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Donnerstag, 23. November 2017, Ausgabe Nr. 47

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Netzwerke

Probleme bei Sorgenkind Unified Communications werden weniger

Von Herwald Vorndran | 6. Februar 2015 | Ausgabe 06

UC, Unified Communications, heißt das Zauberwort, wenn es um die Kombination von Festnetz- und Mobiltelefonie, E-Mail und Videokonferenz geht. Doch oft entpuppen sich viel gepriesene Lösungen in der Praxis als Rohrkrepierer. Nur wer seine UC im Griff hat und die damit verknüpften Geschäftsabläufe optimiert, erzielt die gewünschten Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne.

„Wer ins Schlaraffenland will, muss sich auch in der IP-Kommunikation erst mal durch einen dicken Breiberg fressen“, schreibt Andreas Wächter, Kenner der weltweiten Netzwerkszene, den Interessenten an integrierten Telekommunikationslösungen ins Stammbuch. Wächter ist Chef des australischen Unternehmens Integrated Research, das mit seiner Softwarelösung Prognosis verspricht, alle jetzt noch bestehenden Hindernisse beim Betrieb moderner Lösungen für vereinheitlichten Sprach-, Bewegtbild- oder E-Mailverkehr abzubauen.

Wer die Anwender von Sprach- und Datenkommunikationsanlagen auf Basis von Internettechnik nach deren Nutzbarkeit befragt, stößt schnell auf reichlich Unzufriedenheit: Probleme mit Verbindungsaufbau, Interoperabilität, Durchsatz oder Sprachqualität. Viele UC-Lösungen (Unified Communications) laufen deshalb nicht wie geplant und kommen erst nach dem zweiten oder dritten Anlauf in verlässlichen operativen Betrieb.

Gleichzeitig legen die Lösungsanbieter von außen und Mitarbeiter von innen dem UC-Verantwortlichen Daumenschrauben an, etwa durch Forderungen wie Chat und Videokonferenzen an jedem Desktop oder möglichst alles auf dem Smartphone ausführen zu können. Hinzu kommt, dass UC-Lösungen ein „nice to have“ und kein „must have“ sind, es also noch nicht in die Riege der geschäftskritischen Lösungen geschafft haben.

Wer aber UC-Lösungen einführen möchte, steht oft vor einer paradoxen Situation. Ihr Nutzen ist theoretisch außerordentlich hoch – eine integrierte, zeitsparende Informations- und Kommunikationslandschaft und die Möglichkeit, jederzeit, überall und auf jedem verfügbaren Gerät per Sprache und Daten zu kommunizieren. Doch der Nutzen stellt sich erst ein, wenn man das komplexe Geflecht beherrscht. Was man beim genaueren Hinsehen auf UC-Lösungen oftmals feststellt, ist mehr Frust als Lust, mehr Baustelle als blühende Landschaften.

Foto: Integrated Research

„Wer ins Schlaraffenland der Unified Communications will, muss sich auch in der IP-Kommunikation erst mal durch einen dicken Breiberg fressen.“ Andreas Wächter, General Manager Continental Europe bei Integrated Research.

 Integrated Research verspricht, bei der Orchestrierung der einzelnen Kommunikationsquellen und -kanäle entscheidende Hilfen leisten zu können. Bevor UC-Lösungen die gewünschten Vorteile bringen, ist jede Menge Aufwand bei der Installation, Integration und dem Testing zu leisten. Doch die gute Nachricht lautet: Dieser Aufwand muss keine Sisyphusarbeit sein, und er muss auch nicht lange dauern.

Prognosis kennt nach Angaben von Integrated Research die Funktionen und Arbeitsweisen von allen großen UC-Herstellern wie Avaya, Microsoft oder Cisco. Daher kann sie alles, was sich pausenlos auf den zusammengeschalteten Kommunikationskanälen an Verbindungsaufbau und Sprach-, Daten- oder Videoübertragung abspielt, in Echtzeit analysieren. In den USA sowie im Asien-Pazifik-Raum managen Betreiber von UC-Lösungen ihre Systeme bereits seit Jahren mit Prognosis, jetzt geht Integrated Research auch in Zentraleuropa auf den Markt.

Einen anderen Ansatz fährt der kalifornische Anbieter Riverbed mit seiner Lösung Cascade für das Leistungsmanagement in Netzwerken. Herstellerangaben zufolge versetzt sie Teams, die für Kommunikationslösungen in ihren Unternehmen verantwortlich sind, in die Lage, Anwendungen besser zu verwalten und Netzwerke transparenter zu machen.

Beides führe dazu, dass sie geschäftskritische Anwendungen gegenüber solchen, die weniger wichtig sind, priorisieren können. Das steigere die Leistung und minimiere Risiken und Auswirkungen von Ausfällen. Dazu Riverbed-Chef Paul Brady: „Ob Unternehmen VoIP-Datenverkehr, Peer-to-Peer-Zusammenarbeit oder erfolgskritische Webanwendungen überwachen, mit Lösungen wie unserer können Probleme proaktiv verhindert werden.“ Zudem könne Cascade sicherstellen, dass Geschäftsprioritäten das Verhalten des Unternehmensnetzwerks bestimmen und nicht umgekehrt.

Daneben bieten alle großen IT-Unternehmen wie IBM, HP oder CA Technologies sogenannte Monitoring-, also Überwachungslösungen an, vornehmlich aber zugeschnitten auf die Informations- und Kommunikationstechnik aus dem eigenen Haus. Genauso halten es auch die Betriebssysteme der UC-Lösungen von Avaya (Aura), Microsoft (Lync), Cisco (Jabber) oder Unify (OpenScape). Sie verwalten ausschließlich die Funktionen der eigenen Lösung und sind nicht dafür geeignet, UC-Umgebungen zu managen, die sich aus Komponenten mehrerer Anbieter zusammensetzen.

Dieses Problem hatte Csaba Érsek, Operations Manager beim ungarischen Telekom-Tochterunternehmen IT Services Hungary. In dessen Netzkontrollzentrum in Budapest kommt die Lösung Prognosis heute in der Systemüberwachung, Fehlererkennung und für Maßnahmen in Überlastsituationen zum Einsatz. Hierfür brauchte Érsek eine Echtzeit-Leistungsüberwachungslösung, um den Livestatus von UC-Kundenapplikationen jederzeit im Blick zu haben: „Wir hatten versucht, unsere Umgebung mit unterschiedlichen Stand-alone-Management-Tools zu managen.“ Aber das sei schiefgegangen, weil die Daten in individuellen Logfiles feststeckten und Informationssilos bildeten.

Das Problem dabei war: Es brachte die Techniker in Zeitnot, wenn sie in Notfällen oder bei auflaufenden Problemen immer erst mehrere Datenquellen aufrufen und in Beziehung setzen mussten. Die Lösung von Prognosis hatte den Vorteil, das sämtliche Informationen sich an einem zentralen Ort befinden. Das erlaubt schnellere Reaktionszeiten und macht präventive Wartung möglich. Érsek: „Oft sind Fehler schon vor ihrem tatsächlichen Auftreten behoben, weil wir sie bereits erkennen, während sie sich aufschaukeln.“

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