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Donnerstag, 19. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 42

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Produktentwicklung

Kartenfächer macht Ökodesign haptisch erfahrbar

Von Holger Pauler | 29. Mai 2015 | Ausgabe 22

Ein Kreativtool unterstützt Designer, Ingenieure und Führungskräfte dabei, ökologisch nachhaltige Produkte zu gestalten. Anwender schätzen es als Entscheidungshilfe und Ideengeber im Planungsprozess.

„80 % der ökologischen Auswirkungen, die ein Produkt entlang seines Lebenszyklus verursacht, werden durch Produktdefinition, Design und Konstruktion festgelegt“, sagen die Erfinder des Eco Design Tools. Später seien diese meist nur noch mit erheblichem Aufwand zu korrigieren.

Den Designern Malte Koslowski und Georg Dwalischwili sowie dem Unternehmensberater Nikolaus Marbach war wichtig, den gesamten Produktlebenszyklus bei der Planung zu berücksichtigen und die Gestaltung als einen interdisziplinären Prozess zu begreifen.

Sie haben im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut für Produkt- und Prozessgestaltung der Universität der Künste, Berlin, ein Werkzeug entwickelt und Ende 2013 auf den Markt gebracht.

Im Grunde ist es ein simpler Fächer aus Karten, auf denen 40 ökologische Kriterien wie etwa Nutzungsdauer, Materialvielfalt oder Trennbarkeit dargestellt sind. Übergeordnet wurden die Dimensionen Nutzen, Material und Realisation. Die Wechselwirkungen und Spannungsfelder zwischen den Kriterien werden durch grafische Verknüpfungen zwischen den Karten angezeigt. So lassen sich für ein Projekt oder Produkt die Kriterien entsprechend ihres ökologischen Potenzials priorisieren.

Das Tool wurde u. a. an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und an der Stockholm School of Economics in Riga vorgestellt. „Wir wenden es als Entscheidungshilfe und Ideengeber in Produktentwicklung und Redesign an“, sagt Burkhard Blöink, Geschäftsführer der Firma EPM Technology. Zielsetzung sei es, ein Konzept aufzubauen, das mehrere Funktionsbereiche wie Elektronik/Elektrik, Kunststoff und Metall verbindet.

Die Innenarchitektin Stefanie Geipel hat ähnliche Erfahrungen bei der Anwendung gemacht. Ihr Unternehmen Materialis berät Architekten, Designer und Innenarchitekten. Kriterien der Ökologie, Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit spielen bei ihr eine wichtige Rolle. „Das Tool strukturiert alle zu berücksichtigenden Punkte zum ökologischen Entwurf. Die einzelnen Karten ermöglichen eine individuelle Ausarbeitung und machen das Thema visuell und haptisch verständlich“, so Geipel.

Dieses Jahr wurde dem Tool vom Rat für Nachhaltige Entwicklung das Qualitätssiegel Werkstatt N-Projekt verliehen. 2013 wurde es gemeinsam mit dem Sustainable Design Center (SDC) als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Eine webbasierte Version des Tools ist nicht geplant, da aus Sicht der Macher mit einer Software ein kreativer Prozess in der Gruppe nicht möglich sei und „ein haptischer Zugang nicht gegeben ist“.

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