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Samstag, 17. Februar 2018

Druckmaschinenbau

Heideldrucks Sanierungskurs zeigt Erfolge

Von Stephan W. Eder | 22. November 2013 | Ausgabe 47

Preiserhöhungen und ein striktes Sparprogramm zeigen bei Heidelberger Druck Wirkung. Konkurrenz Koenig & Bauer muss weiter sanieren.

Weinetikett im Digitaldruck
Foto: Heidelberger Druck

Digitaldruck für Kleinauflagen: Hochwertige Weinetiketten werden seit jeher im Offset gedruckt, Digitaldruck ergänzt auch diese Anwendung.

Nach einer jahrelangen Rosskur sieht die Heidelberger Druckmaschinen AG die Rückkehr in die Gewinnzone in greifbarer Nähe. Im zweiten Quartal (Juli bis September) sank der Verlust von 31 Mio. € im Vorjahr auf nun 9 Mio. € im laufenden Geschäftsjahr, der operative Gewinn ist mit 13 Mio. € leicht positiv.

Nach fünf Jahren mit Verlusten zeigten der Abbau Tausender Stellen, Kostensenkungen, Preiserhöhungen, Neuausrichtung im Management und der Aufbau mehr strategischer Partnerschaften Wirkung, machte Konzernchef Gerold Linzbach zu Monatsbeginn deutlich. "All das zusammen wird uns dieses Jahr zu der propagierten schwarzen Null bringen."

Vor allem strategische Partnerschaften sind ein Thema, das sich die durch die weltweite Branchenkrise gebeutelten Unternehmen des Druckmaschinenbaus nur langsam erarbeiten. So wäre eine Zusammenarbeit mit den beiden anderen großen deutschen Konkurrenten – Man Roland und Koenig & Bauer – vor Jahren undenkbar gewesen. Heute ist Man Roland zerschlagen, mit KBA gibt es unter dem neuen Heideldruck-Chef erste Kontakte zu einer möglichen Kooperation, wie Linzbach selbst im Mai der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte.

"Natürlich sind Kooperationen sinnvoll", so Linzbach, der aus der Dienstleistungs- und Chemiebranche kommt. Er kenne keine andere Branche, in der es in einem solchen Marktumfeld und unter diesen Umständen keine Kooperationen gebe. "Die Marktsituation verlangt, den einen oder anderen ausgetretenen Pfad zu verlassen", sagte damals auch KBA-Chef Claus Bolza-Schünemann.

Außerdem wird zunehmend deutlich, wie intensiv sich das Geschäft durch den Digitaldruck gegenüber dem aus dem klassischen Maschinenbau kommenden Offset- und Tiefdruck gewandelt hat. Konsequent kündigte Heidelberger diese Woche an, seine kleinste Offsetmaschine, die GTO 52, auslaufen zu lassen.

Längst wickeln auch mehr und mehr klassische Heideldruck-Stammkunden, darunter viele kleinere Druckeien, kleinere Druckauflagen mit Digitalmaschinen ab. Dazu passt, dass Linzbach Anfang November eine neue strategische Partnerschaft bekannt gab: Gemeinsam mit der japanischen Fujifilm werde Heideldruck künftig Produkte der nächsten Generation für den Digitaldruck entwickeln – neben der Partnerschaft mit Ricoh die zweite in diesem Bereich. "Wir sehen strategische Kooperationen als effizienten Weg, um Zugang zu neuen Technologien zu erhalten", erklärte der Unternehmenschef.

KBA machte frühzeitiger als Heidelberger seine Hausaufgaben. Umso überraschender kam für die Anleger am Markt vor zwei Wochen eine Gewinnwarnung aus Würzburg. Für das Gesamtjahr werde eine Verlust erwartet – es wäre das erste negative Ergebnis seit 2008. Die Zahl der Beschäftigten werde weiter sinken, teilte der Konzern mit, die Würzburger wollen das Servicegeschäft ausbauen und neue Marktsegmente erschließen. swe

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