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Donnerstag, 21. September 2017, Ausgabe Nr. 38

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Robotik

Roboter sind auf dem Weg in unseren Alltag

Von Stefan Asche | 20. Februar 2015 | Ausgabe 08

Mit medialer Unterstützung hat sich der trampende Roboter „Hitchbot“ vor wenigen Tagen auf den Weg durch Deutschland gemacht. Technisch ist das Produkt nicht annähernd so ausgereift wie aktuelle Serviceroboter. Beide haben aber ein Ziel: Akzeptanz beim Menschen finden.

S1 Aufmacher (2)
Foto: [M] Rainer Bez/ProSieben/VDI nachrichten

Hand in Hand in die Zukunft: Der Care-0-bot (links) setzt technisch Maßstäbe, der Hitchbot will Berührungsängste abbauen.

Hitchbot ist aktuellen Servicerobotern technisch deutlich unterlegen. Er kann kein Essen bringen, keine Bücher wegräumen und keine Getränke einschenken. Die Entwickler des gegenwärtig durch Deutschland trampenden Gesellen ficht das nicht an. Ihnen geht es vielmehr um die Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Aber auch in diesem Bereich ist er nicht das Maß aller Dinge. Er greift nur Stichworte auf und spuckt Satzbausteine aus. Möglich ist längst viel mehr: Laut Henning Lobin, Professor für angewandte Computerlinguistik an der Uni Gießen, können Hightech-Computer bereits heute schriftlich genau wie Menschen kommunizieren. Selbst Schwächen wie Tippfehler oder Gedächtnislücken würden perfekt simuliert.

Die deutsche Hitchbot-Mutter Frauke Zeller weiß um die Schwächen ihres Babys. Als Kommunikationswissenschaftlerin gehe es ihr nicht um technische Raffinesse. Sie möchte erforschen, was es braucht, damit Roboter sozial akzeptiert werden.

Das öffentliche Interesse am Hitchbot ist groß. Befeuert wird es durch regelmäßige Einträge in Sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Instagram. In Deutschland wird der Tramper zusätzlich von einem Fernsehteam begleitet. Das erhöht zwar die mediale Aufmerksamkeit nochmals, gleichzeitig wirft es Fragen zur wissenschaftlichen Verwertbarkeit der dabei erfassten Erkenntnisse auf. Schade eigentlich: Denn Roboter werden in unserem Alltag künftig eine weit größere Rolle spielen. Das gilt für das berufliche wie für das private Umfeld.

„Hitchbot wird durch sein Aussehen von den Menschen nicht als unheimliche Technik betrachtet“, sagt Gudrun Litzenberger, Direktorin der International Federation of Robotics (IFR), Frankfurt. Das sei auch positiv für die Mensch-Roboter-Kooperation. Eine solche, direkte Zusammenarbeit zwischen Menschen und Maschinen beschäftige derzeit Hersteller von Assistenz- und Servicerobotern. Gerade für ältere Menschen sei die Vertrautheit wichtig. Junge Menschen haben bereits heute wenig Berührungsängste.

Litzenberger zum Stand der Technik: „Assistenzsysteme für den industriellen Bedarf können sich selbst fortbewegen und Handhabungsaufgaben übernehmen.“ Oberstes Gebot sei dabei immer die Sicherheit. Deshalb werde es zunächst Anwendungen in nicht öffentlich zugänglichen Bereichen geben.

Für Forscher bleiben noch Aufgaben. Denn viele menschliche Fähigkeiten lassen sich auch weiterhin nicht von den Maschinen übernehmen. Und manchmal suggeriert ein allzu menschliches Aussehen Fähigkeiten, die Roboter noch nicht haben.ciu/sta

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