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Donnerstag, 21. September 2017, Ausgabe Nr. 38

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CeBIT 2016

Hybrid-Cloud-Nutzer fürchten Abhängigkeit vom Anbieter

Von Ariane Rüdiger | 11. März 2016 | Ausgabe 10

Die Hybrid Cloud breitet sich als Bereitstellungsmodell unaufhaltsam aus, doch Anwender fürchten die Abhängigkeit vom jeweiligen Anbieter. Sicherheitsbedenken dagegen gehen langsam zurück. Dies und vieles mehr zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmen IDC.

Cloud BU3
Foto: U. Zillmann

Ab in die Wolke: Laut den Marktforschern von IDC wollen mittelfristig fast zwei Drittel der Unternehmen eine Hybrid Cloud nutzen.

Der Wandel der IT-Infrastrukturen hat unabweisbar begonnen, jedenfalls, wenn man die Ergebnisse der aktuellen IDC-Studie zum Thema Hybrid Cloud zugrunde legt: Schon innerhalb der nächsten zwölf bis 24 Monate wollen 77 % der Befragten Unternehmen Hybrid-Cloud-IT-Umgebungen einsetzen.

Hybrid Cloud ist eine IT-Infrastruktur, die zum Teil von externen Anbietern von Infrastruktur- oder Softwareservices bezogen, zum Teil im eigenen Unternehmen vorgehalten wird (Private Cloud). So eine Private Cloud wollen 88 % der Befragten auch in Zukunft verwenden. Interpretiert man diese Angabe in Einklang mit den Ergebnissen zur Verbreitung von Hybrid Clouds, bleiben schon in zwei Jahren nur noch 11 % der Anwender, die sich ausschließlich auf die Private Cloud verlassen wollen.

Eine wichtige Voraussetzung zum Aufbau einer Hybrid-Cloud-Infrastruktur ist das Software-defined Datacenter (SDDC). Darunter versteht man eine Infrastruktur, deren Elemente und Prozesse übergreifend und durchgängig von einer aufgelagerten Softwareschicht gesteuert und verwaltet werden. Diese greift logisch bis auf die einzelnen Elemente wie Server, Speichersysteme oder das Netzwerk durch und nimmt die nötigen Einstellungen vor, so dass Konfigurationsarbeit an den einzelnen Geräten oder die Bedienung unterschiedlicher Verwaltungssoftwares für die diversen Systeme überflüssig werden. Außerdem kann die Softwareschicht diese Einstellungen je nach Bedarf ad hoc ändern, die Infrastruktur wird also weitaus flexibler als bisher.

Angesichts der Daten zur Verbreitung der Hybrid Cloud verwundert es etwas, dass derzeit nur 12 % der Befragten damit begonnen haben, SDDC-Prinzipien umzusetzen und 23 % dies in den nächsten zwölf bis 24 Monaten tun wollen. Immerhin 35 % – und damit 15 % mehr als bei der letzten IDC-Umfrage zum Thema Hybrid Cloud 2014 – beschäftigen sich intensiv mit dem Thema.

In welchen Bereichen braucht man den Hybrid-Cloud-Ansatz am dringendsten? Das Ergebnis aus Sicht der IT-Abteilungen: vor allem für die Big-Data-Analyse bzw. die Analyse von Daten aus dem Internet der Dinge. Diese Einschätzung teilen aber nur 22 % der Manager aus den Fachabteilungen in den Unternehmen. Ihnen sind Geschäftsprozessoptimierung und -automatisierung (30 %) sowie Selbstbedienungsservices für Kunden (29 %) wichtiger. Dagegen wollen die IT-Spezialisten unbedingt die Speicherkapazitäten durch die Hybrid Cloud erweitern (26 %), diese Präferenz haben nur 11 % der Fachmanager.

Dazu passt, was die Befragten mit dem Einsatz der Hybrid Cloud bezwecken. 32 % von ihnen wollen bestehende Geschäftsprozesse optimieren, beschleunigen und mobilisieren. Wichtig ist vielen auch, die Anforderungen der Fachbereiche schneller und flexibler umzusetzen und die IT-Effizienz zu steigern.

In Zukunft allerdings wird es immer stärker auch um die Entwicklung neuer Produkte, Services und Geschäftsmodelle gehen. Heute sehen nur 8 % der Befragten darin ein Hauptziel des Cloud-Einsatzes, während für den Zeitraum in drei bis fünf Jahren immerhin 20 % dieses Ziel nennen.

Um erfolgreich Hybrid Clouds zu implementieren, muss man nach Meinung der Umfrageteilnehmer vor allem Sicherheits- und Datenschutzregeln beachten, Datenkompatibilität herstellen (jeweils 38 %) und die Zusammenarbeit zwischen der IT und den Fachabteilungen forcieren (32 %).

Außerdem sind diverse Herausforderungen zu bewältigen, bevor die Hybrid Cloud erfolgreich läuft. Einige stammen aus internen Quellen: An der Spitze liegen hier mit 33 % Nennungen die nötigen IT-Anpassungen. Weitere wichtige Themen sind mit jeweils 30 % die Anpassung der Geschäftsprozesse, die steigende Komplexität hybrider IT-Umgebungen und die Integration der internen IT mit externen Cloud-Services.

Zudem müssen sich die Hybrid-Cloud-Betreiber mit externen Einflüssen herumschlagen. An der Spitze steht hier noch immer das Thema Sicherheit, das 39 % besonders problematisch finden – beachtliche 26 % weniger als bei der letzten IDC-Umfrage im Jahr 2014. In den Vordergrund schiebt sich dagegen die befürchtete Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter, die 36 % bedrohlich finden.

Genauso viele Befragte fühlen sich dadurch herausgefordert, alle gesetzlichen Regeln einzuhalten, wobei der Anteil der Nennungen hier gegenüber der IDC-Umfrage von 2014 um 5 % gesunken ist. Dies deutet darauf hin, dass Modelle, die den reibungslosen Umstieg von einem Cloud-Anbieter zu dem anderen und die einfache Kombination mehrerer Provider garantieren, zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren des Cloud-Modells überhaupt werden könnten.

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