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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Energiewirtschaft

Energiewende braucht Vernetzung

Von Eckart Pasche | 20. Februar 2015 | Ausgabe 08

Die intelligente und effiziente Nutzung von Energie, die unter dem Begriff „Smart Energy“ zusammengefasst wird, war letzte Woche das beherrschende Thema der Branchenleitmesse „E-World“ in Essen.

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Foto: Deutsche Telekom/GE

„Smart Energy“ steht für intelligente Stromnetze, erneuerbare Energien und Stromverbraucher, die auch Marktteilnehmer sind. Auf der Branchenmesse E-World in Essen bündelten letzte Woche Großkonzerne wie GE und die Deutsche Telekom ihre Kräfte, um ihre Claims in diesem Zukunftsmarkt abzusichern.

Die M2M-Kommunikation, also die Verständigung zwischen Maschinen, wird auch für die Energiewirtschaft immer wichtiger. Denn der automatische Datenaustausch zwischen Geräten auf Seiten der Energieerzeuger, -speicher und -verbraucher soll zu einer effizienteren Energienutzung führen.

Gerade die Energiewende erfordert die effektive Vernetzung und Steuerung aller am Energiemarkt Beteiligten, darin waren sich letzte Woche in Essen die Experten einig. Digitale Messgeräte ermöglichen Kunden und Energieversorgern eine optimale Netz- und Ressourcensteuerung.

„Das Zusammenspiel zwischen Informations- und Telekommunikationstechnologien ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Energiewende“, erklärte Cavin Pietzsch, General Manager von GE Energy Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In allen Bereichen würden digitale Lösungen „unser Energiesystem optimieren und Kosten reduzieren“. Durch die konstante Zunahme dezentraler Stromeinspeisung wachse die Anforderung, diese effizient in die Verteilnetze zu integrieren. „Informations- und Kommunikationstechnik sowie Mess- und Netztechnologien müssen hier Hand in Hand gehen.“

Frank Schmidt, Leiter des Konzerngeschäftsfelds Energie bei T-Systems, ergänzte: „Digitale Stromzähler stellen als Teil eines intelligenten Messsystems nicht nur Rechnungsdaten bereit. Sie geben ein aktuelles Bild über Stromerzeugung und -verbrauch. Intelligent verknüpft mit regelbaren Ökostromanlagen, können wir damit Investitionen in den Ausbau der Stromnetze erheblich senken – um bis zu 60 %.“

Allein das Abregeln von 3 % der jährlichen Stromeinspeisung von Erneuerbare-Energien-Anlagen spart bereits 40 % des Netzausbaus, so die Verteilnetzstudie 2014 des Bundeswirtschaftsministeriums. Intelligente Netztechniken senken den Ausbau noch mal um weitere 20 %.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin betonte, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien kosteneffizient erfolgen müsse: „Mit dem eingeleiteten Prozess für ein neues Strommarktdesign gilt es nunmehr, die notwendigen Rahmenbedingungen für den Erhalt unserer hohen Versorgungssicherheit und -qualität zu schaffen.“

Ein Ausbau der erneuerbaren Energien lasse sich nur durch das Flankieren durch fossile Kraftwerke realisieren, sagte Duin. Dazu müsse aber die Wirtschaftlichkeit von Kohle- und Gaskraftwerken gesichert sein, damit auch in diese Techniken weiter investiert werden könne. Der Gesamtmix auf der Stromerzeugerseite müsse erhalten werden. Dazu fordert Duin den Einsatz modernster Kraftwerkstechnik, um fossil betriebene Kraftwerke mit geringen Wirkungsgraden abzuschalten.

Ein neues Design des Strommarkts ist für NRW-Umweltminister Johannes Remmel mit einer zunehmenden Flexibilität verbunden, wobei die Versorgungssicherheit oberste Priorität habe. So sieht er als Konsequenz der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) einen Gestaltungsauftrag für den Gesetzgeber bei Ausschreibungen in Solar- und Windanlagen.

Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), gab zu bedenken, dass die Energiewende bisher eine reine Stromwende sei; von einer Wärmewende könne noch nicht gesprochen werden. Dabei denkt sie neben dem Verkehrssektor vor allem an die energetische Gebäudesanierung. Um Investitionen zu sichern, seien hier schnelle Beschlüsse notwendig. Auch im Hinblick auf die Auswirkung auf die Höhe der Mieten.

In der Debatte, ob im Zusammenhang mit Überkapazitäten im Bestand konventionelle Kraftwerke abgeschaltet werden sollen und können, erinnert Müller an den stockenden Stromnetzausbau: „Jedes nicht ausgebaute Netz macht es unmöglich, Kraftwerke abzuschalten.“ Auch sei Deutschland keine Insel, sondern die CO2-Emissionen seien im europäischen Kontext zu bewerten: „Andere profitieren davon, dass Deutschland reduziert. Nie war es so billig, zu verschmutzen“, so Hildegard Müller.

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