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Mittwoch, 17. Januar 2018

CEBIT 2011

Autos werden zu Smartphones auf Rädern

Von Simone Fasse | 25. Februar 2011 | Ausgabe 8

Miniprogramme, sogenannte Apps, und intelligente Telematik erobern immer mehr Raum im Auto. Dabei verschwim- men die Branchengrenzen: Innovative IT-Lösungen sind Aushängeschilder für die Hersteller beim Genfer Automobilsalon (3. bis 13. März). Ebenso präsentieren Autobauer auf der weltgrößten Computermesse CeBIT (1. bis 5. März) ihre Strategien rund um das vernetzte Fahrzeug.

Die Konkurrenz ist groß: Immer wieder versuchen sich die Autobauer zu überbieten. In diesem Jahr steht beim Genfer Automobilsalon das Thema Vernetzung im Mittelpunkt des Schaulaufens. BMW zeigt dabei die Roadster-Studie BMW Vision Connected Drive, die aktuelle und zukünftige Möglichkeiten der mobilen Vernetzung in besonders konzentrierter Form darstellt – und deshalb wohl so auch nie zu kaufen sein wird.

Beispielsweise ist der Zukunfts-
Roadster mit einem 3-D-fähigen Head-up-Display und einem Beifahrer-
Bildschirm ausgestattet und ermöglicht per UMTS die Kommunikation mit anderen Autos in der Umgebung. Auch
die brandneue Mini-Studie "Rocket-Man" bringt zahlreiche Webanwendungen mit.

BMW-Wettbewerber Audi präsentiert sich in Genf mit seiner Vernetzungsstrategie erstmals unter dem Namen Audi Connect. Schon heute können beim A8, dem A7 Sportback und dem neuen A6 sowie bald im A1 mit einem UMTS-Modul die Ansichten von Google Earth zur Navigation genutzt werden. Über den integrierten WLAN-Hotspot lassen sich laut Audi bis zu acht mobile Endgeräte mit dem Internet koppeln.

Mercedes zeigt in Genf intelligente Telematik – das Coupé der C-Klasse verfügt beispielsweise mit dem System Comand erstmals über einen Internetzugang. Dabei können die Insassen entweder im Stand frei im Web surfen oder den Dienst von Mercedes-Benz nutzen. Bei der Navigation von Comand Online gibt es eine neue 3-D-Optik mit plastischen Stadtmodellen.

Klar, dass die großen Hersteller ihre Vernetzungsinnovationen auf einer der wichtigsten Automessen präsentieren. Doch immer häufiger stehen sie auch bei den Branchen – der IT und Unterhaltungselektronik im Mittelpunkt, die Grenzen einst klar abgegrenzter Branchen verschwinden.

So hielt Audi-Chef Rupert Stadler Anfang Januar die Keynote der Computer Electronics Show (CES) in Las Vegas. "Das Automobil der Zukunft wird vernetzt sein – mit dem Umfeld, mit der Verkehrsinfrastruktur und mit der Welt des Internets", fasste er zusammen.

Alan Mulally, CEO von Ford, war ebenfalls bei der CES dabei und wird auch nächste Woche bei der diesjährigen CeBIT in Hannover im Rahmen der Global Conference sprechen. Bei der weltgrößten Computermesse zeigt Ford im Modell Focus erstmals eine neue Version der Connectivity-Plattform Sync, kombiniert mit dem Touchscreen MyFord Touch – zu besichtigen in Halle 19. Wichtige Funktionen werden per Sprachbefehl gesteuert, das System kann zudem mit unterschiedlichen Datenträgern und Kommunikationsgeräten synchronisiert werden.

Auch Range Rover hat sich für die Vorstellung des neuen Modells Evoke die CeBIT ausgesucht. Automobilfans werden auf dem hannoverschen Messegelände darüber hinaus an weiteren Stellen fündig, etwa im Bereich "Telematics & Automotive World" der Halle 7, auf dem Stand der Deutschen Telekom oder dem IT-Kongress "Automotive Day" am 3. März.

2011 wird in Hannover oder nur Tage später in Genf klar, dass moderne Fahrzeuge zu Smartphones auf vier Rädern mutieren. Die rollenden Hotspots vernetzen sich via drahtlose WLAN-Netze und Mobilfunk untereinander und ermöglichen sogar in kleineren Modellklassen breitbandiges Surfen.

Dabei, so betont Audi-Chef Stadler immer wieder, gehe es nicht nur um Entertainment, sondern vor allem um Sicherheit und Fahrkomfort – etwa im Bereich neue Fahrerassistenzsysteme, Unfallvermeidung durch Sensoren und Notrufmöglichkeiten.

Bei Fahrzeugen mit Elektro-Antrieb geht es darum, Informationen sinnvoll miteinander zu verknüpfen: Welche Batterieleistung ist vorhanden? Auf welchem Weg komme ich mit dieser Leistung am besten ans Ziel? Ältere Automodelle könnten schon bald per Software-Update auf den neuesten Stand gebracht werden. Das Ziel könnte schließlich das autonome Fahren werden, so die Vision Stadlers.   SIMONE FASSE

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