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Dienstag, 23. Januar 2018

Messe IAA 2013

IAA: Das Auto wird zur wandelnden Datenzentrale

Von Lisa Schneider/Regine Bönsch | 20. September 2013 | Ausgabe 38

Mit Riesenschritten hält die IT Einzug in die Automobilindustrie - das wird in diesen Tagen in Frankfurt sichtbar. Die automobile Vernetzung dürfte auch in den nächsten Jahren ein Megatrend bleiben.

IAA: Das Auto wird zur wandelnden Datenzentrale

Hände weg vom Lenkrad? Das wird nur möglich sein, wenn das Fahrzeug mit seiner Umgebung vernetzt ist. Foto: dpa

Nach dieser IAA (12. bis 22. 9.) gibt es keinen Zweifel mehr: Das Auto wird zur wandelnden Datenzentrale. Videokameras, Radar- und Ultraschallsensoren liefern Außendaten ins Fahrzeug. Smartphones, eingebaute SIM-Karten oder auch WLAN-Netze verbinden es mit der Außenwelt. Jeffrey Owens, Cheftechnologe beim US-Zulieferer Delphi, rechnet vor: "Heute sind in jeden Neuwagen mindestens 50 Computer eingebaut. Wir verkaufen täglich mehr Computer als Dell und HP zusammen."

Sichtbarer denn je hält die IT-Industrie Einzug ins Auto. Deutliches Zeichen: das autonome Automobil von Google. Doch was für manchen ein Schrecken, lässt die Branche vergleichsweise kalt. Einen übermächtigen Suchmaschinenriesen, der die Automobilindustrie überrollt, wittert Owens nicht. Schließlich: "Google nutzt unsere Technik – die Radarsensoren, das Fahrerwarnsystem sind von uns."

Die großen deutschen Automobilzulieferer sind gewappnet. "Elektrisch, automatisiert, vernetzt – so fährt das Auto von morgen", das bekundete Bosch-Chef Volkmar Denner in Frankfurt und betonte: "Vollautomatisiertes Fahren, Hände weg vom Lenkrad auch jenseits der Autobahnen, ist nur als vernetztes Autofahren vorstellbar." Der weltweit größte Zulieferer, der das automatisierte Fahren bereits auf öffentlichen Straßen testet, weiß, dass sich so die Zahl der Unfälle reduzieren ließe.

Die UN geht davon aus, dass die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 weltweit von 1,3 Mio. auf 1,9 Mio. ansteigen wird. "Das darf die Welt nicht akzeptieren", lautet der Appell von Dirk Hoheisel, Boschs Elektronik-Vorstand. Die Zulieferer wissen auch: Je ambitionierter kommende Sicherheitsfunktionen sind, desto mehr setzt das Kommunikation zwischen Fahrzeugen, aber auch mit der Infrastruktur voraus.

Das ruft IT-Riesen auf den Plan, die helfen sollen, anfallende Datenmengen zu bündeln. Continental verkündete zu diesem Zweck auf der IAA eine Kooperation mit IBM. Ob die IT-Industrie ähnlich wie im Mobilfunk das Zepter in die Hand nehmen wird, bleibt noch offen. Fest steht für Dirk Wollschläger, General Manager Automotive bei IBM, der Anteil von Elektronik, Elektrik und IT steige seit Jahren im Automobil. "Mittlerweile finden 80 % der Innovationen in oder um das Fahrzeug herum in diesem Bereich statt."

Vernetzung und damit ein Austausch mit der Außenwelt – nie war das vom Auto her betrachtet so wichtig wie heute. Schließlich erschließen sich so wichtige Funktionen – vom Frühwarnsystem bis hin zur Ortung der nächsten und günstigsten Stromzapfsäule. "Die Elektromobilität", da ist sich Experte Peter Siegbert von Mitsubishi sicher, "braucht die Vernetzung und ist zugleich ihr Treiber." lis/rb

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