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Montag, 22. Januar 2018

Transport

Finnische Logistiker erfolgreich in Russland

Von K. Buck | 11. Januar 2013 | Ausgabe 2

Großraumlogistik in Russland erfordert einen langen Atem und eine gute Kenntnis der landesüblichen Usancen. Die finnische Itella beweist seit 15 Jahren mit ihrer Logistiksparte, dass Hersteller, Händler und Verbraucher auch unter schwierigen Infrastrukturbedingungen belieferbar sind.

Augenfälliges Merkmal der russischen Wirtschaftstopologie ist der krasse Verkehrsinfrastrukturunterschied zwischen Moskau und dem weiten Land zwischen Ural und Beringstraße. "Hier finden Sie alles – von gut ausgebauter Infrastruktur in Moskau, Sankt Petersburg oder Odessa bis zu unglaublich maroden Straßen in Gebieten jenseits der Prestigeregionen," sagt Itella-Logistics-Chef Lauri Vesalainen.

Sein Unternehmen hat viel Erfahrung mit den Besonderheiten des osteuropäischen und russischen Marktes. Bereits seit 15 Jahren ist der Logistiker für internationale Unternehmen in Russland tätig und beschäftigt dort rund 4000 Mitarbeiter.

Im Bereich Kontraktlogistik stützt Itella ihr Geschäft auf den effizienten Betrieb des Warenumschlags. Hierfür betreibt das Unternehmen 45  Lagerhäuser in acht Ländern. Diese bieten zusammen rund 1 Mio. m2 Platz, die die Lagerung von rund 1,4 Mio. Palletten erlauben. Ein Lieferketten-Informationssystem sichert dabei jederzeit den entsprechenden Datenfluss über Zustand und Zustellstatus der im Logistiknetz kursierenden Güter.

Kunde Canon konnte mit Logistik-unterstützung von Itella im letzten Jahr ein Wachstum von 46 % verzeichnen. Dies nicht zuletzt darum, weil die Finnen nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern auch weitreichende Kenntnis der institutionellen Gepflogenheiten mitbringen. So steckt beispielsweise in den Prozessen der Zollabfertigung nach wie vor eine nicht bezifferbare Größe, die hierzulande mit Begriffen wie Schmiergeld, Bestechung und Korruption betitelt wird. Die in einem Geschäftsprozess involvierten Parteien geben sich zwar alle Mühe, dies zu überspielen, aber bei genauerem Hinsehen fällt doch auf, dass nach wie vor große Summen parallel zu den Gegenwerten von Waren und Transportservices fließen.

750 Mio. km umfasst das Straßennetz der russischen Föderation, 10 % davon seien gut, 50 % schlecht, über die restlichen 40 % wird nicht geredet. Die durchschnittliche Fahrstrecke beträgt laut den Unternehmensangaben gerade einmal 300 km pro Tag. Trotzdem hat die Logistiksparte der finnischen Ex-Post mit rund 7100 Mitarbeitern im vergangenen letzten Geschäftsjahr einen Nettoumsatz von 723 Mio. € erwirtschaftet, 33 % davon in Russland.

Die vergleichsweise junge Sparte Itella Information, spezialisiert darauf, die Effizienz von Finanz- und Buchhaltungsprozessen zu optimieren, erreichte dabei bereits einen Umsatzanteil von 14 %. Unabhängig von Standort und Infrastruktur lässt sich das Wachstum von Organisationen nach den Worten von Titus von Nordeck durch Automatisierung und die Nutzung elektronischer Finanzkommunikation beschleunigen. Für den Geschäftsführer von Itella Information Deutschland beginnt Optimierung mit einer höheren Effizienz bei den finanziellen Lieferkettenprozessen, und zwar aufgrund einer besseren Kontrolle der einzelnen Transaktionsphasen.

Zwischen September und November 2012 analysierte Itella Information die Finanz- und Buchhaltungsprozesse in 800 Unternehmen in Finnland, Norwegen, Polen und Schweden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass derzeit ein Umdenken in den Finanzverwaltungen stattfindet. So würden automatisierte elektronische Prozesse weitgehend bevorzugt. Abläufe dagegen, die phasenweise manuellen Einsatz erfordern, machen inzwischen weniger als 30 % aller Finanz- und Buchhaltungsprozesse aus. K. BUCK

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