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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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IT-Sicherheit

Cyberkriminelle rauben 1 Mrd. $ von Banken

Von Peter Kellerhoff | 20. Februar 2015 | Ausgabe 08

Eine internationale Bande von Cyberkriminellen namens „Carbanak“ hat rund 1 Mrd. $ von Finanzinstituten weltweit erbeutet. Unter den Betroffenen sind auch Organisationen aus Deutschland und der Schweiz.

Der russische IT-Sicherheitslösungsanbieter Kaspersky Lab hat in Zusammenarbeit mit Interpol, Europol und weiteren Institutionen verschiedener Länder eine Bankraubserie aufgedeckt.

Offenbar wurde dabei über einen Zeitraum von zwei Jahren weltweit bis zu 1 Mrd. $ von Banken entwendet. Betroffen sind etwa 100 Banken in 30 Ländern. Laut den Experten ist eine internationale Gang von Cyberkriminellen aus Russland, der Ukraine, Teilen Europas sowie China für den beispiellosen Beutezug verantwortlich.

Hauptsächlich kamen die Kriminellen durch Phishing-Attacken in die Bankensysteme, wo sie Schadsoftware installierten. Danach konnten sie alles, was sich auf den Bildschirmen der für die Betreuung der Geldtransfersysteme verantwortlichen Mitarbeiter abspielte, einsehen und aufnehmen. So kannten sie jedes einzelne Detail über die Arbeit der Angestellten und konnten deren Aktivitäten perfekt imitieren, um Geld zu überweisen oder bar auszuzahlen. Dadurch wirkte sämtliches Vorgehen der Kriminellen wie ganz normale Bankaktivitäten.

Laut Kaspersky dauerte jeder Banküberfall im Durchschnitt mehrere Monate, von der Infizierung des ersten Computers im Unternehmensnetzwerk der Bank bis zum eigentlichen Diebstahl. Die höchsten Einzelschäden bei einem Angriff liegen bei 10 Mio. €. „Das ist wahrscheinlich der ausgeklügeltste Angriff, den die Welt je gesehen hat”, sagte Chris Doggett, Managing Director von Kaspersky Lab Nordamerika, im Gespräch mit der New York Times. Zumal hierbei nicht wie sonst die Kunden einer Bank beraubt wurden, sondern die Bank selber.

Die Cyberkriminellen spionierten des Weiteren die für die Geldautomaten zuständigen Mitarbeiter aus. So konnten sie die Kontrolle über Geldautomaten übernehmen und sie zu einem bestimmten Zeitpunkt Geld ausspucken lassen.

Kaspersky geht davon aus, dass die Attacken noch immer aktiv sind.

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