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Samstag, 20. Januar 2018

Windkraft

Hohe Überkapazitäten drängen Chinas Windturbinenproduzenten in den Export

Von Peter Odrich | 20. März 2015 | Ausgabe 12

Was chinesische Produzenten bei Solarzellen längst geschafft haben, nämlich eine starke Stellung am Weltmarkt zu erobern, könnte sich jetzt bei Windenergieanlagen wiederholen.

Trotz des schnellen Ausbaus der Windenergie in der Volksrepublik China sind dort die Kapazitäten zum Bau von Windkraftanlagen noch sehr viel stärker als der Inlandsbedarf gewachsen. Zudem sieht die Regierung in Beijing in ihrem aktuellen Fünfjahresplan bis 2020 nur noch einen Kapazitätszuwachs von jährlich 20 GW für Windkraftwerke vor. Die chinesische Produktionskapazität ist aber mit mindestens 40 GW glatt doppelt so hoch.

Michelle Li, Energiemarktanalystin bei CCM, der zur Kcomber-Consulting-Gruppe zählenden Wirtschaftsnachrichtenagentur, sieht eine Welle von Konsolidierungen in China auf die Branche zurollen. Chinesische Unternehmen, die Kunden im Ausland haben oder finden können, hätten dabei einen ganz entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Zwar habe sich der Turbinenexport Chinas zwischen 2011 und Ende 2013 bereits mehr als verdreifacht, so Li, liege mit gerade einmal 4,3 % der Kapazität in China im Jahr 2013 aber immer noch sehr niedrig. Es gibt indessen positive Ausnahmen: Goldwind, der Exportstar unter den chinesischen Windturbinenbauern, verkaufte im Jahr 2013 mit 361 MW mehr an Kunden im Ausland als alle anderen chinesischen Hersteller zusammen. Auch die Sany Group hat mit 30 % ihrer Produktion aber schon einen hohen Exportanteil. Nummer drei ist Sinovel mit 14 % Exportquote.

Laut CCM verkauft die Mehrzahl der chinesischen Turbinenbauer bisher aber noch nichts an Abnehmer im Ausland. Während bislang die meisten Turbinen für Onshore-Windparks produziert werden, konzentrieren sich die Hersteller inzwischen mehr und mehr auf Offshore-Parks als Standorte. Schon mittelfristig wird mit jeweils der Hälfte der Produktion für On- und Offshore-Anlagen gerechnet.

Chinas Windkraftbranche ist sehr aufs Inland fixiert

In Asien lassen die Kunden bisher allerdings auf sich warten: Nur aus Thailand kamen bislang einige Aufträge. Die Palette der bisher führenden Auslandskunden chinesischer Produzenten ist denkbar bunt und reicht von starken Industriestaaten wie Australien, Italien und den USA bis hin zu eher wirtschaftlich schwächeren Kandidaten wie Panama, Rumänien und Äthiopien.

Das soll sich künftig ändern. Neben den Nachbarstaaten in Asien suchen die chinesischen Turbinenhersteller dringend mehr Kunden in der EU. Gleichzeitig hoffen sie auf Partnerschaften mit westlichen Unternehmen. Aber bis dahin dürften noch manche Unternehmen in China aufgeben müssen, prognostiziert Michelle Li. Denn die Konsolidierung sei überfällig. 

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