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Donnerstag, 21. Februar 2019

Telefonaktion

Heißer Draht zur Karriere

Von Claudia Burger | 27. September 2013 | Ausgabe 39

Wie sieht eine angemessene Gehaltsvorstellung aus und wie verhandele ich am besten? Soll ich den sicheren Arbeitsplatz aufgeben, weil er mir keine Entwicklungsmöglichkeiten bietet? Was mache ich, wenn ich die Firma wechsele und dann Opfer einer Umstrukturierung werde? Solche und andere Fragen beantworteten unsere Expertinnen am Karrieretelefon der VDI nachrichten.

Das Problem: Ich soll künftig eine Projektleitungsfunktion ausüben. Mein Chef bat mich, meine Gehaltsvorstellung dafür zu benennen.

Der Expertenrat: Zwei Ebenen gilt es zu betrachten, wenn Sie Ihren eigenen Gehaltsvorstellungen näher kommen möchten: 1. Welche Veränderungen und Verantwortungen bringt die neue Aufgabe mit sich, die sich auf das Gehalt erhöhend auswirken müssten? 2. Wie viel verdienen Kollegen, deren Berufserfahrung ähnlich groß ist, in einer vergleichbaren Position?
Die Argumente für Ihr Gespräch beziehen Sie ausschließlich aus dem ersten Punkt. Die Vergleichsgehälter dienen nur als Hintergrund für Ihre Einschätzung, welcher Betrag angemessen sein könnte. Für das konkrete Gespräch über das Gehalt ist es außerdem wichtig, dass Sie selbst davon überzeugt sind: Ja, das bin ich wert! Bzw.: Ja, so fühle ich mich wertgeschätzt! Der Grund: Für die Frage, wie nachhaltig Sie jemanden überzeugen, spielen nicht Ihre Worte die erste Geige, sondern die innere Haltung, mit der Sie auftreten.

Das Problem: Ich möchte in einer anberaumten Gesprächsrunde, die sich neben mir selbst aus meinem Chef, dessen Vorgesetzten und einem Kollegen, der in einer Nachbarabteilung eine vergleichbare Leitungsfunktion bekleidet, zusammensetzt, davon überzeugen, dass in meinem Bereich eine neue Struktur geschaffen werden sollte, in der ich die Leitungsfunktion ausübe.

Der Expertenrat: Die Tatsache, dass ein Kollege zu dem Gespräch eingeladen wurde, der sich – im Unterschied zu Ihnen selbst – ganz auf seine Leitungsfunktion konzentrieren kann, ist ein Indiz dafür, dass auch die von Ihnen selbst favorisierte Lösung des Problems von Ihren Chefs schon ins Auge gefasst wurde. Sie müssen die beiden Chefs nur noch davon überzeugen, dass Sie die Management-Funktion durchaus ausüben wollen, wenn Ihnen die Strukturen die Zeit dazu lassen. Hierzu wäre es hilfreich, noch vor der Gesprächsrunde einen 1:1-Austausch mit Ihrem Chef zu suchen. Dann gehen Sie vielleicht mit einem ‚Komplizen‘ in die größere Runde und fühlen sich emotional gestärkt, was Sie zugleich selbstbewusster auftreten lässt.

Das Problem: Ich habe als Diplom-Ingenieur der Nachrichtentechnik eine sichere Stelle beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Weil die Arbeit mir keine Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet, denke ich darüber nach, den Arbeitgeber zu wechseln.

Der Expertenrat: Was lässt Sie zögern? Die Antwort haben Sie sich eigentlich schon selbst gegeben: Sie wünschen sich eine Tätigkeit, die für Sie auch Herausforderungen und Entwicklungspotenzial eröffnet. Sie sollten Ihr eigenes Sicherheitsbedürfnis unter die Lupe nehmen, denn dies ist offenbar Ihr Verhinderer. Ihr Bedürfnis nach Sicherheit scheint dazu zu führen, dass Sie es nicht einmal wagen, Ihre Fühler auszustrecken. Doch was könnte im Falle einer Neuorientierung denn passieren? Eine Entscheidung treffen zu wollen, ohne die Alternativen beleuchtet zu haben, das ist keine Option. Vielleicht kann es auch Sinn machen, Ihren jetzigen Arbeitgeber noch einmal ganz deutlich darauf anzusprechen, dass Sie gerne mehr Perspektiven und Herausforderungen hätten.

Das Problem: Ich habe Projekt- und Mitarbeiterverantwortung für etwa 30 Kollegen. Die Auftragslage ist gut. Ich habe aber kaum noch Zeit für Privates und außerdem sind meine Aufgabeninhalte immer weniger technischer Natur. Wie könnte ich das in einem Vorstellungsgespräch verdeutlichen?

Der Expertenrat: Bereits im Anschreiben auf entsprechende Vakanzen können Sie direkt darauf hinweisen, dass bei einem Positionswechsel die Technologie im Vordergrund stehen soll. Dabei sollten Sie deutlich machen, dass Sie gern die fachliche Verantwortung übernehmen, die nicht zwangsläufig eine personelle beinhalten muss, da Sie nach langen Dienstjahren in der Gesamtverantwortung Ihre Prioritäten etwas anders legen möchten

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Das Problem: Ich bin Maschinenbaustudent, mache meinen Master und habe bereits Bewerbungen verschickt, auf die ich keine Antwort erhalten habe. Wie soll ich mich verhalten?

Der Expertenrat: Auch für Bewerbungen gilt die "Wiedervorlage". Es ist durchaus erlaubt, nach zehn bis 14 Tagen telefonisch den Stand der Dinge zu erfragen – auch wenn ein Zwischenbescheid erfolgt ist wie eine Eingangsbestätigung oder der Hinweis, dass die Sichtung der eingegangenen Bewerbungen etwas Zeit in Anspruch nehmen wird.

Das Problem: Ich habe Berufserfahrung und bin als Projektleiter in eine neue Firma gewechselt. Ich habe es schriftlich, dass ich in die neu geschaffene Position des Technischen Leiters hineinwachsen soll. Bereits nach drei Monaten steht fest, dass es aufgrund von Umstrukturierungen diese Position nicht geben wird, das Arbeitsverhältnis wurde seitens des Arbeitgebers beendet. Worauf muss ich jetzt bei einer Bewerbung achten?

Der Expertenrat: Weisen Sie im Lebenslauf wie auch im Anschreiben darauf hin, dass die vertraglich zugesicherte Position des Technischen Leiters aufgrund von Umstrukturierungen entfallen ist.  cer