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Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

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Intec 2015

Deutsche Maschinenbauer spüren Russlandkrise

Von Manfred Schulze | 20. Februar 2015 | Ausgabe 08

Erleichterung macht sich gerade in Leipzig bei den Veranstaltern der Fertigungstechnikmesse Intec breit – „Wir haben inzwischen klare Signale, dass wir mehrere hochkarätig besetzte Unternehmergruppen hier begrüßen können“, versichert Projektdirektorin Deliane Träber. Somit könne das „Internationale Kooperationsforum Russland/GUS“ wie geplant stattfinden.

Die Spannungen zwischen der EU und Russland die zu Sanktionen geführt haben sowie die Wirtschafts- und Währungskrise der einstigen Weltmacht, hatten das vor wenigen Monaten noch fraglich erscheinen lassen. Für die Organisatoren der Maschinenbaumesse Intec wäre das dramatisch gewesen. Die Teilnahme der russischen Wirtschaft sei immens wichtig, weil gerade ostdeutsche Maschinenhersteller einen relativ hohen Anteil ihrer Exporte in Richtung Moskau liefern, so Träber. Hingegen ist die Zahl der russischen Aussteller wie schon in den Vorjahren ohnehin niedrig.

Der Export der deutschen Industrie hat deutliche Bremsspuren verkraften müssen, bestätigt Reinhard Pätz, Geschäftsführer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Ost. Der russische Markt war 2013 für die gesamtdeutschen Maschinenbauer mit einem Umsatzvolumen von knapp 8 Mrd. € noch vor China der viertwichtigste Markt. In den ersten sechs Monaten 2014 schrumpfte der Umsatz um 19 %, wobei diese gesamtdeutschen Durchschnittswerte zwar fast alle Unternehmen treffen – doch einzelne besonders.

Allerdings ist es Pätz bislang nicht bekannt, dass die Russland-Krise zu größeren Kurzarbeitsregelungen oder gar zu existenziellen Problemen geführt hätte. „Hersteller von Druck- und Papiermaschinen haben traditionell eher weniger Exportanteile dorthin, während das etwa bei Landmaschinenherstellern höher ist. Allerdings fertigen viele deutsche Unternehmen auch selbst in Russland, sodass sich die Rubelkrise weniger deutlich auswirkt.

Dennoch konstatiert der VDMA, dass sich die seit Sommer 2014 verhängten und seither mehrfach verschärften Sanktionen deutlich bemerkbar machen: „Zu den zusätzlichen Problemen auf dem ohnehin schwierigen russischen Markt zählen in dem Zusammenhang der Rückgang der Anfragen und Aufträge, Finanzierungsprobleme für das Russlandgeschäft, Auftragsstornierungen, Zahlungsausfälle und Verzögerungen bei der Exportkontrolle“, stellt der VDMA fest.

Doch auch bürokratische Hürden infolge der Sanktionspolitik stellen die Unternehmen vor Probleme. So bangen diese um ihre Exportgenehmigungen, da viele Güter sowohl zu zivilen als auch militärischen Zwecken genutzt werden können (Dual-Use-Güter). Das bringt manche in existenzielle Schwierigkeiten. Der VDMA unterstützt seine Mitglieder in diesem Konflikt. Als Erfolg bewertet der Branchenverband, dass künftig eine zügigere Bearbeitung sogenannter festhängender Anträge bei Dual-Use-Gütern gewährleistet wird. In Sachsen beispielsweise sind die Ausfuhren nach Russland, die vom Fahrzeug- und Maschinenbau dominiert werden, in den Sommermonaten Juli/August 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Drittel eingebrochen – der Export von Erzeugnissen der Metall- und Elektroindustrie ging sogar um 39 % zurück.

Einen kleinen Lichtblick liefern indes die jüngsten Exportzahlen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus nach Russland. So lag der Auftragsrückgang mit -16,4 %, etwa 3 % niedriger als noch im Juni 2014. Als Grund für die positive Tendenz vermuten Marktbeobachter, dass Unternehmen mehr Exportgenehmigungen erhalten haben und so die Auslieferung von Maschinen vereinfacht werden konnte.

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