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Samstag, 20. Januar 2018

IT-Organisation

Virtualsierung erreicht die Arbeitsplatzrechner

Von A. Rüdiger | 8. April 2011 | Ausgabe 14

Nachdem zunächst Server und Datenspeicher virtualisiert wurden, bekommt nun die Virtualisierung der Arbeitsplatzrechner (Clients) Schwung. Für Verwirrung sorgt allerdings, dass sich die einzelnen Varianten der Technologie nur bei genauem Hinsehen unterscheiden lassen.

Anwendungen müssen heute nicht mehr unbedingt auf dem Rechner am Arbeitsplatz (Client) installiert sein und laufen. Immer öfter tun sie dies im Hintergrund, auf einem Server im Rechenzentrum. Das hilft zum Beispiel, wenn Laptops verloren oder kaputt gehen. Denn dann liegen Daten und Applikationen auf dem Server und nicht mehr in dem mobilen, aber nunmehr verschwundenen oder zerstörten Gerät.

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage der Marktbeobachter von IDC, an der Vertreter von 235 Unternehmen unterschiedlicher Größen ab 100 Mitarbeiter teilnahmen, sprechen sich die Vorteile der Virtualisierungstechnologien für die Clients allmählich herum. Denn nur ein Viertel der Befragten – zu 80 % IT-Fach- und Führungskräfte – hat sich entweder noch nicht mit irgendeiner Variante der Client-Virtualisierung (siehe Kasten) beschäftigt oder aber dagegen entschieden.

Die Befragten billigen der Client-Virtualisierung mehrheitlich Veränderungspotenzial zu. 62 % der Anwender gehen davon aus, dass sich die Technologie in den nächsten ein bis drei Jahren etablieren wird, die Hälfte davon glaubt, die Verbreitung werde eher schnell, die andere, sie werde eher langsam voranschreiten. Als revolutionär wird die Client-Virtualisierung nur von 17 % betrachtet, 15 % sehen sie eher als einen Hype ("nur ein weiteres Schlagwort der IT-Industrie"). Für einen alten Hut halten die Technologie nur 6 %. Die unterschiedlichen Technologievarianten werden von einem Viertel bis einem Drittel der Befragten schon aktiv eingesetzt, weitere 19 % bis 29 % planen den Einsatz in den kommenden zwölf bis 24 Monaten.

Am weitesten verbreitet ist Client-Virtualisierung in Unternehmen zwischen 500 bis 1000 Arbeitsplätzen. Bei Anwendungen mit mehr als 1000 PCs scheint es Umsetzungsprobleme zu geben. Das könnte zum Beispiel daran liegen, dass zu viele gleichzeitige Zugriffe im Verhältnis zur vorhandenen Infrastruktur die Reaktionszeiten zu sehr verlangsamen.

Immerhin gehören "zu geringe Performance der Lösung" und "zu geringe Performance der Infrastruktur" zu den Top-Hemmfaktoren, die IDC herausfand. An der Spitze rangierten hier Sicherheitsbedenken und verschiedene Varianten von "kein Geld": die Budgetsituation, zu hohe Lizenzkosten und fehlende IT-Personalressourcen sowie nicht ausreichende Kosteneinsparungen in Relation zur Investition. Ebenfalls wichtig ist die mangelnde Unterstützung geschäftskritischer Anwendungen. 38 % der Befragten erwarten von der Client-Virtualisierung keine Kostensenkung, weitere knapp 40 % beziffern diese auf maximal 20 %.

Dass die Einsparungen geringer als erwünscht ausfallen, mag auch daran liegen, dass drei Viertel der Befragten zumindest teilweise die Client-Virtualisierung von vollwertigen Desktops aus nutzen. 66 % verwenden Notebooks, 45 % Thin Clients, aber nur 9 % Zero Clients, die quasi nur aus Tastatur und Monitor bestehen und darüber auf Anwendungen zugreifen. Hier müssen sich mit der Zeit schlankere und günstigere Gerätetypen an den Arbeitsplätzen durchsetzen, wenn Einsparpotenziale realisiert werden sollen.

Treibende Faktoren für die Implementierung sind heute die einfachere Wiederherstellung im Notfall und mehr Sicherheit im Allgemeinen. Das verwundert etwas, da gleichzeitig Sicherheitsprobleme als der wichtigste Hemmschuh der Implementierung genannt werden. Wichtig sind weiter reduzierter Administrations-, Geräte- und Supportaufwand bei weniger Ausfallzeiten.

Zur Amortisation haben Client-Virtualisierungslösungen meist nur zwei Jahre Zeit. Nur 21 % räumen dazu mehr als 24 Monate ein. Immerhin 10 % der Befragten sehen Kostengesichtspunkte nicht als entscheidend für eine Implementierung an. Ausgewählte Lösungen müssen in erster Linie etwas leisten, zur vorhandenen IT-Infrastruktur passen und preiswert sein.   A. RÜDIGER

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