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Mittwoch, 24. Januar 2018

Messe IFA 2013

2-in-1: Neue Zwitter aus Notebook und Tablet

Von F. Kurmann/Jens D. Billerbeck | 13. September 2013 | Ausgabe 37

Drehen, kippen, schieben, klappen: Es gibt viele Wege, aus einem Notebook ein Tablet zu machen. Eine Fülle neuer 2-in-1-Geräte auf der IFA zeigte den Ideenreichtum der Ingenieure. Und zusätzlich gibt es noch jene Rechner, bei denen der Bildschirm abgenommen werden kann und so zum Tablet mutiert.

2-in-1: Neue Zwitter aus Notebook und Tablet

Premiere auf der IFA: Nick Reynolds von Lenovo präsentiert das Thinkpad Yoga, Notebook und Tablet in einem. Der Bildschirm lässt sich komplett herumklappen. Foto: Billerbeck

Auf der Konsumelektronik- und Hausgerätemesse IFA waren sie im vergangenen Jahr vielfach noch hinter Glas zu sehen, dieses Jahr in den Händen der Besucher: Die Zwitter aus Notebook und Tablet, die sogenannten 2-in-1-Geräte, schmückten die Messestände der namhaften Hersteller. Spätestens mit der Vorstellung des Thinkpads Yoga von Lenovo zeigte sich, dass der Trend zum flexiblen 2-in-1-Konzept auch die Businesswelt erreicht hat.

Das Thinkpad Yoga gehört zur Kategorie der Convertibles: Hier kann der Touch-Bildschirm umgeklappt und als Tablet verwendet werden. Dabei haben die Hersteller verschiedene Möglichkeiten realisiert. Lenovo lässt Benutzer den Bildschirm um 360° aufklappen, Sony und Acer haben eine Faltmechanik, die es ermöglicht, den Bildschirm auf der Tastatur abzulegen, Toshiba erlaubt es, den Bildschirm aufzuklappen und dann über die Tastatur zu schieben, und Dell lässt den Bildschirm in seinem Rahmen einmal um die eigene Achse rotieren.

Während Convertibles also vom Notebook her Richtung Tablet entwickelt wurden, hat die zweite Sorte der 2-in-1-Geräte den umgekehrten Ansatz. Die "Detachables", die "Abnehmbaren", machen ihrem Namen alle Ehre: Im Handumdrehen lässt sich der Bildschirm- vom Tastaturteil trennen und als eigenständiges Tablet verwenden.

Im Gegensatz zu einem einfachen Tablet mit Funktastatur verfügt das Detachable im Verbund mit dem Tastaturteil über mehrere USB-Anschlüsse, HDMI-Ausgang und oft auch über zusätzliche Akku-Kapazität. "Die neue Technik erlaubt zudem ein lüfterloses Design", sagt Ulli Jäger, Produktmanager bei Toshiba. Damit meint er vor allem die vierte Generation der iCore-Prozessoren von Intel.

Die 2-in-1-Geräte sind dank ihrer Anschlussfreudigkeit und neuer Prozessoren weit mehr als eine Spielerei. Sie müssen den Vergleich mit Mittelklasse-Laptops nicht scheuen. Hinzu kommt, dass Windows 8 als Betriebssystem auf den meisten 2-in-1-Geräten läuft. Das heißt, alle Programme, die auf einem Windows-PC laufen, können dort auch installiert werden. Das vereinfacht den Einsatz am Arbeitsplatz und ermöglicht es, zusätzlich vielfältiges Zubehör anzuschließen. Bei Tablets ist dies oft nur eingeschränkt möglich. Gleichzeitig können die Vorteile eines Touch-Bildschirms genutzt werden, etwa beim Ansehen von Fotos oder Zeichnen von Skizzen.

Die Idee der Marketingabteilungen ist, dass Convertibles eher zum Arbeiten verwendet werden und Detachables eher zum Medienkonsum. "Kunden benutzen Convertibles öfter im Laptop-Modus, während Detachables öfter als Tablet verwendet werden", sagt Serhan Ceran aus dem Marketing von Intel.

Obwohl die 2-in-1-Geräte zwischen den bisherigen Kategorien von Tablet und Notebook liegen, werden sie diese nach Einschätzung vieler Marktbeobachter nicht komplett ablösen. Nicht jeder Tablet-Nutzer braucht unbedingt eine Tastatur oder einen Kartenleser und nicht jeder Notebook-Nutzer den Touchscreen und geringes Gewicht. Smartphone, Tablet, Notebook und Desktop-PC werden auch in Zukunft koexistieren, und die 2-in-1-Geräte erweitern das Sortiment. Die Entscheidung, welches Gerät für den Einzelnen am besten geeignet ist, hängt vom Anwender und dessen Bedürfnissen ab.

Stefan Engel, Zentraleuropa-Chef bei Lenovo, sieht vor allem die Geschäftskunden in einer Findungsphase. Viele kreative Anwendungen seien mit Touch-Bildschirmen und den neuen Geräteklassen denkbar. Eines ist aber klar: "Für Unternehmenskunden müssen die Geräte mit Windows 8 professional ausgerüstet sein." Nur so seien die Sicherheitsanforderungen der IT-Abteilungen umsetzbar. Generell sieht er die Marktaussichten in diesem Segment sehr optimistisch. Selbst für den oft totgesagten Desktop-PC sieht er derzeit ein Ende des Abschwungs. Da, wo jetzt noch Desktops im Einsatz seien, würden sie es auch in Zukunft bleiben und damit auch ein stabiles Ersatzgeschäft generieren.

Die neue Vielfalt der Formfaktoren stellt die Marktforschung vor Herausforderungen. Denn die Einengung des PC-Marktes auf Notebook und Desktop-PCs blendet die Tablets und die Detachables aus. Für Wilfried Thom, Deutschland-Chef bei Acer, wird damit der PC-Markt viel schlechter dargestellt, als er wirklich ist. "Die Definition der Marktsegmente ist uralt." Nehme man nur die Tablets hinzu, so wachse der PC-Markt in Deutschland sowohl im Wert als auch nach Stückzahlen. F. KURMANN/jdb

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