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Montag, 22. Januar 2018

Fertigung

Teamwork der Industrie stärkt den 3-D-Druck in vielen Branchen

Von Hans Schürmann | 6. Juni 2014 | Ausgabe 23

Gut anderthalb Jahre nach der ersten eigenen Konferenz zur additiven Fertigung hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt letzte Woche eine branchenübergreifende Arbeitsgruppe zum 3-D-Druck gegründet.

Eifelturm aus dem 3-D-Drucker
Foto: VDMA

Das Original in klein: Auf 324 m Höhe bringt es der Eiffelturm. Sein „Pendant“ aus Polymethylacrylat (PMMA) misst 980 mm. Gefertigt wurde es auf einem 3-D-Drucker von Voxeljet, präsentiert von der Schmolz und Bickenbach Guss GmbH in Frankfurt.

"Mit unserer Arbeitsgruppe Additive Manufacturing haben wir den Grundstein gelegt für eine Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette des Additive Manufacturing hinweg", erläutert VDMA-Projektleiter Rainer Gebhardt das Konzept. Über Erfahrungsberichte von Anwendern und den Austausch mit Konstrukteuren und Anlagenherstellern wolle die Arbeitsgruppe dazu beitragen, das Vertrauen in additive Verfahren zu stärken und der Technologie zu mehr Reife und damit letztlich zum industriellen Durchbruch zu verhelfen, so Gebhardt.

Additive Manufacturing bzw. 3-D-Druck gehört zu den innovativen Themen in der Fertigung und findet weltweit zunehmendes Interesse bei industriellen Anwendern. Die junge Technologie sei auf dem Sprung vom Rapid Prototyping zur wirtschaftlichen Fertigung von Serienbauteilen ab Losgröße eins, so Gebhardt. Allerdings ständen den Vorteilen der neuen Produktionstechnik – wie werkzeuglose Produktion, hohe Materialeffizienz und maximale Designfreiheit – unbeantwortete Fragen gegenüber: beispielsweise zu den Materialien, der Handhabung und Produktivität sowie zu der Reproduzierbarkeit und Standardisierung der Prozesse.

Mit der offen ausgerichteten Arbeitsgemeinschaft ergreife der Verband die Initiative, um die technische Weiterentwicklung, Normung sowie die Forschung und Entwicklung im Bereich des Additive Manufacturing mit möglichst vielen Beteiligten voranzutreiben, so der VDMA-Branchenexperte.

Über 80 Teilnehmer aus rund 50 Unternehmen und Forschungseinrichtungen waren zu der konstituierender Sitzung in das Frankfurter VDMA-Haus gekommen. In der Startphase besteht die Arbeitsgruppe aus vierzig Gründungsmitgliedern. Mit dabei sind neben einer Vielzahl kleiner Firmen auch größere Unternehmen, beispielsweise auf der Maschinenseite Arburg und Trumpf – und auf der Anwenderseite der Siemens-Konzern. "Wir haben uns ganz bewusst für einen prozessorientierten Ansatz der Zusammenarbeit entschieden", sagt Gebhardt. Da die additive Fertigung in verschiedenen Produktbereichen und Branchen genutzt werden könne, sei es zielführender, die Erfahrungen auf den Ebenen "Konstruktion und Entwicklung", "Produktion" und "Nachbehandlung" zu bündeln.

Schon Anfang Mai ist unter http://am.vdma.org das künftige Sprachrohr der Arbeitsgemeinschaft online gegangen. Als Verband des Maschinen- und Anlagenbaus, der neben einer Vielzahl von Anwendern auch die Hersteller industrieller 3-D-Druck-Anlagen sowie spezialisierte Konstruktions- und Fertigungsdienstleister beheimate, sei der VDMA die richtige Plattform für die Zusammenarbeit, sagt Gert Witt, Lehrstuhlinhaber Fertigungstechnik am Institut für Produkt Engineering der Uni Duisburg-Essen, der sich seit über 15 Jahren mit der Technologie befasst. "Im VDMA ist eine wachsende Zahl von Anwendern und 3-D-Druck-Anlagenbauern organisiert, über deren Produkte die Technik Verbreitung in viele Branchen findet. Auch deshalb kann die neue AG eine gewichtige Stimme für die Anliegen des Additive Manufacturing werden", betonte Witt.

Auch Thorsten Hickmann, Geschäftsführer der Eisenhuth GmbH aus Osterode am Harz, begrüßt die Gründung der Arbeitsgemeinschaft. "Für uns ist Additive Manufacturing eine sinnvolle und mittlerweile auch notwendige Ergänzung zu unserem eigenen Produktportfolio", sagt der Eisenhuth-Manager. Sein Unternehmen hoffe dabei, von den intensiven Diskussionen der Fachleute untereinander in Zukunft profitieren zu können. HANS SCHÜRMANN

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