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Donnerstag, 10. August 2017, Ausgabe Nr. 32

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Karrieretelefon

Wiedereinsteiger sollten ihre Kenntnisse auffrischen

Von Claudia Burger | 19. Juni 2015 | Ausgabe 25

Am 11. Juni standen Andy Fuchs, Referent Personalmarketing TÜV Rheinland, sowie Marcus Holzheimer von der MH3 Beratung unseren Lesern Rede und Antwort. In den Gesprächen ging es u. a. um beruflichen Wiedereinstieg, Gehaltsgespräche und die Wahl des Arbeitgebers.

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Foto: PantherMedia/T. Sczigiol

Klimmzüge: Wer aufsteigen will, braucht Energie, Ausdauer und guten Rat. Letzteren gibt es in unserer Karriereberatung.

Ich habe in den letzten fünf Jahren meinen schwerkranken Schwiegervater gepflegt. Nun ist er leider verstorben und ich möchte wieder ins Berufsleben einsteigen. Auf welche Punkte sollte ich dabei achten?

Karriereberatung der VDI nachrichten

Zum einen ist es sehr wichtig, dass Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten updaten und auf den neuesten Stand bringen. In Ihrem Bereich hat sich viel getan und der potenzielle Arbeitgeber muss erkennen können, dass Sie als Wiedereinsteiger motiviert sind und den heutigen Anforderungen an die Tätigkeit gerecht werden. Zum anderen sollten Sie das Thema „Pflege bis zum Tod“ möglichst kurz und (soweit möglich) ohne Emotionen darstellen. Der Fokus sollte auf der Zukunft und Ihrer Einstellung im Unternehmen liegen.

Ich leite seit drei Jahren kommissarisch eine Abteilung. Auch mein Arbeitsumfang hat sich seit den letzten Gehaltsgesprächen massiv erhöht. Nun soll ich auch offiziell Abteilungsleiter werden und meinen neuen Gehaltswunsch äußern. Was ist realistisch?

Foto: MH3 Beratung

Marcus Holzheimer ist Gründer der MH3 Beratung in Düsseldorf.

Neben dem Blick in die Gehaltsreports des VDI und der VDI nachrichten ist es sinnvoll, das persönliche Netzwerk zu befragen. Auch ist ein Gespräch mit der Personalabteilung hilfreich, um Anhaltspunkte und Tipps zu bekommen.

Statt selbst eine Zahl zu nennen, können Sie auch den Vorgesetzten fragen, was üblich ist beziehungsweise, was er im Budget vorgesehen hat. Sehr häufig nennen Verantwortliche den Betrag, da oftmals wenig Spielraum besteht.

Doch viele Mitarbeitende (und Bewerbende) fragen nicht. Grundsätzlich gilt es, im Vorfeld ein eigenes Limit zu definieren, damit die Verhandlung ein Ziel hat.

Nachdem ich meine Masterarbeit erfolgreich abgeschlossen hatte, machte ich erst einmal einen Monat Urlaub. Jetzt versuche ich, eine Festanstellung zu bekommen, was sich jedoch als schwierig erweist. Woran kann das liegen?

Leider kommt es häufig vor, dass Absolventen sehr kurzfristig und (wenn überhaupt) ohne Strategie planen. Schon während der Masterarbeit hätten Sie prüfen sollen, ob das betreuende Unternehmen einen Vertrag anbietet bzw. ob Sie selbst dort bleiben möchten.

Foto: TÜV Rheinland

Andy Fuchs arbeitet als Referent Personalmarketing beim TÜV Rheinland.

Ist das nicht der Fall, sollte schon während der Masterarbeit in die Bewerbungsphase eingestiegen werden. Hier hätten Sie den geplanten Urlaub kommunizieren und den möglichen Arbeitsbeginn nach hinten verlegen können. Je nach Unternehmen und Tätigkeit wartet ein Unternehmen auch schon mal sechs Monate. Um es deutlich zu sagen: Der von Ihnen beschrittene Weg war grob fahrlässig. Er passt auch nicht wirklich zum Bild des typischen Ingenieurs, der auf Sicherheit bedacht ist.

Was Sie jetzt tun können? Neben Bewerbungen auf Stellenanzeigen sollten Sie sich ganz bewusst und zeitnah Ihr Netzwerk aktivieren und auf Initiativansprachen setzen. Treffen Sie dabei auf einen Abteilungsleiter, der einen akuten Bedarf hat, wird die Stelle vielleicht gar nicht ausgeschrieben. Die Einstellung kann in ein paar Tagen über die Bühne gehen.

Ich bin Absolvent und bewerbe mich gerade bei Unternehmen. Jetzt frage ich mich, wie wichtig der erste Job ist. Sollte ich auch außerhalb meines Wunschbereiches suchen, um dann später in den Bereich zu wechseln, den ich eigentlich anstrebe?

Auf keinen Fall. Der erste Job ist richtungsweisend. Es empfiehlt sich zwei, besser noch drei Jahre im Unternehmen zu bleiben. Die Berufserfahrung auf der ersten Station nach dem Studium beeinflusst maßgeblich die weitere Karriere. Ist man erstmal in einer anderen Richtung unterwegs, wird es sehr schwer, noch einen Wechsel vorzunehmen. Also überlegen Sie sich gut, wo und in welchem Bereich Sie Ihren Einstieg wählen. Funktion und Tätigkeitsbereich sollten bei der Wahl ganz klar Vorrang vor dem Gehalt haben.

Ich bewerbe mich um eine Stelle und habe jetzt zwei Möglichkeiten: Firma A ist ein großes, namhaftes Automobilunternehmen. Der Tätigkeitsbereich ist eingeschränkt, aber es gibt gute Entwicklungsmöglichkeiten. Firma B ist ein kleiner Sportwagenhersteller mit Sitz im Ausland. Das Tätigkeitsfeld ist sehr spannend und abwechslungsreich. Leider gibt es keine Entwicklungsmöglichkeiten. Was soll ich tun? Mein Herz schlägt für Firma B, aber wegen fehlender Entwicklungsmöglichkeiten würde ich nach drei Jahren zu einem großen Unternehmen wechseln.

Ihr Wunsch, zu Firma B zu gehen, ist nachvollziehbar. Man kann Auslandserfahrung sammeln, die Tätigkeiten sind spannend, das Produkt emotional. Aber wenn das Thema „Weiterentwicklung“ so wichtig ist, dass Firma B nur ein Sprungbrett sein soll, würde ich Ihnen eher zum Einstieg bei Firma A raten. Von vornherein zu wissen, dass man bei einem Unternehmen nur maximal drei Jahre bleiben möchte, ist keine gute Grundlage. Und der Sprung von einem Kleinserienhersteller zu einem großen Konzern aus dem Automobilbereich kann sich aufgrund der unterschiedlichen Strukturen als sehr schwierig erweisen.

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