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Donnerstag, 21. September 2017, Ausgabe Nr. 38

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Automobil

Lieber autonom unterwegs als elektrisch mobil

Von Regine Bönsch | 6. Februar 2015 | Ausgabe 06

Die allseits propagierte Abkehr junger Leute vom eigenen Auto scheint eine Mär. Das zumindest attestierte eine Studie im Auftrag des Autozulieferers Continental. Die am 23. Januar veröffentlichte Untersuchung stellt fest, dass autonomes Fahren einen hervorragenden Ruf genießt, während die E-Mobilität an einem Imageproblem leidet.

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Foto: F1 online

Traumwagen: Wenn die junge Generation könnte, würde sie am liebsten Sportwagen, SUVs oder große Limousinen fahren.

Die „Mobilitätsstudie 2015“ von Continental kommt in verschiedenen Ländern zu denselben Ergebnissen: Das Auto bleibt auch für junge Menschen ein Lieblingskind. Neben einem Smartphone oder Tablet wünschen sie sich auch immer noch ein Fahrzeug.

 Die Gründe dafür, dass in Deutschland 85 % der 18- bis 30-Jährigen einen eigenen Wagen haben oder gerne einen hätten, sind laut der Studie Spaß am Autofahren und Komfort. Das gilt übrigens auch in den anderen untersuchten Ländern. Nur in Japan fallen die Werte etwas geringer aus.

1800 Menschen wurden in Deutschland vom Marktforschungsinstitut Infas nach ihrem persönlichen Verhältnis zum fahrbaren Untersatz befragt. Weitere 2300 in den USA und noch je 400 in Frankreich, Japan und China.

In der Praxis reicht das Geld bei 51 % nur für einen Klein- oder Mittelklassewagen, doch 59 % der jüngeren deutschen Verkehrsteilnehmer hätten gerne einen Wagen der gehobeneren Klasse: große Limousinen, SUVs oder Sportwagen liegen vorne und der Anspruch wächst mit dem Alter.

„Autofahren ist und bleibt vor allem emotions- und weniger vernunftgetrieben”, schließt der Continental-Chef Elmar Degenhart aus den Ergebnissen. Die Mehrheit sei gerne im Auto unterwegs und wolle darauf im Alltag nicht verzichten, trotz zunehmender Staus und Wartezeiten. Degenhart: „Mittelfristig erwarten wir deshalb keine deutlich spürbare Abkehr vom eigenen Auto.“ Dafür spricht auch, dass Carsharing-Projekte in der Studie eher bescheidene Zustimmung fanden. Nur 1 % der Befragten greift darauf zurück.

Im nervigen Verkehrsalltag wollen sich 68 % aller befragten deutschen Autofahrer gerne von Elektronik und damit dem autonomen Fahren unterstützen lassen. Das Thema Datenschutz ist und bleibt ein entscheidendes Kriterium bei der Einführung vernetzter Dienste. Rund die Hälfte der Studienteilnehmer ist zudem skeptisch, ob das autonome Fahren jemals zuverlässig funktionieren kann. Die Deutschen sind dabei mutiger als die US-Amerikaner. Hierzulande haben nur 43 % Angst vor dem autonomen Fahren, in den USA sind es immerhin 61%.

„Nach dem Boom vor einigen Jahren befinden sich reine Elektroautos aktuell in einer Imagefalle“, erklärte José Avila, Continental-Vorstandsmitgleid und Leiter der Division Powertrain. Die Studienergebnisse zur E-Mobilität zeigen, dass nur noch 34 % der 16- bis 30-Jährigen erwarten, dass sie Elektroautos nutzen werden. 2011 lag der Wert noch bei 47 %. Auch die kaufstarke Generation der über 60-Jährigen bleibt mit 40 % auf einem zurückhaltenden Niveau.

Grund dafür ist laut der Studie, dass der Fahrspaß mit direktem Antrieb von E-Mobilen noch nicht vermittelt werden konnte. Die Conti-Vorstände sind sich aber einig, dass mit Hybridfahrzeugen Akzeptanz für Elektroautos geschaffen werden könnte. José Avila jedenfalls sieht sich in seiner bisherigen Strategie bestätigt. Daher wird er wie bisher die Elektrifizierung des Antriebsstrangs schrittweise vorantreiben.

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