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Donnerstag, 21. September 2017, Ausgabe Nr. 38

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Cloud-Computing

Standorte für Rechenzentren weltweit heiß begehrt

Von Ariane Rüdiger | 3. Juli 2015 | Ausgabe 27

Der Markt für Kollokationsflächen in Europa wächst stark weiter, doch andere Regionen rücken in den Blick – vor allem Nordeuropa, aber auch Afrika oder Asien.

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Foto: A. Rüdiger

Yahoo-Chefin Christina Page: „Rechenzentren sollten ihre eigenen erneuerbaren Energieressourcen bauen.“

Das Internet der Dinge, Video im Internet und die vierte Mobilfunkgeneration treiben den Bedarf an Rechenzentren (RZ). Deshalb wachse der Kollokationsmarkt in Europa derzeit stärker als erwartet, nämlich mit 10 % bis 12 %, so Steve Wallage, Chefconsulter des Marktforschungs- und Beratungszentrums Broad Group. Als Kollokation wird in der Telekommunikation das Mitbenutzen von Ressourcen (Stellplatz, Infrastruktur wie Stromversorgung und Klimaanlage) verschiedener Netzbetreiber an einem gemeinsamen Standort bezeichnet. Das Volumen des Kollokationsmarktes liegt derzeit in Westeuropa bei 4,5 Mrd. € bis 5 Mrd. €. Der Cloud-Markt (Infrastructure as a Service) legt sogar um 35 % bis 40 % zu.

Es gebe auch attraktive Neustandorte für Rechenzentren außerhalb Europas. „Nigeria etwa hat derzeit rund 180 Mio. Einwohner, 2050 sollen es 400 Mio. sein“, so Wallage. Ein Einstieg könne sich also lohnen. Freilich müsse man viele organisatorische und technologische Fallstricke beachten – angefangen bei häufigen Stromausfällen bis zu chaotischen Genehmigungsprozeduren und finanzieller Unsicherheit, erläutert Michael Tobin, Ex-CEO von Telecity, eines europäischen Anbieters von netzwerk- und providerunabhängigen Rechen- und Kollokationszentren.

Auch Nordeuropa wirbt heftig um RZ-Bauer, ermuntert durch Großinvestments von Apple (Dänemark), Facebook (Schweden) und Google (Finnland). Sie wollen vom kühlen Klima und der verbreiteten Wasserenergie profitierenum ihre RZ „grüner“ zu machen. Norwegen stellt demnächst breitbandige Glasfaserverbindungen fertig und kann fast 100 % Wasserkraft ins Spiel bringen. In der schwedischen Energie dagegen stecken 40 % Strom aus Kernkraftwerken. Mit günstigen Energiepreisen von 3 Cent/kWh bis 4 Cent/kWh will Island punkten.

Irlands Argumente vertritt Gerry Connolly, Präsident des RZ-Betreiberverbandes Hostinireland: „Früher haben wir Lochkarten verarbeitet – heute sind es digitale Daten. Wir können das also.“ Malaysia wirbt mit neuen Industrieparks, zahlreichen Unterseekabeln und einem zehnjährigen Steuererlass für Investoren.

Ohnehin solle man das Vorhandensein grüner Energiequellen bei der Standortsuche nicht überbewerten, meint Yahoo-Chefin Christina Page. Es gehe darum, für neue Bedarfe auch gleich neue regenerative Energiequellen zu bauen, statt vorhandene grüne Energieressourcen sozusagen in Rechenzentren umzuleiten. Yahoo beteiligt sich deswegen an mehreren Windparks.

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