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Dienstag, 23. Januar 2018

CES 2013

Die Wüste lebt: Ultrabooks mit Windows 8, brillantes TV und Apps fürs Auto

Von Harald Weiss | 11. Januar 2013 | Ausgabe 2

Auch ohne Microsofts Beteiligung an der diesjährigen Konsumelektronik-Show CES war dessen neues Windows 8 das beherrschende Thema bei vielen Neuankündigungen. Vor allem dessen Touch-Funktion und dazu passende Zwitter aus Tablet und Ultrabook (Convertibles) werden ab Frühjahr die Computerregale überschwemmen. Bei den TV-Geräten soll die neue 4k-Auflösung endlich für einen kräftigen Ersatzbedarf sorgen. Und außerdem kommen immer mehr Autohersteller auf die CES, um ihre neuesten Fahrzeugtechnologien zu präsentieren - vor allem selbstfahrende Fahrzeuge stehen hoch im Kurs.

Die Wüste lebt: Ultrabooks mit Windows 8, brillantes TV und Apps fürs Auto

"Hier ist ein Elefant im Raum", sagt man im Amerikanischen, wenn eine wichtige Person bei einer Verhandlung oder einer Party nicht anwesend ist. Bei der CES war in allen Hallen und bei fast allen Vorträgen ein Elefant im Raum – nämlich Microsoft. Überall sprach man über Windows 8 und die entsprechend neuen Ultrabooks – doch nirgendwo war Microsoft direkt vertreten. Daran änderte auch der kurze Auftritt von Microsoft-Chef Steve Ballmer während der Eröffnungsrede von Qualcomm wenig. Zumal er dort über Windows RT sprach – also die besonders umstrittene Windows-8-Variante, die nicht rückwärtskompatibel zu den bisherigen Windows-Programmen ist.

Dessen ungeachtet gab es eine Vielzahl an echten Windows-8-Systemen, also denen, die auf Intels Architektur aufsetzen. Alle neuen Systeme bieten eine Touch-Bedienungsführung, wie sie von Windows 8 unterstützt wird. Die meisten Geräte sind in ihrer Form wandelbar. Das heißt, entweder kann der Bildschirm über die Tastatur gedreht oder geschoben werden, womit ein etwas klobiges Tablet entsteht, oder man kann ihn komplett abnehmen und dann als reines Tablet verwenden.

International CES 2013 in Las Vegas

Vor allem Samsung und Lenovo kündigten ganze Serien solcher Ultrabooks an, die in den nächsten Quartalen auf den Markt kommen werden. Aber auch ohne diese sogenannten Convertibles bieten die neuen Ultrabooks mit der Touch-Bedienung etwas, das Apple bei seinen Macbooks (noch) nicht bieten kann.

Die nichtkonvertierbaren Ultrabooks sind im Allgemeinen größer und leistungsfähiger als ihre wandelbaren Geschwister. Hierzu gehört z.B. Sonys neuer Vaio T15, dessen 15-Zoll-Bildschirm eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln bietet und damit voll HD-fähig ist. Preislich liegen die neuen Ultrabooks zwischen 500 $ und 1000 $ und sind damit zwischen Tablets und Macbooks angesiedelt.

Intel kündigte in seiner Pressekonferenz bereits an, dass es eine neue Ultrabook-Serie in der zweiten Jahreshälfte 2013 auf den Markt bringen will. Die Systeme sollen um die 600 $ kosten und die Batterie soll Strom für einen ganzen Tag liefern können. Außerdem sollen die neuen Systeme nicht nur über Touch, sondern auch über eine umfangreiche Bewegungskontrolle mit entsprechenden Steuerungsmöglichkeiten verfügen.

Traditionsgemäß nimmt der TV-Bereich auf der CES einen breiten Raum ein – auch wenn der Markt die lautstarken Ankündigungen nicht immer so begeistert aufnimmt, wie es die Hersteller gerne hätten. Vor drei Jahren gab es euphorische Prognosen für 3-D, doch die Mühe mit den teuren und inkompatiblen Brillen verdarb den Nutzern die Freude daran. Außerdem gab es mit "Avatar" lange praktisch nur einen echten 3-D-Blockbuster.

Danach kamen die Smart-TVs auf den Markt, mit denen das TV-Gerät zum zentralen System für Internet- und Fernsehzugang werden sollte. Doch auch das hat nicht richtig gezündet. Das neue Megafeature ist jetzt Ultra-HD, also die 4k-Auflösung mit 3840 x 1260 Bildpunkten. Die Bildqualität ist bestechend und der Unterschied ist auch mit einem ungeübten Auge "offensichtlich". Allein, es fehlen die Inhalte, denn dafür muss von der Kamera über die Studiobearbeitung bis zu den Übertragungseinrichtungen alles aufgerüstet werden. Zwar sagte Sony in der Pressekonferenz, dass diese Techniken bereitstehen – doch das bezog sich nur auf die Verfügbarkeiten der jeweiligen Angebote – nicht auf konkrete Installationen.

Einen zunehmend breiten Raum nimmt auf der CES die Kfz-Technologie ein. Waren es ursprünglich nur Car-Entertainment-Systeme, die mit ihren extremen Lautsprechern nicht zu überhören waren, so dominiert jetzt die computerunterstützte Fahrzeugtechnologie. Neben den selbstfahrenden Autos von Google – für die es in drei US-Staaten bereits eine Straßenzulassung gibt – stellten jetzt auch Audi und Toyota ihre Prototypen hierzu vor. Äußerlich sind die Systeme alle ähnlich, doch soll es sich bei der jeweiligen Software um Eigenentwicklungen handeln.

Während diese Fahrzeuge vorläufig noch nicht allgemein verfügbar sein werden, so sollen doch viele der neu vorgestellten Fahrzeug-Features bereits in Kürze verwendbar sein. So öffnen GM und Ford ihre internen Systeme für externe Softwareentwickler. Freie Entwickler können dann Programme (Apps) für das jeweilige Fahrzeug entwickeln, die sich der Anwender aus einem App-Store des Herstellers herunterladen kann. Vor allem im Bereich der Navigation und dem Auffinden von Restaurants, Tankstellen und Service-Stationen gibt es laut GM ein großes Interesse bei Softwareentwicklern und den entsprechenden Serviceanbietern. HARALD WEISS

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