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Dienstag, 23. Januar 2018

Spiele

iPad & Co. bringen Bewegung in den Gaming-Markt  

Von Simone Fasse | 9. April 2010 | Ausgabe 14

Viele Experten sind sich einig, dass mobile Endgeräte und neue Technologien den Markt für Games kräftig durcheinanderwirbeln. VDI nachrichten, München, 9. 4. 10, jdb

"Wir müssen Steve Jobs eigentlich jeden Tag für das iPhone danken", scherzte Michael Schade, Geschäftsführer des 3-D-Spieleanbieters Fishlabs, auf dem Kongress "Munich Gaming" (25./26. März). Denn ohne das iPhone und den App-Store hätten die mobilen Spiele kleinerer Entwickler längst nicht die nötige Verbreitung und den Durchbruch bei den Konsumenten geschafft.

Was für den einen die Rettung, könnte für den anderen zur Bedrohung werden. Kenner der Branche erwarten, dass die etablierten Anbieter früher oder später Probleme bekommen. Denn die zunehmende Zahl mobiler Endgeräte werde auch das Verhalten der Nutzer verändern. Games mit gleichem Spielprinzip könnten bereits heute für einen Bruchteil des Preises eines Konsolenspiels im App-Store oder in anderen Download-Portalen gekauft werden. "Bei richtig guten Games macht es kaum noch einen Unterschied, ob sie am mobilen Gerät oder einer Konsole gespielt werden", sagt etwa Georg Broxtermann, Geschäftsführer von Orbster, einem Anbieter für Location- Based- und GPS-Spiele.

Dieser Sicht widersprachen die Vertreter der namhaften Hersteller in München. Für die sogenannten Core Gamer seien weiterhin vorrangig die Konsolen und Computer interessant. "Das mobile Spieleerlebnis ist immer ein anderes", sagt Martin Lorber von Electronic Arts (EA).

"Für uns bedeuten Smartphones eine Erweiterung der Zielgruppe, deshalb macht uns die derzeitige Entwicklung keine Sorge", erklärt Guido Alt von Sony Computer Entertainment Deutschland. Wie das aussieht, verriet Electronic Arts zum US-Marktstart des iPads in dieser Woche. So bringt der Anbieter Gamer-Klassiker wie "Need for Speed" oder "Tetris" nun auch in der passenden iPad-Version. Die Spiele nutzen dabei laut EA die neuen Funktionen des iPad optimal aus, etwa die Multiplayer-Fähigkeit, Multitouch-Steuerung oder 3-D-Graphik.

Playstation soll im Sommer in die dritte Dimension vorstoßen

Sony setzt weiterhin auf die Core Gamer und auf die erfolgreiche Playstation 3. Diese wird sich angeblich bereits im Sommer per Firmware-Update verwandeln und, so verspricht es der Hersteller, quasi über Nacht 3-D-fähig gemacht werden.

Auf "echtes" 3-D will bald auch Nintendo setzen. Der Hersteller von mobilen Konsolen will im Juni auf der Branchenmesse E3 mehr zum Projekt "3DS" verraten. Die Handheld-Konsole soll Games in dreidimensionaler Optik ermöglichen - das laut Hersteller ohne Spezialbrille. 3DS könnte dann sogar einem iPhone im Bereich Games Konkurrenz machen, erwarten Experten.

"Es werden sich Games durchsetzen, die die Vorteile mobilen Spielens ausnutzen, also den Ort des Spielers einbeziehen oder Augmented-Reality-Features bieten. Auch bei 3-D-Spielen sind neueste Smartphones mittlerweile ebenbürtig", fasst es Broxtermann zusammen.

Dass Spiele eine immer größere Anziehungskraft bei einem breiteren Publikum entfalten, haben auch Unternehmen entdeckt - vor allem Autobauer: So bietet Volkswagen bereits sein viertes iPhone-Game, entwickelt von Fishlabs, im App-Store an. In dem aktuellen Spiel werden die User für möglichst benzinsparendes Fahren mit dem VW Polo belohnt.

SIMONE FASSE

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