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Samstag, 20. Januar 2018

Umfrage

Weihnachtsfrage 2017...

Von Regine Bönsch | 21. Dezember 2017 | Ausgabe 51

Wir fragten: „Das Jahr geht zu Ende – Zeit für ein Resümee. Das Thema künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Welche Art von KI würden Sie sich für Ihr Privatleben wünschen und welches Problem sollte sie für Sie lösen helfen?“

Weihnachtsfrage Bildnachweis
Foto: panthermedia.net/SergKovbasyuk

Frühstücksbutler

Foto: Catrin Moritz/VDI

Verein: „Wir hätten gern einen KI-gesteuerten Butler-Robi, der durch Sprach- und Bilderkennung Espresso, Orangensaft und Rührei beim Frühstück selbstständig nachliefert. Er würde dann montags auf Basis unseres erlebten/gelernten Essverhaltens selbstständig den Warenbestand mit dem Kollegen Kühlschrank klären und im Supermarkt einen (virtuellen) Einkaufszettel als Vorschlag deponieren. Natürlich müsste Robi wissen (lernen ...), dass wir im Menü auch mal Abwechslung wollen. Man könnte dann montags schnell den Supermarkt durchlaufen, das Bestellte prüfen, ergänzen und beim Herausgehen alles per Smartphone bezahlen ... Die Entscheidung bliebe so beim Käufer und ein Einkaufserlebnis bliebe auch.“

Ralph Appel, Direktor des VDI

Einfach nur laufen ...

Foto: Autodesk

CAD-Software: „Morgens vor der Arbeit mache ich immer ein wenig Sport und das Laufband ist für mich wirklich eine Qual. Es ist total effizient, aber monoton und mir wird dort wahnsinnig schnell langweilig. Ich versuche mich immer mit Filmen oder Serien abzulenken, entweder auf dem Telefon oder dem iPad, aber etwas wirklich Spannendes für den Lauf zu finden, ist gar nicht so leicht. Ich wünsche mir eine KI, die genau vorhersehen kann, was ich sehen sollte. Vielleicht sollte ich europäische Krimis gucken, weil ich BBC-Polizeiserien mag oder eher etwas Witziges, bei dem ich lachen kann und im Endeffekt schneller laufe? Ich will nicht drüber nachdenken, sondern wünsche mir, dass die KI das für mich löst, und ich einfach laufen kann, um in den Tag zu starten.

Andrew Anagnost, President und CEO von Autodesk

Mein  digitaler Zwilling

Foto: U. Zillmann

IT-Technik: „Ein digitaler Zwilling wäre spannend. Ähnlich wie im Maschinenbau läuft er parallel zu mir mit, ist immer auf dem aktuellsten Stand meiner Termine, Mails & Memos. Wird es mal eng, darf ich ihn stellvertretend als Bot in einen Call oder als Hologramm in ein Meeting setzen. Selbstverständlich nur „i. V.“! Und dieser Digital Twin müsste natürlich perfekt vorurteilslos – also ohne Bias – programmiert sein. Versteht sich dieser Zwilling dann noch gut mit meinem Kühlschrank daheim: Das wäre ein Traum! Der kann dann nicht nur selbstständig einkaufen, sondern weiß dank Zwilling, was ich heute Abend gerne essen würde. In Kollaboration mit Herd und Backofen wird dann schon mal vorgeheizt, bevor ich ankomme. Zu guter Letzt blieben dann auch Geschäftsöffnungszeiten nicht länger eine so große Herausforderung für mich.

Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland

Digitaler Partner

Foto: Siemens

Digitale Transformation: Für mein Privatleben wünsche ich mir die Unterstützung durch künstliche Intelligenz auf zwei Arten. Erstens: die Entlastung und Optimierung bei formalisierten, für mich persönlich extrem langweiligen Routinetätigkeiten, z. B. der  Steuererklärung, Behördengängen und anderen regelbasierten Abfragen. Zweitens: eine interaktive, sportliche Herausforderung meiner kreativen und intellektuellen Leistungsfähigkeit durch einen digitalen Partner, der meine Lernerfolge und -misserfolge nutzt, um mein Gehirn hoffentlich auch im hohen Alter in Form zu halten. Am Ende wünsche ich mir unter dem Strich mehr Zeit für die spannenden, kreativen und manchmal eben auch unberechenbaren Tätigkeiten, die mich als Mensch auf Dauer von einer Maschine unterscheiden lassen.

