahrradschlauch.

Viele der Modelle haben Jugendliche gebaut: Auszubildende der Lehrwerkstatt des Nürnberger Antriebstechnik-Herstellers Baumüller AG, einer der Sponsoren des Lernlabors. Auch das ist ein Teil von Jürgen Beckers Anspruch, „neue und andere Wege zu gehen, inhaltlich und bei der methodischen Vermittlung der Physik“.

Damit sieht Matthias Murko die aktuelle Schau seines Museums Industriekultur als „Ideenlieferant für das Deutsche Museum“ (DM). „Wir machen hier die regionale Kompetenz sichtbar.“ Doch bisher gebe es „keine Reaktion aus München“: Die Bayerische Staatsregierung hat vor einiger Zeit eine DM-Außenstelle für Nürnberg versprochen. Wann die kommen wird, steht noch nicht fest.

 

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