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Mittwoch, 24. Januar 2018

Vertragskündigung

Mit Onlinelösungen der Abo-Falle entgehen

Von Christiane Schulzki-Haddouti | 9. Januar 2015 | Ausgabe 1

Zwei Drittel der Deutschen haben schon einmal versäumt, einen Vertrag oder ein Abonnement rechtzeitig zu kündigen – mit hohen Folgekosten. Digitale Kündigungsdienste versprechen Zeit- und Kostenersparnis.

Abonnements können teuer kommen, sei es bei Laufzeitverträgen mit der Bahncard, dem Fitnessstudio, für die Stromlieferung oder für das Handy. Im Schnitt soll jeder Deutsche acht Verträge regelmäßig bedienen, doch die allermeisten wissen ad hoc gar nicht, wie viele Verträge sie genau haben.

Im Schnitt kündigt jeder Deutsche 1,6 Verträge im Jahr, aber zwei Drittel haben schon mal eine Kündigungsfrist versäumt. Besonders häufig ist das bei Handyverträgen der Fall. Zwei Drittel ärgern sich zudem über intransparente Informationen zum Kündigungsprozess. Vor allem haben die Verbraucher Probleme, die richtige Kündigungsadresse zu finden und Kündigungsschreiben rechtlich einwandfrei zu formulieren.

Im Internet haben sich Verbraucherportale wie Vertragslotse oder Aboalarm etabliert, die bei der Verwaltung der Abos helfen wollen: Sie erinnern an die Kündigungsfristen und erstellen Kündigungsschreiben. Der Vertragslotse zeigt überdies neue Konditionen an und bietet einen Überblick über vergleichbare, möglicherweise günstigere Alternativen. Dafür greift er auf eine Datenbank mit derzeit etwa 3500 Anbietern zu.

Bei beratungsintensiven Produkten zieht der Vertragslotse außerdem Anwälte hinzu. „In keinem Fall lassen wir unsere Nutzer im Regen stehen“, betont Vertragslotse-Gründer Jan Hendrik Ansink. Aboalarm arbeitet für denselben Zweck mit Tarifvergleichsanbietern zusammen.

Durchschnittlich kostet der Vorgang vom Kündigungsentschluss bis hin zu der Kündigung und dem Neuabschluss eines Vertrags den Verbraucher fünf Stunden – digital soll dies aber bereits in wenigen Minuten möglich sein. Den Aufwand für den Service refinanziert der Vertragslotse über Provisionen von angeschlossenen Vertragspartnern, wenn der Kunde diese im Preisvergleich berücksichtigt.

„Diese Provisionen verteilen wir über viele Anbieter, um gegenüber unserem Kunden neutral und unabhängig zu bleiben“, betont Ansink. Aboalarm verdient Geld mit einer geringen Gebühr für den Versand der Kündigung per Fax.

Eine digitale Vertragsverwaltung könnte durchaus sinnvoll sein. Im Rahmen einer Trendanalyse unter 428 Internetnutzern stellte der Vertragslotse fest, dass das Risiko für Zusatzkosten bei Laufzeitverträgen tendenziell hoch ist. Der Grund: Nutzer gehen mit der Vertragsverwaltung zu nachlässig um.

71 % der Nutzer haben Probleme mit dem Vertragswechsel und der Einhaltung von Abmeldefristenristen. Auch eine persönliche Erinnerung an die Kündigungsfristen genügt bei 29 % nicht, sich damit eingehender zu beschäftigen.

Für Jan Hendrik Ansink ist klar: „Einerseits offenbaren die Ergebnisse, wie nachlässig die Leute mit ihren Verträgen umgehen, andererseits wissen wir nun, wie notwendig ein schneller und unkomplizierter Überblick ist.“

Über den 2008 gegründeten Mitbewerber Aboalarm wurden bereits 2 Mio. Verträge gekündigt, die App 1 Mio. Mal heruntergeladen. Beim 2014 an den Start gegangenen Vertragslotsen führten die Nutzer bereits mehr als 15 000 Kündigungen durch, die Nutzerzahl soll sich im fünfstelligen Bereich bewegen. Für Anfang 2015 ist eine App angekündigt.

Doch wie steht es um den Datenschutz und die IT-Sicherheit? Immerhin erfahren die Anbieter über die angegebenen Verträge viel über die persönlichen Interessen der Nutzer. Sowohl Aboalarm als auch der Vertragslotse betonen, dass alle Server in Deutschland stehen und die Kommunikation zwischen Nutzer und Anbieter ausschließlich verschlüsselt erfolgt. Der Vertragslotse weist darauf hin, dass nur mit Daten gearbeitet wird, die der Kunde ebenfalls in seiner Kommunikation mit dem Anbieter einsetzen würde.

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