Passwort vergessen?  |  Anmelden
 |  Passwort vergessen?  |  Anmelden
Suche

Donnerstag, 21. Februar 2019

Mobilfunk

5G-Auktion nimmt Konturen an

Von Regine Bönsch | 20. September 2018 | Ausgabe 38

Am 24. 9. wird der aktuell vorgelegte Entwurf für die Versteigerung der 5G-Lizenzen weiter beraten. Vodafone fordert vor allem klare Formulierungen bei den regionalen Frequenzen.

BU ametsreiter
Foto: dpa Picture-Alliance/Monika Skolimowska

Hannes Ametsreiter,Deutschland-Chef von Vodafone, fürchtet, dass die regionalen 5G-Lizenzen eine Hintertür für einen vierten Netzbetreiber sein könnten.

Vodafone fordert Nachbesserungen bei den Bedingungen für die Versteigerung der Frequenzen des künftigen 5G-Datenfunks. „Das Papier braucht eine Reparatur“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter der Deutschen Presse-Agentur. „Einige Formulierungen, die man heute findet, erschrecken uns.“ Dabei geht es unter anderem um den Teil des Frequenzspektrums, der für die regionale Nutzung vorbehalten bleiben soll, statt an Netzbetreiber zu gehen. Das sind die Frequenzen rund um 3,6 GHz, an denen speziell Industrieunternehmen – von BASF bis hin zu all den Hidden Champions des Maschinenbaus – interessiert sind. Die Bedingungen dafür seien nicht ausreichend ausformuliert, betonte Ametsreiter und fordert mehr Investitionssicherheit.

„Wenn das regionale Spektrum eine Hintertür wird für einen vierten Netzbetreiber, der kaum investieren muss, dann wäre das eine Fehlentwicklung, weil es die Investitionen der anderen komplett entwertet“, sagte Ametsreiter. Ohne entsprechende Einschränkungen könne man sich eine Situation vorstellen, in der zum Beispiel Finanzinvestoren sich lokales Spektrum günstig sichern und dann mehrere Regionen zusammenschalten.

Erst kürzlich hatte der scheidende Finanzvorstand der Deutschen Telekom, Thomas Dannenfeldt, attestiert, dass ein vierter Mobilfunkbetreiber nicht gut sei für Deutschland. „Ein vierter Spieler würde dem gesamten deutschen Telekommunikationsmarkt – im Mobilfunk und auch im Festnetz – Investitionskraft entziehen.“

Vodafone sei bereit, über Auflagen zu diskutieren, sagte jetzt Ametsreiter. „Sie müssen sinnvoll und physikalisch machbar sein“, schränkte er ein. „Aber eines ist auch klar: Auflagen sind nur dann zu akzeptieren, wenn man Investitionssicherheit hat.“ Der Vodafone-Manager warnte vor zu hohen Preiserlösen bei der Auktion: „Geld kann man nur einmal ausgeben. Das steckt man entweder in Lizenzkosten oder in den Ausbau.“

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, weiß, wie die Marktteilnehmer ticken. Am Montag dieser Woche stellte er für die 5G-Frequenzauktion einen Entwurf vor, der am 24. September vom Beirat, bestehend aus je 16 Mitgliedern des Bundestages und des Bundesrats, beraten werden soll. Wie die Auktionsregeln endgültig aussehen, dürfte im November entschieden werden. „Wir planen anspruchsvolle Auflagen für eine Verbesserung der Mobilfunkversorgung“, ließ Homann verlauten. Ein flächendeckender Ausbau mit 5G-Technik sei zum aktuellen Zeitpunkt unverhältnismäßig teuer. In Zukunft würden die Kosten für den Ausbau sinken, weil es dann mehr Glasfaserleitungen und auch für die Fläche geeignetere Frequenzen geben werde, da ist sich der Präsident sicher.

Mit den aktuellen Versorgungsauflagen gehe man „an die Grenze des wirtschaftlich Zumutbaren und rechtlich Möglichen“. Jeder Anbieter wird verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 500 Basisstationen für 5G aufzubauen und mindestens 98 % der Haushalte in jedem Bundesland mit einer Datenrate von 100 Mbit/s zu versorgen. Bis dahin soll es auch auf Autobahnen und Bundesstraßen 100 Mbit/s geben. Ein erster Schritt, so Homann. In den nächsten Jahren würden weitere Frequenzen dazukommen: „Für das automatisierte Fahren haben wir bereits Frequenzen bereitgestellt, damit sich Fahrzeuge erkennen oder mit der Straße kommunizieren.“  

Mit Material von dpa