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Samstag, 23. Februar 2019

Arbeitsmarkt

Nachfrage nach Ingenieuren soll auch in Zukunft weiter steigen

Von Lars Wallerang | 20. September 2013 | Ausgabe 38

Der Maschinenbau gehört zu den beliebtesten Fächern der Ingenieurwissenschaften. Obwohl die Zahl der Studierenden zugenommen hat, gibt es nach Angaben des VDI auf dem Arbeitsmarkt noch immer deutlich mehr offene Stellen als Bewerber.

Nachfrage nach Ingenieuren  soll auch in Zukunft weiter steigen

Bis eine Maschine funktioniert, ist eine Reihe von Änderungen und Anpassungen notwendig. Je früher Fehler erkannt werden, umso kostengünstiger lassen sie sich beheben. Foto: Gildemeister

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure in Maschinenbau und Fahrzeugtechnik ist nach Angaben des VDI günstig. Im August kamen, so der aktuelle VDI-Ingenieurmonitor, statistisch 4,4 offene Stellen auf einen Arbeitslosen.

Grundlage für die Berechnung ist die Zahl der den Arbeitsagenturen gemeldeten freien Stellen. Da aber von den offenen Positionen für Ingenieure nur knapp jede fünfte den Agenturen auch gemeldet wird, rechnet der VDI die gesamtwirtschaftlich gemeldeten freien Stellen hoch, um die Zahl der freien Stellen insgesamt für Maschinen- und Fahrzeugtechniker, aktuell gut 17 000, zu ermitteln.

Auch in der Metallbearbeitung, einem Teil des Maschinenbaus, zeichnet sich ein Mangel an Ingenieuren ab. Das geht aus einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln hervor. Hier sind die Engpässe nicht so groß wie im Maschinenbau und der Fahrzeugtechnik, aber noch immer kommen statistisch 3,5 offene Stellen auf einen Arbeitsuchenden.

Je geringer indes das Anforderungsniveau, desto geringer die Arbeitskräftenachfrage. Auf einen Arbeitssuchenden mit Bachelor-Abschluss ohne Berufserfahrung kommen in der Metallbearbeitung nur 1,9 offene Stellen. Metallbearbeitungsberufe mit mittlerer Qualifikation (Berufsausbildung ohne Studium) weisen eine ausgeglichene Relation auf, hier kommt auf einen Arbeitsuchenden auch nur eine offene Stelle. Statistisch zumindest ist in der Metallbearbeitung die Gefahr der Arbeitslosigkeit gebannt.

Ingenieure in metallverarbeitenden Betrieben haben größtenteils Maschinen/Verfahrenstechnik studiert. In dieser Fächergruppe steigt die Zahl der Studierenden. Seit 1993 hat sich die Zahl der Erstsemester von 25 864 auf 55 936 mehr als verdoppelt. Die Zahl der weiblichen Studierenden hat sich sogar mehr als verdreifacht, wenn auch auf niedrigem Niveau: Waren es vor 20 Jahren noch 2972, so sind es heute 10 206.

Die Fächer Maschinenbau/Verfahrenstechnik sind seit Langem die beliebtesten unter den Ingenieurfächern, gefolgt von Elektrotechnik mit 26 449 Erstsemestern. In der Informatik gibt es derzeit rund 51 000 Studienanfänger.

Die Beschäftigung im Maschinen- und Anlagenbau mit seinen rund 6000 Unternehmen in Deutschland nimmt seit drei Jahren – nach dem Rückgang infolge der Wirtschaftskrise – wieder zu und nähert sich nach Angaben des Branchenverbandes VDMA und des Statistischen Bundesamtes mit 978 000 Beschäftigten der Millionenmarke. Mehr als 167 000 Ingenieure und Informatiker beschäftigt der deutsche Maschinen- und Anlagenbau und gilt damit einer der wichtigsten Arbeitgeber für technische Fach- und Führungskräfte. Nach Prognosen des Verbandes soll der Bedarf an hoch qualifiziertem Personal noch weiter wachsen.

  LARS WALLERANG