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Montag, 22. Januar 2018

Energieeffizienz

Neubauten müssen ab 2016 energieeffizienter werden

Von Stephan W. Eder | 25. Oktober 2013 | Ausgabe 43

Mitte letzter Woche beschloss das Bundeskabinett die Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV). Das Langzeitgerangel um Energieverbrauchsvorgaben für Gebäude endete in einem Kompromiss.

Neubauten müssen künftig in Deutschland energieeffizienter sein, das sieht die nach langem Tauziehen zwischen Bundesregierung und Bundesländern beschlossene Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Das alte Bundeskabinett gab hierzu in seiner letzten Sitzung Mitte letzter Woche den Segen.

Ab 2016 erhöhen sich die Standards neuer Gebäude für den Gebäudeenergieverbrauch um 25 %. Der maximal erlaubte Wärmeverlust durch die Gebäudehülle soll sich im Schnitt um 20 % reduzieren, das heißt, es muss entsprechend die Dämmung erhöht werden.

Die energetischen Kennwerte sind bei Verkauf und Vermietung in Immobilienanzeigen mit anzugeben. Zudem sollen Gebäude in Zukunft entsprechend ihrer Energieeffizienz in Klassen von A+ bis H eingeteilt werden – eine Klassifizierung, die man sie von Haushaltsgeräten kennt. Dabei sind die Energiekennwerte auf die Wohnfläche und nicht wie bisher auf die Gebäudenutzfläche zu beziehen.

Zudem sollen auf Verlangen des Bundesrates ab 2015 sogenannte Konstanttemperatur-Heizkessel (Standardheizkessel, die ihre Temperatur nicht, wie modernere, der gefragten Heizleistung entsprechend anpassen können) nach 30 Betriebsjahren stillgelegt werden. Ausgenommen sind selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Beschlüsse treten im Wesentlichen erst sechs Monate nach der Verkündung in Kraft, also voraussichtlich im Frühsommer 2014.

"Die CO2-Bilanzen im Gebäudesektor – sowohl im Bestand als auch beim Neubau – müssen eines der zentralen energiepolitischen Themen der nächsten Legislaturperiode werden", benennt Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), eine von mehreren Baustellen, die die vorliegende EnEV-Novelle nicht abgearbeitet hat.

Anlass für die Novellierung ist eine EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden von 2010. Für den Gebäudebestand sind die Vorgaben eher zurückhaltend. Momentan bleiben die Modernisierungsmaßnahmen im Wärmemarkt nach Angaben des BDEW weit hinter den Erwartungen zurück. 40 % des Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel aller CO2-Emissionen in Deutschland entfallen auf den Wärmemarkt.

Von den ca. 18,1 Mio. Wohngebäuden in Deutschland gelten rund zwei Drittel als energetisch sanierungsbedürftig. Die jährliche Sanierungsrate liegt laut BDEW aber nur bei 1 %. Rund drei Viertel der Heizungsanlagen im Gebäudebestand sind nicht auf dem Stand der Technik. Mit der Verschärfung der Anforderungen in der neuen EnEV werden automatisch die Hürden für den Zugang zu den Fördermitteln erhöht. swe

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