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Samstag, 17. Februar 2018

Industrie 4.0

"Datenwust kann Blick auf Wichtiges versperren"

Von M. Ciupek | 22. November 2013 | Ausgabe 47

Unternehmen sollten laut Axel Spieß genau wissen, wofür sie Produktionsdaten sammeln. Der Partner bei Baker Tilly Roelfs beschäftigt sich mit Struktur- und Ablauforganisation.

VDI nachrichten: Sensorhersteller und Kommunikationstechnikanbieter freuen sich über den steigenden Informationsbedarf im Zusammenhang mit Industrie 4.0. Wird dadurch für die Anwender wirklich alles besser?

Axel Spies: Es wird für die Anwender nur dann besser, wenn es ihnen im Vorfeld gelingt, genau zu definieren, welche Daten für sie wirklich wichtig sind. Sonst verschlechtert der Wust an Daten eher die Transparenz und versperrt den Blick auf das Wichtige.

OEE-Kennzahlen

Wenn, statt wie bisher einzelne Anlagenteile zu optimieren, nun Gesamtanlagen optimiert werden sollen, wie sieht es denn dann mit der Vergleichbarkeit der jeweiligen Messdaten aus?

Wenn man heute bereits richtig misst und sich auf Wesentliches konzentriert, dann schaut man bereits auf die Gesamtanlage und nicht auf einzelne Bestandteile. Der Weg zu den entsprechenden Messwerten ist nur komplizierter und aufwendiger. Wer sich heute noch auf die Optimierung von Einzelanlagen konzentriert, macht etwas falsch.

Welche Daten sind für ein mittelständisches Produktionsunternehmen wirklich wertvoll?

Neben den reinen Finanzdaten sind im Produktionsumfeld in erster Linie die Anlagennutzung OEE, die Personalproduktivität, eine Reihe von Qualitätsdaten sowie die Themen Bestand und Durchlaufzeit besonders wertvoll. Zusätzlich sollte es neben auf einen Zeitpunkt bezogenen Daten aber immer auch um die Veränderung gehen, sprich um die Verbesserung der Produktivität oder der OEE pro Jahr.

Auf welche Daten kann zumindest anfangs eher verzichtet werden?

Es kann auf alles verzichtet, woraus sich nicht mittel- oder unmittelbar eine Aussage ableiten lässt, ob man gut oder schlecht ist bzw. was nicht aufzeigt, wo Handlungsbedarf besteht. Zahlen nur für die Schublade zu produzieren, war noch nie wirklich hilfreich.

Die Auswahl der richtigen Kennzahlen ist also genauso wichtig wie die Auswahl der richtigen IT- und Kommunikationsinfrastruktur?

Richtige Kennzahlen und richtige IT bedingen sich einander. Aber wer weiß, was für Zahlen er benötigt, sie aber nicht bekommen kann, ist auch nicht besser aufgestellt als der, der viele Zahlen geliefert bekommt, aber gar nicht weiß, welche ihm nützlich sind. M. CIUPEK

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