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Dienstag, 23. Januar 2018

Messtechnik

Bauteilqualität im Fokus

Von Martin Ciupek | 22. September 2016 | Ausgabe 38

Prozessnahe Qualitätsprüfungen in der Fertigung beschleunigen nicht nur die Arbeitsabläufe, sie helfen auch die Zahl fehlerhafter Teile zu reduzieren.

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Foto: Alicona

Einrichtbetrieb: Manuell lernt ein Mitarbeiter den Roboter bei der Lösung von Alicona an. Danach erfolgt die Messung der Teilbereiche am Turbinenrad automatisch.

Bauteile aus der Produktion in einen Messraum zu bringen, um anschließend gegebenenfalls Anpassungen an den Fertigungsparametern vorzunehmen, das kostet in hochautomatisierten Fertigungsprozessen viel Zeit. Optische Messverfahren und Roboterunterstützung sollen das nun ändern, wie auf der Metallbearbeitungsmesse AMB in Stuttgart deutlich wurde.

Einen solchen Ansatz verfolgt Alicona aus der Nähe von Graz. Das Unternehmen zeigte ein robotergeführtes 3-D-Messsystem für die fertigungsintegrierte Bauteilprüfung. „Durch die schnelle Lieferung zuverlässiger Messdaten erhalten Anwender wichtige Echtzeitinformationen zum Zustand von Produkt und zum Prozess“, erklärte Alicona-Geschäftsführer Stefan Scherer. Mangelhafte Werkstücke könnten somit frühzeitig identifiziert und aussortiert werden. Damit würden Ressourcen eingespart.

Vor allem für die Werkzeug- und Luftfahrtindustrie wurde die Roboterlösung zunächst konzipiert. Bei Werkzeugen erfolgen damit z. B. Schneidkantenmessungen, bei denen Kantenverrundung, Schartigkeit, Rauheit und Verschleiß überprüft werden. In solchen und ähnlichen Einsatzfällen können komplette Chargen in einem Messdurchlauf geprüft werden. Alle Ergebnisse werden schließlich automatisch ausgewertet, visualisiert und dokumentiert.

Alternativ zur Roboterlösung integriert Alicona 3-D-Messsysteme auch direkt in Werkzeugmaschinen. In dem Fall werden Werkstücke ohne Umspannen direkt in der Maschine kontrolliert, wodurch die Fertigungsgenauigkeit laut Anbieter deutlich verbessert wird.

Auf Messunterstützung per Roboter setzt auch Faro Europe, Korntal. Das Unternehmen kombiniert einen einfach zu bedienenden Leichtbauroboter mit seinem in diesem Jahr eingeführten 3-D-Sensor Factory Array Imager. Das System arbeitet mit Blaulichttechnologie. Durch das blaue LED-Licht wird dabei laut Hersteller eine sehr hohe Messgenauigkeit erreicht. So werden hochauflösende Daten für die Maßprüfung gesammelt. Je nach Anwendung kann das System stationär an einer Maschine montiert oder auf einem mobilen Instrumentenwagen angebracht werden.

Die Effizienz in der Bauteilprüfung soll auch der roboterunterstützte und computergesteuerte Messplatz von Mahr aus Göttingen erhöhen. Schlüssel dazu sind mit einem Data-Matrix-Code gekennzeichnete Bauteile. Ein Roboter sowie eine Ladestation mit Drehtisch bringen das Bauteil in die Messstation und holen es dort wieder ab. Mit schnellen und hochgenauen Messsystemen werden dabei z. B. Kontur und Rauigkeit mit der produktspezifischen Vorschubgeschwindigkeit abgetastet. Durch die Automatisierung lassen sich laut Mahr zudem Bedienfehler reduzieren. Alle aufgenommenen Messdaten werden in einer Qualitätsdatenbank gesammelt oder in einer Cloud weiterverarbeitet.

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