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Donnerstag, 21. September 2017, Ausgabe Nr. 38

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Anlagenbau

Digitaler Probelauf für die Produktion der Zukunft

Von Martin Ciupek | 6. Februar 2015 | Ausgabe 06

Um künftige Produktionsprozesse zuverlässig simulieren zu können, braucht es originalgetreue digitale Abbilder von den späteren Produkten und Anlagen. Darüber waren sich die Experten auf der VDI-Tagung „Industrie 4.0“ in Düsseldorf einig.

Wie sich das digitale Abbild einer Anlage heute im Vergleich zum realen Prozess verhält, das weiß der Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und Automatisierung (IFF) in Magdeburg. Mit Blick auf Industrie 4.0 stellt Michael Schenk fest: „Die Optimierung von Produktionsprozessen im digitalen Modell ist noch ein weites Feld, weil die Betriebsmittel zum Großteil noch nicht so ausgestattet sind, dass sie sich selbstständig an die Umgebung anpassen können.“

Foto: Fraunhofer IFF

„Es gibt Großunternehmen, die zu Industrie 4.0 keinerlei Konzept haben und hier und da Insellösungen probieren.“ Michael Schenk, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und Automatisierung (IFF) in Magdeburg.

Zwischen kleinen und großen Unternehmen gibt es für ihn kaum Unterschiede. „Auch wenn es niemand öffentlich zugibt – es gibt Großunternehmen, die zu Industrie 4.0 keinerlei Konzept haben und lediglich hier und da Insellösungen probieren“, sagt Schenk. Strategien nach dem Motto „Wo wir in fünf Jahren sein wollen“ seien auch dort noch eher selten. Kleinen und mittleren Unternehmen fehlten dagegen oft die entsprechenden Kapazitäten.

Klassische Strukturen der Produktion – insbesondere der Prozessindustrie – seien dagegen bereits gut im Modell abgebildet und bis hin zur Steuerung in der realen Anlage verkettet. „Solche Schnittstellen sind Grundlage für die virtuelle Inbetriebnahme“, verdeutlicht der Institutsleiter. Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen, die ihre Maschinen und Anlagen weltweit verkaufen, böten diese bereits als Dienstleistung an. „Das ist ein zusätzlicher Kundennutzen, mit dem die umfangreiche Technik vor Ort schneller in Betrieb genommen werden kann und Bediener bereits im Vorfeld geschult werden können“, konkretisiert Schenk.

Das Fraunhofer IFF sei nun dabei, zusammen mit Maschinenherstellern und Anlagenbauern Modelle zu erstellen, die bis zur jeweiligen Steuerung hinunter gehen und dabei gleichzeitig echtzeitfähig sind. Für Schenk ist das der Schlüssel zu einer Industrie-4.0-fähigen Lösung. Den Weg dorthin betrachtet er ohnehin eher als Evolution.

Um Unternehmen dafür zu befähigen, hat sein Institut einen „Industrie-4.0-Check-up“ entwickelt. Mit Vorort-Analysen und persönlich geführten Interviews soll so identifiziert werden, auf welcher Entwicklungsstufe ein Unternehmen steht und welche weiteren Schritte sich daraus ergeben.

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