Kurt D. Bettenhausen, Vorsitzender des VDI-Gremiums Digitale Transformation

Gemeinsame Zeit

Foto: Xerox

Drucktechnik: „Privat erwarte ich mir von KI-Technologie ein Freispielen von Aktivitäten rund um meinen Alltag, persönlich und jenen meiner Familie. So zum Beispiel die Organisation einer Reiseplanung, die vollständig auf unsere Bedürfnisse als Familie abgestimmt ist und alle nötigen Schritte abwickelt. Reiseroute, Highlights vor Ort, unsere bevorzugten Kriterien bei der Unterkunftswahl und natürlich den Preisvergleich für den ganzen Aufenthalt inklusive Anreise. Ein weiterer Wunsch wäre eine proaktive Planung unseres Haushalts mit einer optimierten Steuerung im Sinne einer nachhaltigen Energieverantwortung aller Verbraucher und es wäre wunderbar, die Einkaufsliste geführt zu wissen, alle Bestellungen erledigt zu haben sowie die Steuerung des Thermomix bereits programmiert vorzufinden, um für meine Familie einen wunderbaren Abend zu gestalten. Damit wir diese gemeinsamen Stunden ohne Hektik genießen können, wurden die Termine bereits vorab koordiniert. Denn gemeinsam Zeit zu verbringen, ist wohl das Schönste!“

Jacqueline Fechner, Vorsitzende der Geschäftsführung von Xerox Deutschland

Preis der Bequemlichkeit

Foto: Schneider Electric

Energie: „KI sollte meine private Lebensqualität erhöhen. Weniger Stress und mehr Freiraum für Sachen, die mir Spaß machen – das würde mir gefallen. Toll wäre beispielsweise ein smarter Hilfsroboter, der die Wohnung für mich sauber hält und alle körperlich schweren Aufgaben übernimmt. Oder personalisierte Assistenten, die mir Teile der privaten Terminplanung abnehmen könnten. Etwa, wenn anhand meiner sensorisch erfassten Gesundheitsdaten ein fälliger Routinecheck beim Arzt vereinbart wird. Schön wäre auch, wenn Autofahren wieder richtig Spaß machte – weil per automatischer Verkehrssteuerung stets für alle der beste Weg ermittelt wird. Für all das braucht es aber eines: Man muss bereit sein, bestimmte private Daten anonymisiert und zweckgebunden freizugeben. Das ist der Preis der Bequemlichkeit. So weit, dass nach Auswertung meiner Selfies automatisch ein Friseurtermin vereinbart wird, muss es aber dann doch nicht gehen.“

Barbara Frei, Geschäftsführerin D-A-CH-Region von Schneider Electric

Lecker!

Foto: Telefonica

Mobilfunk: „In meiner Freizeit schwinge ich mit großer Leidenschaft den Kochlöffel und probiere immer wieder neue Rezepte aus. Leider finde ich nicht jeden Tag die Zeit, die passenden Zutaten zusammenzustellen und mich dann zwischen den Supermarktregalen auf die Suche zu machen. Ich fände es großartig, wenn mir mein Smartphone dank künstlicher Intelligenz die richtigen Ingredienzien für mein Wunschgericht heraussuchen und mir zeigen könnte, wo ich sie finde. Oder wenn mein Kühlschrank den Einkauf für mich erledigen könnte. Und dabei darauf achtete, dass die Speisen für alle Gäste verträglich sind. Dann könnte ich mich darauf konzentrieren, was mir so großen Spaß macht – meinen Freunden und meiner Familie etwas Leckeres zu zaubern.“

