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Dienstag, 23. Januar 2018

CES 2013

Von Smartphones, Phablets und Tablets

Von Harald Weiss | 11. Januar 2013 | Ausgabe 2

Smartphones gelten bisweilen bereits als aussterbende Technologie, da sie für die vielen neuen Dienste, wie Ultra-HD-Video oder Spiele, zu klein sind. Tablets sind zwar größer, eignen sich aber nicht zum Telefonieren. Die Lösung sind "Phablets" mit 5 Zoll bis 6 Zoll Bildschirmdiagonale. Doch die Nutzung datenintensiver Anwendungen erfordert auch, dass die darunter befindlichen Technologien wesentlich leistungsstärker werden müssen.

Von Smartphones, Phablets und Tablets

"Mobilfunk ist die größte Computerinfrastruktur, die jemals erschaffen wurde", sagte Qualcomm-CEO Paul Jacobs in seiner Eröffnungsrede zur diesjährigen CES-Messe in Las Vegas. Hierbei verwies er auf die global bestehenden 6,3 Mrd. mobilen Anschlüsse – also fast so viele, wie es Menschen auf der Welt gibt.

Trotz dieses Erfolges gibt es aber keinen Grund, sich darauf auszuruhen. So erwartet Jacobs, dass der Datenverkehr in den Mobilfunknetzen schon in den nächsten Jahren um den Faktor 1000 anschwellen wird. Als Grund dafür verweist er auf die verstärkte Videonutzung auf Tablets und Smartphones, demnächst sogar in Ultra-HD-Qualität.

Qualcomm will das Seinige für einen solchen Leistungsschub beisteuern, indem es mit den neuen Snapdragon-800-Prozessoren in eine neue Leistungskategorie vorstößt. So soll dieser Prozessor mit vier Kernen (Quadcore) 2,3 GHz schnell und damit 75 % leistungsstärker sein als der aktuelle Prozessor S4 Pro – aber trotzdem nicht mehr Strom verbrauchen. "Snapdragon 800 erlaubt die Aufnahme und Wiedergabe von 4k-Videos, ohne dass dabei die Batterie mehr strapaziert wird als bisher", sagte Jacobs in seiner Präsentation.

Zu den weiteren Spezifikationen des Chipsatzes gehört die Unterstützung von WLAN nach dem neuen Standard 802.11ac und von LTE. Noch befindet sich der Prozessor in der Evaluierungsphase bei den Geräteherstellern, doch Jacobs meint, dass schon im Sommer die ersten Smartphones mit diesem Chip auf den Markt kommen werden. Dabei zielt Qualcomm nicht nur auf die Handyhersteller, sondern in zunehmendem Maße auch auf Automobilbauer und Hersteller anderer Geräte. Was Autos angeht, so berichtete Jacobs von BMW und Audi als Kunden und ansonsten spricht er vom Internet der Dinge: Vernetzte Geräte, die laut Jacobs alle mit seinen Handyprozessoren bestückt sein sollten.

Doch Qualcomm ist hier nicht alleine. Während Intel bei den mobilen Endgeräten derzeit im Hintertreffen ist, holt Nvidia mit seinen Prozessoren deutlich auf. So stellte das Unternehmen auf der CES mit dem Tegra 4 ebenfalls einen neuen Hochleis-
tungschip vor, der bei der Wiedergabe von Ultra-HD noch etwas leistungsfähiger ist als Qualcomms neuer Snapdragon 800. Beide Chips basieren übrigens auf dem Design der britischen Prozessorschmiede ARM.

Das Problem für den Anwender ist, dass die kleinen Bildschirme der bisherigen Smartphones viel zu klein für Ultra HD sind. Tablets sind zwar größer, doch sie eignen sich nicht zum Telefonieren. Der Ausweg aus diesem Größenproblem sind übergroße Handys – die sogenannten "Phablets" (entstanden aus den Wörtern Phone und Tablets). Diese haben mehr als 5 Zoll Bildschirmdiagonale – was sich gerade noch mit einer Hand managen lässt.

Den Starterfolg bei den Phablets konnte Samsungs Galaxy Note 2 bereits im Herbst 2012 für sich verbuchen. Auf der CES folgten jetzt Vizio mit einem 5-Zoll-Modell, Sony mit seinem Xperia Z sowie Huawei mit dem Ascend Mate und dem Ascend D2. Der Ascend Mate hält in dieser Kategorie mit seinen 6,1 Zoll sogar den Größenrekord.

Microsoft meldete einen erfolgreichen Start der auf Windows Phone 8 basierenden Smartphones. So sagte Microsoft-CEO Steve Ballmer während seines kurzen Gastauftritts bei der Keynote von Paul Jacobs: "Im November 2012 wurden viermal so viel Windows-Phone-Smartphones verkauft wie im November 2011 und im Weihnachtsgeschäft waren es sogar fünfmal so viel." Ballmer gab aber keine absoluten Zahlen an. Analysten sehen den weltweiten Marktanteil des Microsoft-Systems am Ende der Skala – nur knapp oberhalb des aussterbenden Symbian-Systems.

Bei den Netzwerken, über die die Smartphones angeschlossen sind, tobt in den USA ein Konkurrenzkampf zwischen dem WLAN-Standards 802.11xx und dem Mobilfunkstandard LTE. Die WLAN-Gruppe zeigte auf der CES eine Reihe an neuen Geräten für den neuen Gigabit-Standard 802.11ac. Auch der Ausbau der zugehörigen öffentlichen Infrastruktur auf diesen Standard geht weiter voran. Aus New York kam am CES-Eröffnungstag die Meldung, dass Google weite Teile von Lower Manhattan mit kostenlosem WLAN versorgen will. Vorläufig zwar nur in dem bislang schnellsten Standard 802.11n, doch der Ausbau auf ac ist schon fest eingeplant.

Auch in der Home-Anwendung hat 802.11ac bereits Einzug gehalten. So stellten Linksys, Belkin und Netgear entsprechende Router, Signal-Booster und anderes Zugangsequipment vor. Diese Geräte erreichen Übertragungsraten von bis zu 1,3 Gbit/s, was mehrere parallele Ultra-HD-Übertragungen erlaubt.  HARALD WEISS

www.qualcomm.com

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