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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Automobil

Automatisiertes Fahren als Starthilfe für E-Mobilität

Von Markus Henrichs | 20. Februar 2015 | Ausgabe 08

Automatisiertes Fahren ist in aller Munde. Auch auf dem diesjährigen CAR-Symposium war es ein beherrschendes Thema. Zulieferer wie Bosch investieren massiv in diese Zukunftstechnologie. Aus gutem Grund.

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Foto: CAR-Symposium

Bosch-Chef Volkmar Denner: „Das vernetzte Elektroauto ist immer das Beste.“

In Augen von Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, stehen die Zeichen gut, dass die deutsche Automobilindustrie im weltweiten Rennen um die Technologieführerschaft beim autonomen Fahren eine Schlüsselrolle spielen kann. Aber: „Wir brauchen jetzt einen Gesetzgebungsprozess, der synchronisiert wird mit unserem technischen Fortschritt“, mahnte Denner auf dem Kongress in Bochum. Nach der derzeitigen Gesetzeslage wären viele softwareseitig zu Ende entwickelte und erprobte Teilfunktionen des pilotierten Fahrens derzeit nicht in Serie zu bringen. „Aber ich bin da extrem optimistisch“, betonte er.

Eine Einschätzung, die Ferdinand Dudenhöffer nicht in vollem Umfang teilt. „Die Musik bei dem Thema spielt in den USA. Neue Unternehmen wie Google oder Apple drängen in den Markt“, sagte der CAR-Institutsleiter auf dem von ihm organisierten Symposium. „Wenn wir nicht gegensteuern, könnten ganze Autonationen wie Deutschland Verlierer werden“, warnte der Experte.

Da kommt die Initiative von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zur Einrichtung einer Teststrecke zum automatisierten Fahren auf der A9 in Bayern gerade recht. Eine Lenkbewegung in die richtige Richtung sozusagen, mehr aber auch nicht. Meint zumindest Dudenhöffer: „Der öffentliche Druck wächst. Seitens der Politik wird man sich nicht erlauben können, die Scheuklappen unten zu lassen.“

Was aber, wenn milliardenschwere US-Konzerne wie Google oder Apple den etablierten Automobilzulieferern und -herstellern doch die Rücklichter zeigen, weil sie in der Wüste von Nevada tun, was die Deutschen daheim nicht dürfen? Ein Szenario, das dem Bosch-Chef auf der Pressekonferenz erst ein müdes Lächeln, dann einen leicht schmallippig vorgetragenen Hinweis entlockt: „Wir können heute schon testen, in den USA genauso wie in Deutschland.“ „Unsere Erprobungsfahrzeuge sind identisch“, berichtet er, „die laufen auf der Autobahn A81 im Raum Stuttgart, genauso wie in Palo Alto“.

Viel wichtiger als Dobrindts Ankündigung einer Teststrecke dürfte somit die Absicht des Ministers sein, bis zur IAA im September erste Grundregeln zu „selbstfahrenden“ Autos zu erarbeiten, die „dem automatisierten Fahren in Deutschland weitere Dynamik verleihen.“

Schon jetzt sieht Volkmar Denner im autonomen Fahren auch eine Schrittmachertechnologie, die alternativen Antriebskonzepten zum Durchbruch verhelfen kann. Mit der Vernetzung und der Automatisierung der Autos steige auch das Potenzial für elektrische und teilelektrische Fahrzeuge, betonte er in seinem Vortrag. „Das vernetzte Elektroauto ist immer das Beste“, betonte er. Er gehe davon aus, dass bis 2025 in Europa mehr als ein Drittel aller Neufahrzeuge zumindest teilelektrisch angetrieben werde.

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