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Sonntag, 21. Januar 2018

Nutzfahrzeuge

Hybrid als sparsamer Alternativantrieb für den Verteilerverkehr in Ballungszentren

Von Robert Donnerbauer | 11. Januar 2013 | Ausgabe 2

Bis zu 23 % weniger Kraftstoffverbrauch im Verteilerverkehr gibt Daimler für den neuen Fuso Canter Eco Hybrid an. Bei moderatem Aufpreis rechne sich der weiterentwickelte Hybridantrieb dadurch bereits nach wenigen Jahren. Damit verfüge man über einen Alternativantrieb für Transportaufgaben in Ballungszentren.

Schon heute leben mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, so unterstreicht Sven Ennerst, Mitglied der Geschäftsführung von Mercedes-Benz Trucks, die Notwendigkeit für alternative Antriebe im Segment Transporter und Lkw. Wegen der immer strengeren Zufahrtsbeschränkungen seien Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Verteilerverkehr besonders interessant. Dabei könne gerade im städtischen Verkehr der Hybridantrieb bei den zahlreichen Stopps viel Bremsenergie zurückgewinnen und so seine Vorteile ausspielen.

Bisher habe sich die Hybridtechnologie für viele Kunden noch nicht gelohnt. "Aber das ändern wir jetzt", betont Ennerst mit Hinweis auf den neuen Fuso Canter Eco Hybrid, den kleinsten Lkw im Daimler-Portfolio. "Mit dem Modell haben wir einen Lkw im Angebot, bei dem sich der Mehrpreis für den Hybridantrieb schon nach drei bis vier Jahren durch die Kraftstoffersparnis amortisiert." Dies, so Daimler, bei "üblichen Fahrleistungen". So verbrauche der neue Canter Eco Hybrid bis zu 23 % weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer konventioneller Canter, bei einem Mehrpreis von rund 8500 € (ohne Mehrwertsteuer).

Zusätzlich zum Vierzylinderdiesel mit 3 l Hubraum, 110 kW und 370 Nm ist ein Elektromotor mit an Bord. Er leistet 40 kW und sitzt zwischen Kupplung und Getriebe. Bereits aus dem Stand steht das volle Drehmoment der elektrischen Antriebseinheit von 200 Nm zur Verfügung. Neben dem allein batterieelektrisch durchgeführten Anfahrvorgang unterstützt der Elektromotor den Verbrennungsmotor auch beim Beschleunigen. Die elektrische Unterstützung beim Anfahren und Beschleunigen wird dem Fahrer im Kombiinstrument angezeigt. Ebenso informiert die Anzeige über die Energierückgewinnung beim Rollen und beim Bremsen. Zusätzlich wird der Fahrer permanent über den Ladezustand der Batterie auf dem Laufenden gehalten. Steht der Fuso Canter Eco Hybrid, so wird der Verbrennungsmotor mittels Start-Stopp-Funktion abgeschaltet.

Die Batterien werden bei jedem Bremsen durch Rekuperation, der Umwandlung von Bremsenergie in elektrische Energie, gespeist. Die Kapazität der verwendeten Lithium-Ionen-Batterien liegt bei 7,5 Ah. Fuso gewährt auf alle wesentlichen Batteriekomponenten eine Garantie von fünf Jahren. Sie kann optional auf zehn Jahre erweitert werden.

Das Doppelkupplungsgetriebe basiert auf einem mechanischen Sechsgang-Schaltgetriebe mit zwei hydraulischen Nasskupplungen und elektronischer Steuerung, unterstreicht der Nutzfahrzeughersteller. Vorteil: Beim Fahren ist der nächste Gang bereits eingelegt, der deshalb extrem schnell und völlig ruckfrei ohne Verlust des Kraftflusses geschaltet wird. Das Doppelkupplungsgetriebe Duonic verbindet den Komfort einer Wandlerautomatik mit dem Wirkungsgrad eines mechanischen Schaltgetriebes.

In Europa durchweg mit 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht ausgeliefert, beläuft sich die Tragfähigkeit des Fahrgestells auf bis zu 4845 kg. Wie der konventionelle Canter eigne sich auch die Hybridversion Dank eines robusten Leiterrahmens für verschiedene Arten von Aufbauten.

Fuso blickt auf lange Erfahrungen mit Hybridantrieben zurück. 1994 fertigte das Unternehmen seinen ersten Hybridbus. Zehn Jahre später folgte die zweite Generation von Stadtbussen mit Hybridantrieb. Der Canter Eco Hybrid wird seit 2006 in Serie gefertigt. In fünf Jahren entstanden von der ersten Generation rund 1200 Einheiten. Zehn Canter Eco Hybrid erregten in den Jahren 2008 bis 2011 mit einem Flottentest in London Aufsehen. Sie legten in diesen drei Jahren zusammen rund 500 000 km zurück. Die Erkenntnisse dieses Tests sind laut Daimler auch in die jetzt vorgestellte Baureihe eingeflossen.

Aufgrund des Know-hows von Fuso ist das Global Hybrid Center von Daimler Trucks in Japan angesiedelt. Es steuert und synchronisiert die Hybridaktivitäten aller Lkw-Marken im Daimler-Konzern. Die Mitsubishi Fuso Truck & Bus Corporation ist einer der führenden Nutzfahrzeuganbieter in Asien mit Sitz in Kawasaki (Japan) und integraler Bestandteil des Automobilkonzerns. Mit einer Beteiligung von 89,3 % ist die Daimler AG der führende Anteilseigner neben der Mitsubishi Corporation. Die neue Technik komme an, bekräftigt Ennerst. So wurde der Hybrid-Canter in Japan bereits im Mai vorigen Jahres eingeführt. Hier hätten sich schon zwischen 5 % und 10 % der Kunden für diese Variante entschieden. Nun habe der Vertrieb auch in den großen westeuropäischen Märkten begonnen. Dazu sei eine Fahrzeugfertigung in Tramagal (Portugal) gestartet worden.  ROBERT DONNERBAUER

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