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Dienstag, 23. Januar 2018

Energie

Personalplanung bei EnBW folgt grüner Politik

Von P. Ilg | 2. Dezember 2011 | Ausgabe 48

Durch den Politikwechsel im Ländle verschieben sich auch bei EnBW strategische und personelle Planungen.

Der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs ist Beispiel dafür, wie stark die Stellen in der Energiewirtschaft von der Politik abhängig sind. Kretschmann will Baden-Württemberg zum regenerativen Musterländle umbauen – was neue Arbeitsplätze in den erneuerbaren Energien schaffen soll.

Bei der Stromerzeugung mittels regenerativer Energien liegt Baden-Württemberg im Bundesdurchschnitt, bei den Beschäftigten ist das Bundesland deutlich unter dem Durchschnitt. Nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien habe die Branche rund 370 000 Beschäftigte und decke rund 17 % des deutschen Stromverbrauchs. In Baden-Württemberg liegt der Anteil an der Stromerzeugung aktuell bei 16,6 %, die Beschäftigtenzahl lag 2008 bei etwa 20 000, teilt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit.

Die Fakten sprechen für einen Anstieg bei den Beschäftigtenzahlen, denn die Anzahl der Unternehmen der Erneuerbaren-Energien-Branche ist in Baden-Württemberg von rund 2500 im Jahr 2009 auf etwa 3100 im Jahr 2010 gestiegen. "Tendenziell wird der Anstieg bei den Beschäftigten weitergehen", prognostiziert Peter Bickel vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Bundesweit sollen bis 2020 zwischen 80 000 und 180 000 neue Stellen durch die erneuerbaren Energien entstehen. "Baden-Württemberg wird einen guten Anteil daran haben", meint Bickel.

Entstehen werden neue Jobs vor allem bei Zulieferern: Häufig stammen Getriebe oder Sensoren aus Baden-Württemberg. Im Bereich der Fotovoltaik ist das Ländle vorne dabei, wenn es um die Entwicklung und Herstellung von Anlagen geht, mit denen Solarmodule produziert werden oder bei Wechselrichtern. "Nach unseren Berechnungen entstehen durch erneuerbare Energien mehr Arbeitsplätze, als in der konventionellen Energieerzeugung wegfallen, etwa in Atom- oder Kohlekraftwerken", sagt Bickel.

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG erzeugt als drittgrößtes deutsches Energieversorgungsunternehmen etwa die Hälfte seines Stroms in Kernkraftwerken. Rund 1800 Mitarbeiter sind in der EnBW Kernkraft GmbH tätig. Michael Freitag, Personalchef der Gesellschaft, betont, die interne Aus- und Weiterbildung sei umfassend, sodass viele Mitarbeiter von Atomkraftwerken in der Stromproduktion universell einsetzbar seien. "Ein Kernkraftwerk unterscheidet sich in vielen Bereichen nicht von einem Gas- oder Kohlekraftwerk oder von anderen großtechnischen Anlagen."

Bis 2020 will die EnBW den Anteil der erneuerbaren Energien auf rund 20 % verdoppeln. Dirk Güsewell, Geschäftsführer der EnBW Erneuerbare Energien GmbH, hat vor allem Bedarf an Ingenieuren für Planung und Projektierung der Anlagen sowie für deren Errichtung und Bau. "Dafür brauchen wir Projektingenieure aus dem Maschinenbau und der Elektrotechnik sowie Bauingenieure und Architekten. Hinzu kommen Experten aus Spezialdisziplinen, etwa für Windertragsprognosen."

Beim Ausbau der Windenergie steht Baden-Württemberg im Ländervergleich weit hinten: Mit nur acht neuen Anlagen seien in Baden-Württemberg 2010 sogar weniger als im Stadtstaat Bremen oder im Saarland aufgestellt worden, so der Bundesverband Windenergie. Das neue Landesplanungsgesetz soll für mehr und leichtere Genehmigungsverfahren für Windräder sorgen. Es tritt zum 1. Januar 2012 in Kraft. P. ILG

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