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Montag, 22. Januar 2018

Recycling

Polen: Neuordnung der Entsorgung bringt Chancen

Von Bettina Reckter | 25. Oktober 2013 | Ausgabe 43

"Derzeit findet in Polen eine Revolution in der Abfallwirtschaft statt", sagt Anna Chojnacka, Verantwortliche der Auslandshandelskammer Polen (AHK Polen) für den Geschäftsbereich Marktberatung.

Diese Novellierung der Entsorgungs- und Recyclingbranche in Polen böte gerade Firmen mit hoch entwickelter Umwelttechnologie aus dem Ausland die Chance, sich in der polnischen Abfallwirtschaft zu etablieren. Es handelt sich um einen Markt, der auf rund 1,5 Mrd. € geschätzt wird.

Seit 1. Juli dieses Jahres sind Haushalte im östlichen Nachbarland verpflichtet, ihren Müll getrennt zu sammeln. Zudem wurde die Erfassung kommunaler Abfälle neu organisiert. Das war auch nötig, denn bisher landen nach Angaben des polnischen Umweltministeriums 78 % des Mülls auf Halden und zum Teil illegalen Deponien. Nun sollen Billigmüllabfuhren gestoppt und wilde Deponien verhindert werden. Stattdessen seien mehrere Müllverbrennungsanlagen geplant, so der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), Bonn.

Von den rund 600 legalen Müllhalden müssen in den kommenden Jahren mindestens 300 geschlossen werden, da sie entweder die Normen nicht erfüllen oder keine weiteren Abfälle mehr aufnehmen können. Einem Recyclingprozess unterzogen werden bisher überhaupt nur 14 % des Siedlungsmülls.

Das jährliche Aufkommen an kommunalen Abfällen in Polen schätzt der bsve auf gut 12 Mio. t. Mit 315 kg liege das Aufkommen pro Kopf deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 502 kg, so der Verband. Nicht ordnungsgemäß beseitigt würden mind. 2 Mio. t Müll.

Diese Menge sei jedoch zu niedrig angesetzt, sagt der Leiter des Umweltausschusses der Landeswirtschaftskammer KIG, Krzysztof Kawczynski. Er schätzt das tatsächliche Aufkommen auf 15 Mio. t, von denen einige Mio. t einfach in den Wald geworfen würden. ber

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