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Mittwoch, 24. Januar 2018

CeBIT 2014

„Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts“

Von Peter Kellerhoff | 14. März 2014 | Ausgabe 11

Die Menge an strukturierten, vor allem aber unstrukturierten Daten nimmt exponentiell zu. Der Analyse in Echtzeit kommt eine immer größere Bedeutung zu. Gleichzeitig sorgt der NSA-Spionageskandal für Befürchtungen in Sachen Datensicherheit. Das Vertrauen muss erst zurückgewonnen werden. Das versuchen Unternehmen auf der CeBIT, die am heutigen Freitag ihre Tore schließt.

IT-Sicherheit in der Cloud
Foto: Getty Images

Riesige Datenmengen, Analyse in Echtzeit, vielleicht noch in der Cloud – das sind neben der IT-Sicherheit die Trendthemen der heute zu Ende gehenden CeBIT. Deutsche Unternehmen wollten und konnten sich dort profilieren.

"Die CeBIT ist die einzige Veranstaltung auf der ganzen Welt, die die gesamte digitale Wertschöpfungskette abbildet." Schon zu Beginn der CeBIT zeigte sich Messechef Oliver Frese zuversichtlich hinsichtlich der Neuausrichtung der IT-Leitmesse.

Die Konzentration auf Fachbesucher, die Verlegung auf die Werktage und das Messemotto "Datability" – ein Kunstwort bestehend aus Big Data und "Responsibility" – sollen die CeBIT erwachsener machen, die Qualität der Gespräche erhöhen und den Business-Charakter der CeBIT betonen.

"Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts", meinte Messechef Frese und im Gegensatz zu anderen Rohstoffen nimmt die Menge der Daten rasant zu. Es gehe laut Frese darum, Nutzen aus diesen Daten zu ziehen und neue, nachhaltige Geschäftsmodelle daraus zu generieren.

Frese nannte Verkehr, Gesundheitswesen, Energiewirtschaft, Einkauf oder Logistik als Beispiele, wo die intelligente Auswertung der Datenfluten für nachhaltige Verbesserung sorgen könnte.

Einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge zeigen sich jedoch auch die Auswirkungen des Spionageskandals, den Edward Snowden 2013 ins Licht der Öffentlichkeit rückte: Fast 60 % geben an, dass die NSA-Affäre die eigene Haltung zur Datenverarbeitung negativ beeinflusst habe – und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Das Vertrauen in Big Data und deren Analyse muss in einigen Bereichen also zurückerobert werden. Dabei komme laut Bitkom-Präsident Dieter Kempf niemand mehr an großen Datenmengen und deren Analyse vorbei.

"Die Datenmenge hatte 2013 ein durchschnittliches Wachstum von 22 % gegenüber dem Vorjahr", betonte Kempf. Dieser Trend halte unvermindert an. Die Vorteile intelligenter Analysen ließen sich aber nicht von der Hand weisen. In der Krebstherapie beispielsweise seien solche Analysen von existenzieller Bedeutung. Die Datenanalyse vieler Krebspatienten und deren individualer Krankheits- und Therapieverläufe könnte in der Zukunft zu viel präziseren Diagnosen und Therapien führen – und daraus resultierend zu weniger Krebstoten.

Doch laut Bitkom-Studie ist die Bedeutung von Big Data in den Unternehmen mehrheitlich angekommen. Knapp ein Viertel aller befragten Firmen sieht in Big Data eine hohe Relevanz, in den Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter liegt die Akzeptanzquote sogar bei 91 %.

Hat die CeBIT mit dem Messemotto und der Konzentration auf Fachbesucher also ins Schwarze getroffen? "Die CeBIT ist jetzt eine fokussierte Veranstaltung", zeigt sich Joachim Schreiner, Area Vice President Central Europe bei Salesforce.com, zufrieden.

Oben auf seinem Stand in Halle 4 stehend, blickte er am Mittwoch auf volle Gänge und gedachte der vielen Give-away-sammelnden Jugendlichen der vergangenen Jahre: "Viel mehr Budget ist jetzt auf den Gängen, weniger Taschengeld." Ähnlich sieht es Jürgen Müller, Area Vice President Central Europe bei Netzwerk- und Virtualisierungsspezialist Citrix. "Die Gespräche haben in der Qualität deutlich zugenommen. "Um zehn qualifizierte Geschäftsanbahnungen zu generieren, brauchen wir jetzt elf Gespräche – statt vorher 100. Das entlastet das Standpersonal ungemein." PETER KELLERHOFF

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