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Donnerstag, 23. März 2017, Ausgabe Nr. 12

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Seitenhieb

Energy Vibes statt Kaffee

Von Stefan Asche | 19. Juni 2015 | Ausgabe 25

Früher war das so: Morgens trank man Kaffee. Sonst kam der Kreislauf nicht in Schwung.

 Die Dosierung stimmte erst, wenn das Gebräu die Konsistenz von Bitumen erlangt hatte.

Mittags, nach dem Essen, ruhte der Geist – und der Körper drängte mit Macht in die Horizontale. Aufrecht hielt uns alleine ein doppelter Espresso.

Am Nachmittag wurde die nahende Narkolepsie dann mit reichlich Cola nebst Traubenzucker weggespült.

Abends wollte sich – oh Wunder! – der ersehnte Schlaf dann nicht einstellen. Zum Glück gab es Johanniskraut. Es half, den rasenden Puls einzufangen.

Künftig wird das bequemer. Und gesünder. Das jedenfalls verspricht die Firma Thync. Dahinter stehen Stanford-, Harvard- und MIT-Neurowissenschaftler. Sie haben ein Wearable entwickelt, das man sich an die Stirn klemmt und per Smartphone bedient. Stromstöße in bestimmte Areale des Hirns sollen wahlweise einen „Kickstart“ in den Tag oder eine „Beruhigung der Gedanken“ initiieren.

Mich erinnert das fatal an eine Folge von „Raumschiff Enterprise“: Darin war die gesamte Crew einem ähnlichen Tool verfallen – und nicht mehr Herr seiner Sinne. Eine fremde Macht hatte die Menschheit per Gedankenmanipulation versklaven wollen. Verhindert hat das ausgerechnet ein humanoider Roboter. Nur er konnte sich den sedierenden Wellen des Wearables entziehen.

Was lehrt uns das? Keine Ahnung! Ob Thync mir hilft? Das beste wird sein, ich ergebe mich dessen „Energy Vibes“ und drücke den „boost my Brain“-Button. Dann schießt mir die Antwort sicher durch den Kopf. 

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