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Mittwoch, 17. Januar 2018

IFA 2014

Berliner Bühne für Smartphone-Premieren

Von Regine Bönsch | 12. September 2014 | Ausgabe 37

Nicht nur in Barcelona und Cupertino, sondern auch in Berlin, auf der IFA, feierten letzte Woche Smartphones ihre Premieren. Im Trend liegen vor allem immer größere Displays.

S7 Aufmacher IFA (2)
Foto: Kristian Bocsi/Bloomberg

Smartphones avancierten zu Publikumsmagneten:Auf den Ständen von Sony, LG, Samsung und vielen anderen wurde deutlich, dass die intelligenten Handys einen immer größeren Stellenwert in der Unterhaltungselektronik einnehmen. Mit ihnen werden Fernseher gesteuert und Häuser überwacht.

Jetzt ist es raus: Die neuen iPhones sind deutlich größer als ihre Vorgänger. Das Kulthandy aus Cupertino kommt am 19. September in zwei Versionen mit Bildschirmdiagonalen von 4,7 Zoll (12 cm) und 5,5 Zoll (14 cm) weltweit auf den Markt. „Sie sind größer, sie sind viel größer“, beschwor Apples Marketingchef Phil Schiller auf der von Apfel-Jüngern heiß erwarteten Megashow am Dienstagabend in Kalifornien.

Ob Apple damit tatsächlich auf den Wunsch vieler Verbraucher reagiert, bliebt offen. Fest steht: Frauen scheinen große Displays zu bevorzugen. Das ergab eine Studie, die der Konkurrent HTC zur Vorstellung seines beinahe 5,9 Zoll großen Geräts One Max bei TNS Emnid in Auftrag gegeben hatte. 70 % der 1000 befragten Konsumentinnen zwischen 20 und 50 Jahren wünschen sich demnach große Smartphones.

Foto: Morris/Bloomberg

Das iPhone 6 ist gewachsen:Mit Displaydiagonalen von 12 cm bzw. 14 cm hat Apple sein Kulthandy vergrößert.

Apples Wettbewerber, die mit Googles Android-Betriebssystem aufwarten, folgen längst dem Trend zum großen Handy und hatten bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar Phablets – jene Mischungen aus Phones und Tablets – im Gepäck. Das HTC One Max gehörte ebenso dazu wie das LG G Pro 2.

„Die Grenzen zwischen Smartphones und Tablets verschwinden – das zeigen die Phablets“, attestierte denn auch Christian P. Illek, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und Bitkom-Präsidiumsmitglied. Und: Beide Geräte avancieren zum Mittelpunkt der Konsumelektronik. Mit ihnen werden Fernseher und Hi-Fi-Anlagen gesteuert, Waschmaschinen und Häuser überwacht.

Auf der IFA, die bis Mittwoch dieser Woche nach Berlin einlud, lag Lenovo mit seinem Vibe Z2, einem schnellen 5,5 Zoll großen Phablet, voll im Trend. Sony widmete gar die Hälfte seiner Messehalle Smartphones nebst Accessoires wie Uhren und Objektiven. Dabei stand das neue wasserdichte Xperia Z3 im Fokus. Die Japaner offerieren ihr neuestes Produkt mit 20,7-Megapixel-Kamera nicht nur im stylishen Großformat, sondern auch in abgespeckter Größe.

Das vorsichtige Herantasten an die großformatigen Smartphones ist vor allem den westlichen Kunden geschuldet, sagt Robbert De Graaf, Vice President Endkundengeschäft Deutschland bei Huawei. Die Chinesen präsentierten mit dem Huawei Acsend Mate 7 und seinem 6-Zoll-Display eines der größten Smartphones. Sie zeigten aber auch ein kleineres Modell in Berlin.

„Asiaten sind uns weit voraus“, hat de Graaf beobachtet. Sie nutzten ihre Smartphones für mehr als zum Telefonieren und Texten. „Ob sie in der Bahn stehen oder durch die Straßen laufen, sie haben ihr Smartphone in der Hand, die Lautsprecher im Ohr.“ Handlichkeit spielt bei dieser Nutzung keine Rolle mehr. Ob sich dieser Trend auch auf europäische und amerikanische Märkte übertragen lässt, dürften Apple, Huawei, Samsung & Co. spätestens im Weihnachtsgeschäft merken. Aus technischer Sicht bietet die Größe allerdings auch Vorteile: Mit dem Display können auch die Akkus wachsen.

So hat das Huawei-Phablet Platz für einen 4100-mAh-Akku. Wenn die Akku-Kapazität doch einmal knapp wird, lassen sich viele Dienste einfach ausschalten. Das neue Sony bringt es sogar auf 4500 mAh. Damit sollen sich nach Aussage der Japaner 13 Stunden Video oder 200 Stunden Musik abspielen lassen.

 Und natürlich durfte in Berlin auch Samsung nicht fehlen. Brandneu ist das Galaxy Note 4 von Samsung, das mit seinem Bildschirm – 5,7 Zoll und deutlich mehr Pixel – den Bildschirm des iPhone 6 Plus übertrumpft. Und, die Koreaner hatten noch einen Prototypen im Gepäck, bei dem der Marktführer in Sachen Smartphones das Display seitlich abgerundet auslaufen lässt. Auf der zusätzlichen Anzeigefläche, so die Koreaner, ließen sich u. a. Apps anzeigen, die gerade genutzt werden. Ob das je auf deutsche Ladentheken kommt, wird bei Vodafone noch bezweifelt. Eines schaffte dieser Prototyp jedoch: Es ließ kurzfristig den Börsenkurs von Apple sinken.

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