Markus Haas, Vorstandsvorsitzender Telefónica Deutschland

Einsatz für die Gesellschaft

Foto: VDE

Verband: „Ein langes, selbstbestimmtes Leben im gewohnten häuslichen Umfeld. Ein Bedürfnis, das – zumindest mich – in jungen Jahren wenig beschäftigt hat. Ich wünsche mir mehr Bewusstsein für die Notwendigkeit und die Intensivierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Systeme mit KI, die sich „in den Dienst des Menschen“ stellen. KI als Bestandteil von AAL (Ambient Assited Living) kann helfen, Alltägliches unter erschwerten Lebensumständen zu bewältigen, ja sogar menschenwürdiger zu gestalten. Nicht die Technologie an sich schafft den Wert, sondern der sinnstiftende und gewinnbringende Einsatz für die Gesellschaft.“

Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer des VDE

Der Gesundheit zuliebe

Foto: Evonik

Chemie: „Dazu fällt mir primär die intelligente Raumluftsteuerung zur Erreichung optimaler Gesundheitswerte im Innenbereich von Häusern und Wohnungen ein. Die Wärmedämmung wird immer besser und optimiert die Innenraumtemperatur energetisch, aber weniger unter dem Aspekt der menschlichen Gesundheit. Abhängig von Außentemperatur und Luftwerten (Verschmutzung, Pollen, Partikeln etc.), der Anzahl der aktuell im Wohnbereich befindlichen Personen, der Tages- und Nachtzeit, der aktiven weiteren Verbraucher (Heizung, Maschinen etc.) könnte ein solches System wesentlich zur menschlichen Gesundheit beitragen. Es steuert u. a. einen zielgerichteten Luftaustausch und kann durch Luftreinigungsgeräte und vor allem Luftkonditionierungsgeräte optimale klimatische Bedingungen schaffen.“

Claas-Jürgen Klasen, President Asia Pacific North bei Evonik Industries

Krankheiten besser erforschen

Foto: Intel

Informationstechnik: „Der Einsatz künstlicher Intelligenz wird einen tief greifenden Wandel der Gesellschaft bewirken und beeinflusst unseren Alltag schon heute maßgeblich: von digitalen Assistenten über die Entwicklung smarter Städte bis hin zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Mir persönlich liegen die Entwicklungen im Gesundheitswesen besonders am Herzen. KI bietet das Potenzial, Krankheiten besser zu erforschen und sie früher zu erkennen. Schon heute wird beispielsweise an einem auf KI basierenden Verfahren zur Krebserkennung gearbeitet. Onkologen können mit dessen Hilfe die molekularen Testergebnisse ihrer Patienten in einer Datenbank mit früheren Fällen vergleichen und so wesentlich schneller einen personalisierten Behandlungsplan entwickeln. Auch in der Präzisionsmedizin oder bei der Erforschung von Parkinson kommt KI bereits erfolgreich zum Einsatz. Ich bin davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz die Lösung für viele Probleme unserer Zeit bereithält – seien sie sozialer, gesellschaftlicher oder ökonomischer Natur.“

Christian Lamprechter, Country Manager Germany & Managing Director der Intel Deutschland GmbH

Fahren oder  gefahren werden?

Foto: Fraunhofer/Marc Müller

Forschung: „KI ist längst ein meist noch unsichtbarer, aber in jedem Fall unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags geworden, dabei sind einige meiner Wünsche bereits in Erfüllung gegangen: So können wir in der medizinischen Diagnostik auf Basis großer Datenmengen Krankheiten viel schneller erkennen – das rettet Menschenleben. Derzeit beschäftigt mich zudem die rasante Dynamik in der Autoindustrie. Hier heißt es bald: fahren oder gefahren werden? Doch insbesondere in brenzligen Situationen sind selbstfahrende Autos teilweise noch überfordert. Ich wünsche mir daher, dass in ein paar Jahren der Bordcomputer mein Auto lenkt, während ich sorglos ein gutes Buch lese oder einfach nur entspanne – ganz ohne Irrungen und Wirrungen des Autos.“

Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

Ältere unterstützen

Foto: www.siemens.com/presse

Gesundheit: „Ich wünsche mir im privaten Umfeld vor allem KI-Lösungen, die helfen, ältere Familienmitglieder besser unterstützen zu können. Künstliche Intelligenz kann hier einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie Senioren im Alltag begleitet und frühzeitig mögliche Komplikationen aufzeigt. So können wir rechtzeitig auf altersbedingte Schwierigkeiten reagieren, sei es bei Problemen mit der Medikamenteneinnahme, wenn der Blutdruck oder der Blutzucker zu entgleisen droht. Es sollte mit KI in der Zukunft sogar möglich sein, Schlaganfälle bereits im Ansatz zu erkennen und die Rettungskette automatisch zu aktivieren.“

Walter Märzendorfer, Leiter Diagnostische Bildgebung bei Siemens Healthineers

Mehr Dialog

Foto: Wago

Automatisierung: „Verbesserte Vorhersagemodelle in den Bereichen Medizin und Finanzplanung sowie Erleichterung bei alltäglichen Routineaufgaben würde ich persönlich als Bereicherung empfinden. Aber solche Anwendungen sind ja nur der Anfang von künstlicher Intelligenz. Uns sollte klar sein: Sobald wir eine KI erschaffen, die selbstständig dazulernen und am Ende vielleicht sogar Entscheidungen treffen kann, um aus den Auswirkungen wiederum zu lernen, wird sie sich immer weiter verbessern und irgendwann weitaus klüger sein als der kluge Mensch. Aber wird uns diese Intelligenz auch tatsächlich weiterhelfen? Oder wird sie uns am Ende sogar schlecht behandeln? Wenn ich mir also zum Thema KI etwas wünschen dürfte, dann weniger ein konkretes Produkt als vielmehr etwas mehr Dialog darüber, wie weit wir mit ihr gehen sollten.“

Christian Sallach, Chief Digital Officer und Chief Marketing Officer bei Wago

Freie Fahrt  für autonome  E-Mobile

Foto: DNV GL

Ingenieurdienstleistungen: „Ein selbstfahrendes Auto finde ich persönlich in vieler Hinsicht hilfreich für mein geschäftliches, aber auch privates Leben. Mit dem autonomen elektrischen Auto könnte man einen guten Beitrag zum Umweltschutz leisten, denn durch den erhofften Ausbau von den erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren wäre das elektrische Auto auf jeden Fall umweltschonender als ein Verbrenner. Für mich persönlich hätte ich den Vorteil, nicht mehr selbst fahren zu müssen, und könnte die Zeit auf dem Weg zu Arbeit für geschäftliche Dinge verwenden oder mich auf privaten Fahrten voll und ganz auf meine Familie konzentrieren. Darüber hinaus werden momentan diese Autos schon auf den Straßen der USA getestet und versprechen, dass weniger Unfälle im Straßenverkehr passieren, was für mich als Familienvater auch sehr beruhigend ist.“

Andreas Schröter, Geschäftsführer von DNV GL – Energy Deutschland

Für kulinarische Genüsse!

Foto: TÜV Süd

Technische Dienstleistung: „Ich glaube fest daran: Technologie kann mein Leben leichter machen – insbesondere in meinem Zuhause. Berufsbedingt bin ich viel unterwegs, zum Einkaufen komme ich eher selten, viel zu oft finde ich abgelaufene oder zu wenige Lebensmittel in meinem Kühlschrank. Hier kann mir künstliche Intelligenz einen echten Dienst erweisen, gern auch schon ab morgen: Ich brauche einen Kühlschrank, der im Blick hat, welche Lebensmittel vorhanden sind, eigenständig ordert, was fehlt, und weiß, welche Produkte schleunigst aufgebraucht werden sollten, weil sie sonst verderben. Richtig glücklich wäre ich, wenn mein intelligenter Kühlschrank für mich nicht nur ordert und terminiert, sondern die vorhandenen Lebensmittel gleich hervorragend kombiniert: Ich hätte gern abwechslungsreiche Menüvorschläge inklusive Rezept, welches bitte direkt an meinen Thermomix weiterzuleiten wäre. Übrigens, lieber KI-Kühlschrank, dass du das schon mal weißt: Am liebsten esse ich asiatisch!“

Axel Stepken, Vorstandsvorsitzender der TÜV Süd AG

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