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Sonntag, 18. Februar 2018

Smart Home

Das smarte Zuhause gehorcht aufs Wort

Von Jens D. Billerbeck | 2. September 2016 | Ausgabe 35

Damit die Vision von einem vernetzten Zuhause Wirklichkeit wird, müssen viele Geräte miteinander verzahnt werden. Dabei könnte Sprachsteuerung künftig eine zentrale Rolle spielen.

In den vergangenen Jahren wurde vernetzt, was das Zeug hält. Lampen, Toaster, Waschmaschinen, Türschlösser, Heizungen, Sicherheitskameras, Wetterstationen, Blutdruckmesser – alles Mögliche wurde mit Sendern versehen und per App steuerbar gemacht.

Auf dem langen Weg zu einem wirklich smarten Zuhause war das nur der erste Schritt. Jetzt wollen die großen Player der IT-Industrie mit ihrer Marktstärke und ihren Entwicklungskapazitäten – allen voran Amazon, Apple und Google – den Verbrauchern helfen, die Fähigkeiten der vielen vernetzten Geräte durch Sprachsteuerung nutzbar zu machen.

Ein überraschender Coup gelang dabei Amazon mit seinem vernetzten Lautsprecher „Echo“ mit der Sprachsteuerung Alexa. Der Ende 2014 gestartete schwarze Zylinder mit sieben Mikrofonen hört aufs Wort und kann dabei auf Sprachbefehl nicht nur die gewünschte Musik abspielen, sondern auch Fragen zum Beispiel zum Wetter und Kochrezepten beantworten.

Per Sprachbefehl direkt auf das Warenangebot zugreifen und bestellen

Dank Softwareschnittstellen ist auch vernetzte Technik anderer Anbieter steuerbar, z. B. mit dem Kommando „Alexa, schalte das Licht ein“. Welche Protokolle die einzelnen Geräte und Services dabei nutzen, wird durch die offenen Schnittstellen letztlich irrelevant.

Die Idee, den vernetzten Haushalt per Sprache zu steuern, wird in den kommenden Monaten noch mehr Rückenwind bekommen. Google kündigte im Mai seinen „Echo“-Konkurrenten an. Der vernetzte Lautsprecher „Home“ verfolgt dasselbe Konzept. Es wird eine spannende Rivalität: „Home“ soll zumindest zum Start auf weniger Geräte und Dienste zugreifen können, kann dafür jedoch auf Googles gesammelten Schatz an Wissen aufbauen.

Während Google aber noch nicht weiß, wie sich die Internetnutzung per Sprache auf sein Kerngeschäft mit Onlinewerbung niederschlagen wird, erkannte der weltgrößte Onlinehändler Amazon, wie er im vernetzten Haushalt mehr Waren verkaufen kann. „Echo“ hat einen direkten Draht zum Warenkorb: Ein gesprochener Satz reicht, um Mehl oder Waschmittel nachzubestellen.

Apple will die Sprachassistentin Siri für die Steuerung des smarten Heims fit machen. Zudem bekommt die für September erwartete neue Version der iPhone-Software iOS mit „Home“ eine eigene App speziell für die Bedienung vernetzter Geräte. Dabei sollen sich die Nutzer auch Szenarien für einzelne Situationen und Tageszeiten zusammenstellen können, samt Licht- und Temperatureinstellungen. Allerdings funktioniert das nur mit Geräten, die Apples Plattform „HomeKit“ unterstützen.

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