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Dienstag, 23. Januar 2018

Forschung

So sehen Sieger aus!

Von Bettina Reckter | 3. Juni 2016 | Ausgabe 22

Sie haben getüftelt und experimentiert; entwickelt haben sie dabei eine App, künstliche Rubine, Überwachungssysteme, Nurflügler und einen 3-D-Projektor. Nun stehen sie fest: die Bundessieger im Wettbewerb Jugend forscht 2016.

 Am vergangenen Sonntag wurden Deutschlands beste Nachwuchswissenschaftler in Paderborn geehrt.

Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielt der Gewässerschützer Felix Mende (19). Mit porösen metallischen Materialien, den sogenannten Metal-Organic Frameworks, kann der junge Sachse Farbstoffe, Arzneiwirkstoffe und sogar Antibiotika aus Abwässern fischen. Die Ergebnisse seiner Arbeit könnten in Kläranlagen eingesetzt werden und sogar helfen, Pestizide zu entfernen.

Foto: Stiftung Jugend forscht e.V.

Tassilo Schwarz hat ein mobiles System zur Ortung von Flugdrohnen gebaut.

Der Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit ging an Tassilo Schwarz (17) aus Bayern. Er entwickelte ein System zur Ortung unerwünschter Flugdrohnen. Das Prinzip: Zwei Digitalkameras nehmen den zu überwachenden Luftraum in Stereo auf. Dringt eine Drohne in das Gebiet ein, nimmt das System sie mithilfe einer ausgefeilten Software ins Visier und verfolgt ihre Flugbahn. Mittels eines Mikrofons ist das System sogar in der Lage, die sirrenden Miniflieger von vorbeiziehenden Vögeln zu unterscheiden.

Den Preis der Bundesforschungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit bekam Alexander Rotsch (19). Der Jungforscher aus Brandenburg fand heraus, dass Blaulicht das „Immunsystem“ von Pflanzen stärkt. Dafür bestrahlte er Ackerschmalwand-Pflänzchen mit roten und blauen LED-Lampen. Danach extrahierte er aus den Pflanzen diverse Stoffwechselprodukte. Es zeigte sich, dass die Ackerschmalwand unter Blaulicht mehr Substanzen bildet, die gefährliche Keime abwehren. Die Lichtzusammensetzung spielt also eine wichtige Rolle für die chemischen Abwehrkräfte von Pflanzen.

Foto: Stiftung Jugend forscht e.V.

Tobias Gerbracht entwickelte einem kompakten 3-D-Projektor.

Den Bundessieg im Fachgebiet Arbeitswelt errang Tobias Gerbracht (18). Der Jungforscher aus NRW hat einen kompakten Augmented-Reality-Projektor entwickelt und zum Patent angemeldet. Damit gelingt die 3-D-Darstellung von Objekten etwa für Marketingpräsentationen – ohne dass man eine Spezialbrille tragen muss. Gerbracht projiziert das zuvor berechnete Hologramm eines Objektes per Beamer auf eine Glasscheibe von der Größe eines PC-Monitors. Das ermöglicht den 3-D-Eindruck aus vielen Blickwinkeln. Um das Gehäuse kompakt zu bauen, hat Gerbracht spezielle Software und Rechenverfahren eingesetzt.

Den Bundessieg im Fachgebiet Biologie erhielten Sara-Luisa (16) und Anja-Sophia Reh (14) aus Bayern. Anhand von Messungen fanden sie heraus, dass die Wirksamkeit von Insulin im Laufe des weiblichen Zyklus schwankt. Bis zum Eisprung steigt sie an, dann sinkt sie wieder. Aus den Messwerten entwickelten die Schwestern zunächst eine Formel und daraus eine App. Diese teilt einer Diabetikerin mit, wie sehr sie die Insulindosis senken oder erhöhen sollte.

Der Bundessieg im Fachgebiet Chemie geht an Christian Schärf (18), Paul Rathke (18) und Friedrich Wanierke (17). Die Thüringer erforschten ein Syntheseverfahren für Edelsteine auf Basis von Aluminiumoxid – und erschufen so einen winzigen Rubinkristall.

Den Bundessieg im Fachgebiet Physik erzielte Ivo Zell (17) mit dem Bau eines Nurflüglers. Der Schüler aus Hessen baute das Flugzeug ohne Leitwerk als Modell und optimierte dessen Flugeigenschaften mit selbst entworfenen Messinstrumenten.

Foto: Stiftung Jugend forscht e.V.

Lukas Lao Beyer mit seinem USB-Peripheriegerät für Software Defined Radio.

Den Bundessieg im Bereich Technik errang Lukas Lao Beyer (18). Der junge Mann aus NRW, der auf die Deutsche Schule in Barcelona geht, hat ein kostengünstiges Software Defined Radio (SDR) entwickelt. Damit kann man Daten übertragen, Radio hören oder funken. Die Signalverarbeitung dieses Hochfrequenzsenders und -empfängers übernimmt die Software. Prinzipiell besteht ein SDR aus einer Antenne zum Senden und Empfangen der Daten sowie aus einem Analog-Digital-Wandler. Die Eingangssignale werden in einem Prozessor verarbeitet und über eine USB-Schnittstelle an den PC weitergeleitet. Der Jungforscher realisierte das Software-Radio auf einer Leiterplatte.

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