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Dienstag, 23. Januar 2018

Strom

Umweltminister Altmaier: "Strom darf kein Luxusgut werden"

Von Stephan W. Eder | 11. Januar 2013 | Ausgabe 2

Die Stromrechnung der Haushalte dürfte sich 2013 gegenüber 2012 erhöhen - es sei denn, man wechselt den Anbieter. Weitere Erhöhungen einzelner Strompreiskomponenten sind abzusehen.

Zukünftige Strompreiserhöhungen im Zuge der Energiewende sollen nach dem Willen von Bundesumweltminister Peter Altmaier "in einem vertretbaren Rahmen" bleiben. "Strom darf kein Luxusgut werden", sagte der Minister den "Lübecker Nachrichten". Es sei aber von Anfang an klar gewesen, dass ein Atomausstieg und ein Einstieg in die sogenannten erneuerbaren Energien nicht zum Nulltarif zu haben sein würden.

Dabei ist der Strompreis für den Haushalt von Otto-Normal-Verbraucher kaum noch nachzuvollziehen (s. Kasten). Neben zwei Steuern kommen fünf Umlagen und Abgaben hinzu. Der Anteil dieser staatlich induzierten Bestandteile des Strompreises steigt im Jahr 2013 auf rund die Hälfte, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Die Gesamtgröße dieser Strompreiskomponenten werde sich damit im Jahre 2013 auf über 30 Mrd. € summieren, schätzt der Verband.

Haushaltsstrompreis in Deutschland 2013 – Bestandteile des Strompreises in Deutschland

Hinzu kommen die eigentlichen Stromgestehungskosten für Erzeugung, Vertrieb und Dienste und die Netzentgelte. Dort stehen die Weichen auf Wachstum. "Die Netzentgelte werden auch in Zukunft noch weiter steigen. Es stehen ja erhebliche Investitionen in die Energiewende und konkret in den Netzausbau an. Diese müssen finanziert werden", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur zu Jahresbeginn.

Das Statistische Amt der EU, Eurostat, sah Deutschland im Mai 2012 mit 25,3 Cent/kWh für den Haushaltsstrom mit an der Spitze in der Gemeinschaft. Nur in Dänemark war Strom mit 29,8 Cent/kWh noch teurer. Zieht man jedoch den Steuer- und Abgabenteil ab, liegt Deutschland laut Eurostat mit 14,4 Cent/kWh zwar über dem EU-Schnitt von 13,16 Cent/kWh, aber nur auf Rang neun von 27 EU-Staaten.

Auch für die Industrie ist der Strompreis laut BDEW gestiegen. Inklusive aller Steuern gibt der BDEW ein Preisniveau für 2012 an, das mit 14,02 Cent/kWh um rund die Hälfte über dem Niveau von 1998 liegt. Inzwischen sind davon 38 % Steuern und Abgaben, damals waren es 2 %. Rechnet man jedoch die Steuern, Abgaben und Umlagen heraus, so zeigt die Strompreisanalyse des BDEW vom Oktober 2012, dass der Industriestrompreis im letzten Jahr nur auf 95 % des 1998er-Niveraus kam. Die Haushaltsstrompreise lagen 2012 10 % über diesem Niveau.

Laut einer Untersuchung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion verringerte sich der Einkaufspreis für Großabnehmer an der deutschen Strombörse von Anfang 2008 bis Ende 2012 sogar um mehr als ein Fünftel. Im selben Zeitraum sei der Strom dort im Schnitt 7 % billiger als an den restlichen europäischen Energiebörsen gewesen. Im Vergleich von 2011 und 2012 liegt der Industriestrompreis inklusive aller Steuern und Angaben auf konstantem Niveau.

Die Krux für Privathaushalte, aber auch Klein- und Kleinstunternehmer ist, dass diese von den vielen, oft vom Stromverbrauch abhängigen Ausnahmeregelungen nicht Gebrauch machen können. swe

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