Passwort vergessen?  |  Anmelden
 |  Passwort vergessen?  |  Anmelden

Montag, 22. Januar 2018

Kultur

Rudolf Diesel: Sein Motor wurde ein Welterfolg

Von Dpa/Claudia Burger | 27. September 2013 | Ausgabe 39

Technikpionier: Ohne diese Erfindung wären Menschen und Güter in der heutigen Welt längst nicht so in Bewegung. Der Augsburger Ingenieur Rudolf Diesel entwickelte Ende des 19. Jhd. den nach ihm benannten Motor, der auch heute noch rund um den Globus Autos, Lastwagen, Lokomotiven, Schiffe und Kraftwerke antreibt. Vor 100 Jahren, am 29. September 1913, kam der Erfinder unter ungeklärten Umständen ums Leben, um seinen Tod ranken sich bis heute Gerüchte.

Sicher ist nur, dass Rudolf Diesel an jenem Tag auf dem Schiff "Dresden" eine Kabine für eine Überfahrt des Ärmelkanals von Belgien nach England gebucht hatte. In der Nacht ging der 55-Jährige über Bord und ertrank. Unfall, Mord oder Suizid? Zu der Frage gibt es seit einem Jahrhundert wilde Spekulationen.

Eines dieser Gerüchte besagt, dass Diesel umgebracht worden sei, damit er im Ausland keine technischen Geheimnisse verraten könne. "Das ist Unsinn", verweist Diesel-Biograf Horst Köhler diese These ins Reich der Legenden. Grund: Zur damaligen Zeit waren längst etliche Unternehmen in der ganzen Welt an der Dieselmotorenforschung beteiligt. "Jeder Lizenznehmer wusste um diese Zeit mehr als Rudolf Diesel." Auch ein Unfall scheide aus: "Das Schiff hatte eine hohe Reling, der Seegang war ruhig. Er muss da schon drübergeklettert sein", sagt Köhler. Für ihn kommt deswegen nur Suizid in Frage.

Diesel fasst 1872 den Entschluss, "Mechaniker" (Ingenieur) zu werden, besucht und schließt 1873 die Gewerbsschule in Augsburg sowie im Sommer 1875 die Ausbildung an der Industrieschule jeweils als Bester ab. Im gleichen Jahr beginnt er sein Studium am Polytechnikum München, das er 1890 mit Bravour abschließt.

Diesel hatte in den 1890er-Jahren bei der Maschinenfabrik Augsburg, heute Teil des MAN-Konzerns, seinen Motor entwickelt. Am 27. Februar 1892 meldete Diesel beim Kaiserlichen Patentamt zu Berlin ein Patent auf eine neue rationelle Wärmekraftmaschine an, auf das er am 23. Februar 1893 das DRP 67 207 für ein "Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungsmaschinen" erhielt. Dieses erste Patent beschreibt aber nicht das heutige Dieselprinzip für eine Modifikation dieses ursprünglichen Carnot-Prozesses mit dem Gleichdruck-Prozess ließ er sich ein zweites Patent (29. November 1893, DRP 82 168 erteilen. 1897 war das erste funktionstüchtige Modell fertig.

Die heute im Deutschen Museum ausgestellte Maschine hatte einen Wirkungsgrad von etwa 26 % und übertraf damit die Dampfmaschine um mehr als das Doppelte. Moderne Dieselmotoren erreichen inzwischen einen Wirkungsgrad um die 50 %. "Der Diesel ist nach wie vor die am wirtschaftlichsten arbeitende Wärmekraftmaschine", betont das Münchner Technikmuseum.  dpa/cer

stellenangebote

mehr