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Mittwoch, 17. Januar 2018

RFID

RFID im Laden: Mauer zwischen Kunden- und Warendaten

Von Regine Bönsch | 16. Juli 2010 | Ausgabe 28

Mode: David Frink zeigt stolz das Etikett einer Hose: "Das ist der finale RFID-Tag", erklärt der Vorstand Produktion, Logistik und IT des Modeunternehmens Gerry Weber. "Und eine ingenieurtechnische Meisterleistung des Etikettenherstellers Avery Dennison." Vom Chip aus führt ein feiner Faden zur Naht. Wird das RFID-Label beschädigt, verändert sich leicht die Frequenz und der Alarm geht los. Kontaktlos können mit diesem Tag (Chip und Antenne) Waren mit einer Reichweite bis zu 7 m gescannt werden.

Übersetzt in die Praxis heißt das nach Frink: "Bei einer Ladenfläche von 220 m2 können Sie eine Inventur in nur 10 min durchführen." Klassischerweise dauert so etwas zwei Manntage. Der Vorteil: Durch häufige Inventuren kann sichergestellt werden, dass Einzelteile immer im Bestand sind und das in allen Größen.

In diesen Tagen sind endgültig alle eigenen Houses of Gerry Weber mit Antennen bestückt – am Eingang, aber auch im Kassenbereich. Aufwendig wurden überall Leerrohre eingezogen, jetzt steht die Ethernet-Verdrahtung. Die Handhelds zum Ablesen wurden ausgeliefert. Schon im nächsten Jahr erwartet Frink Nachahmer aus der Branche. Schließlich zahle sich RFID aus, z. B. bei der Warensicherung. Dort nämlich kostet die aktuelle Sicherung mit Hardtags zurzeit pro Stück 35 Cent. Spätestens nach zwölf Umläufen müssen sie ersetzt werden. "Das sparen unsere Kunden jetzt." Generell müsse ein durchschnittlicher Laden mit Kosten von rund 7000 € rechnen, die sich jedoch in weniger als zwei Jahren amortisieren werden.

Wichtig ist Frink, dass bei Gerry Weber die Datenwelten völlig getrennt wurden: Zwischen den Transaktionsdaten der Kunden (EC-Karte etc.) und dem elektronischen Produktcode (EPC) wurde eine "chinesische Mauer" installiert – ein freiwilliges Zugeständnis an Kundinnen und Datenschützer. "Allerdings bewegen wir uns hier in einem rechtlich fast freien Raum", bemerkt Frink, der sich von der Politik endlich klare gesetzliche Regelungen wünscht.   rb

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